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Die Königin der Ackerkulturen

Die Zuckerrüben heissen nicht umsonst die Königin der Ackerkulturen. Einmal mehr zeigt sie, warum sie so genannt wird. Das Jahr wird, zumindest im Osten, als sehr erfolgreich in die Statistik einfliessen. Dennoch muss bereits der Fokus auf die Ernte und das kommende Jahr gelegt werden.

Aktuelles

Die Zuckerrüben präsentieren sich vielerorts sehr schön. Sie stehen nicht nur wieder mit viel Laub da, sondern weisen auch vielerorts nur wenig Blattflecken auf. Dies ist sicherlich den guten Sorten zu verdanken, anderseits aber auch der extremen Temperaturen und den fehlenden Niederschlägen im Sommer. Die Zuckerrübe hat diesen Sommer einmal mehr ihre unglaubliche Stärke gezeigt. Während andere Kulturen sichtlich mehr unter der Trockenheit gelitten haben, präsentiert sich die Zuckerrübe nun wieder im vollen Schuss und man merkt ihr kaum an, dass der Sommer derart heiss war. Ihr unglaubliches Kompensationsvermögen und ihr Durchhaltevermögen führen nun dazu, dass die Erträge trotz diesen «negativen» Wettereinflüssen erstaunlich hoch sind. Gemäss den Ertragserhebungen von letzter Woche sind die Erträge aktuell im Schnitt bei 100t/ha im östlichen Anbaugebiet. Deutlich höher als im 5-Jahresschnitt. Mit dem Wetter der kommenden Tage/Wochen dürften noch weitere Zuwachse erwartet werden. Zudem sind die «Zuckerringe» in grosser Anzahl vorhanden, so dass mit dem Einsetzen von kühleren Nächten noch genügend Potential vorhanden ist, um die gewonnene Energie in Zucker umzuwandeln respektive einzulagern. Einmal mehr zeigt die Zuckerrübe eindrücklich auf, dass sie zu Recht die Königin der Ackerkulturen ist. 

Die Verarbeitung der Zuckerrüben hat Mitte Monat in Frauenfeld begonnen. Nach dem zuerst Bio-Zuckerrüben verarbeitet wurden, werden in den nächsten Tagen die ersten konventionellen Zuckerrüben angeliefert und verarbeitet. Achten Sie beim Ernten der Rüben auf folgende Punkte:

  • Die Zuckerrüben sind im Boden am besten konserviert
  • Die Zuckerrübe wächst als 2-jährige Kultur immer weiter. Solange Sie im Boden ist, ist mit Zuwachs zu rechnen.
  • Keine Ernte auf Vorrat bis Ende Oktober
  • Die Lagerungsdauer sollte bis Ende Oktober nicht länger als eine Woche betragen.
  • Bei Niederschlägen verdünnen sich die Inhaltsstoffe, dafür steigen die Gewichte an. Zucker ist ein Faktor, Wurzelmasse ist ebenso wichtig, denn eine Tonne Rüben hat einen Wert von Fr. 50.-. Sollten die Rüben während mehreren Tagen oder Wochen an einer Miete liegen, wird Wasser verdunstet und bares Geld geht so verloren.
  • Eine zu lange Lagerung führt dazu, dass die Zuckerrübe nach dem Heilungsprozess mit der Veratmung von Zucker beginnt und somit Zuckerreserven anzapft.
  • Das Wurzelwerk ist durch die Trockenphase tief gewachsen – passen Sie die Rode-Geschwindigkeit an, um unnötigen Wurzelbruch zu vermeiden.
  • Die Köpffläche sollte im Optimalfall nicht grösser als ein 5 Liber sein.
  • Es dürfen gemäss Branchenvereinbarung nicht mehr als 10% faule Rüben angeliefert werden. Sollten Sie Probleme haben, kontaktieren Sie einen Fachmann und informieren Sie ihren Lohnunternehmer.
  • Sollten Sie Probleme mit Erdmandelgras haben, melden Sie dies bei den Zuständigen an.

Schlussendlich gehört der Landwirt bei den Lohnarbeiten auf das Feld. So können im Notfall Korrekturen vorgenommen werden. Im Nachgang sind solche Dinge immer schwierig zu lösen und können verhindert werden. 

Ernte Zuckerrüben
Bei der Ernte gehört der Landwirt auf das Feld. Achten Sie auf eine saubere Arbeit, um Verluste so gering wie möglich zu halten.

 

Rübenanbau 2023

Ein kurzer Blick in die Zukunft hinterlässt sowohl einen erfreulichen wie aber auch einen ernüchternden Eindruck zu. Ernüchternd ist sicherlich die Vergilbungs- und die SBR Situation. Obwohl die Züchter den Fokus stark auf die Vergilbung legen, werden wir für das Anbaujahr 2023 noch keine resistente Sorte im Angebot haben. Das Anbaujahr 2022 hat aber gezeigt, dass wir mit dem Monitoring und den uns zur Verfügung stehenden Insektiziden eine gute Waffe zur Hand haben. Die Rüben präsentieren sich im Vergleich zu den letzten beiden Jahren praktisch ausnahmslos ohne Vergilbungsstellen. Trotz diesen teilweise negativen Aussichten bezüglich Vergilbung und SBR gibt es auch diverse positive Lichtblicke. Der Blattfleckendruck hat in den letzten Jahren stark abgenommen. Einerseits durch gezieltere Spritzungen und anderseits dank besseren Sorten. Die Sortenprüfung der Fachstelle wird auch in Zukunft sehr tolerante Sorten hervorbringen und helfen den Druck zu senken. Einige weitere sehr spannende Kandidaten stehen Ihnen voraussichtlich bereits im Anbaujahr 2023 zur Verfügung. Ebenfalls positiv gilt es die befristeten politischen Unterstützungen zu erwähnen. Mit dem Einzelkulturbeitrag von 2100 CHF/ha sind ein grosser Teil der Fixkosten gedeckt, so dass jede abgelieferte Rübe einem Verdienst entspricht. Die erneute Preiserhöhung des Zuckerrübenpreises führt dazu, dass die Zuckerrübe als Kultur noch spannender wird. Mit 58 CHF/t Zuckerrüben sind wir so hoch wie schon lange nicht mehr. Zudem sind aktuell die Weltlager fast leer und die weltpolitische Lage angespannt, so dass die angestiegenen Zuckerweltmarktpreise wohl auf einem hohen Niveau ausharren werden. Dies wiederum sollte den guten Rübenpreis stabilisieren. Trotz vielen Herausforderungen steht eine ganze Branche und die Schweizer Politik hinter den Zuckerrüben. Bleiben Sie der Königin der Ackerkulturen treu, steigen Sie wieder ein, dehnen Sie Flächen aus oder werden Sie Neupflanzer. Für Auskünfte zur Flächenanmeldung steht Ihnen die Zuckerfabrik Frauenfeld (052 724 74 00) gerne zur Verfügung. Für fachliche und agronomische Fragen steht Ihnen die Zuckerrübenfachstelle zur Verfügung. 

Sortenprüfung_ZR
Die Sortenprüfung der Fachstelle ist bestrebt, auch in Zukunft die besten Cercospora toleranten Sorten zu finden und auf die Sortenliste zu bringen.

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