Pflanzenbau News Strickhof vom 20. Mai 2026
Mittelheft
In eigener Sache
Schon seit vielen Jahren ist die Broschüre «Pflanzenschutzmittel im Feldbau» ein wichtiger Anker unserer Beratungstätigkeit. Erstmalig ist das Nachschlagewerk auch digital verfügbar. Wir freuen uns, Ihnen den Zugriff zum neuen E-Reader unter dem Link «www.pflanzenschutz.ch» kostenlos zur Verfügung zu stellen. Die Seite ist sowohl mit dem Computer als auch mit Mobilgeräten (Smartphone / Tablet) abrufbar.
Raps
Umfrage
Der Raps hat vielerorts verhalten geblüht oder teils gar nicht. Uns interessiert, was hinter den schlecht blühenden Rapsfeldern steckt. Dafür sind wir auf Inputs aus der Praxis angewiesen. Welche Beobachtungen haben Sie auf Ihrem Betrieb gemacht? Die Umfrage ist anonym und dient ausschliesslich Recherchezwecken. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Link zur Umfrage (Raps-Blüte Frühling 2026)
Strickhof-Video zum Raps mit Corinne Kressibucher (Mai 2026)
Zuckerrüben
Blattläuse
Schwarze Blattläuse: Bisher wurde die Schadschwelle von 80 % besiedelten Pflanzen (im 6- bis 10-Blatt-Stadium) nirgendwo erreicht. Der Befall beläuft sich maximal auf 10% und konzentriert sich aktuell primär auf die Randreihen der Bestände. Aufgrund der prognostizierten warmen Witterung ist aber mit einer Zunahme der Population zu rechnen, weshalb die fortlaufende Beobachtung wichtig bleibt. Einige frühe Bestände stehen kurz vor Reihenschluss. Ab diesem Stadium schaden Schwarze Blattläuse eigentlich nicht mehr – die Bekämpfungsschwelle gilt nur bis in das 10-Blattstadium. Hinweis: Auf IP-Suisse- oder Extenso-Flächen sind jegliche Insektizidbehandlungen verboten.
Grüne Pfirsichblattlaus: Die kühlen Temperaturen hemmen aktuell die Flugaktivität. Diese Witterungsbedingungen begünstigen die kontinuierliche Entwicklung der Bestände; ab dem 12-Blatt-Stadium verfügen die Rüben schon bald über eine deutlich höhere natürliche Toleranz gegenüber Virusinfektionen. Ein Insektizideinsatz (Wirkstoffe: Spirotetramat, Flonicamid oder Acetamiprid – letzteres via Sonderbewilligung) ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht wirtschaftlich gerechtfertigt.
Herbizidabschluss
Vielerorts steht der Herbizidabschluss an oder wurde bereits vollzogen. Mit der Bekämpfung von Quecken und Hirsen sollte nicht zu lange zugewartet werden. Für eine saubere Wirkung ohne grosse Kulturschäden empfiehlt es sich eine separate Gräserbehandlung mit voller Dosis zu fahren. Wird das Gräsermittel mit dem herkömmlichen Split zugemischt, muss die Gräserherbiziddosis halbiert werden. Windenknöteriche, Kamillen, Nachtschatten und Hundspetersilien können mit einem Zusatz von Clopyralid-Produkten (Lontrel, Clio etc.) noch getroffen werden. Clomazone-Produkte können zur Bekämpfung von grösseren Unkräutern (Hundspetersilie, Nachtschatten, Amarant) mit einer Aufwandmenge von 0.2l/ha zugemischt werden.
Rübenrüssler (Lixus)
Ab dem Stadium Reihenschluss und folglich bis Ende Mai rechnen wir mit den ersten Sichtungen des Rübenrüsslers. Dieser beginnt dann gleichzeitig zum Reifungsfrass mit Eiablagen. Ab der ersten Sichtung der adulten Käfer ist eine sonderbewilligungspflichtige Anwendung von Acetamiprid (Gazelle SG, etc.) möglich. Im letzten Jahr war dieser Schädling im Kanton Zürich noch wenig etabliert und hat kaum Schäden verursacht. Da fraglich ist, ob sich dies schon heuer ändern wird, können wir keine grundsätzliche Empfehlung für oder gegen die Bekämpfung des Lixus aussprechen.
Abschlussdüngung
Die Abschlussdüngung sollte spätestens zwischen dem 6-8-Blattstadium der Rüben erfolgen. Hierzu sind schnell verfügbare Stickstoffdünger in Salpeter-Form zu wählen. Eine zu späte N- und K-Düngung führt zu Qualitätseinbussen und schlussendlich zu Zuckerausbeuteverlusten.
Mais
Unkrautbekämpfung
Die kühle und nasse Witterung hat Spuren hinterlassen: Der junge Mais weist überall eine gelbliche Farbe auf. Für eine sichere Herbizidverträglichkeit muss die Pflanze jedoch aktiv wachsen und eine stabile Wachsschicht aufweisen. Zwar unterstützen moderne Wirkstoffe den raschen Abbau im Mais mittels Safener, dies setzt aber einen aktiven Stoffwechsel voraus. Gönnen Sie dem Mais nach den Kältetagen 2 bis 3 Tage Regenerationszeit, damit sich die schützende Wachsschicht auf den Blättern wieder aufbauen kann. Erst mit der Rückkehr von Wachstum und Grünfärbung ist die Verträglichkeit der Herbizide gewährleistet.
Dinkel
Gelbrost
Aufgrund der anhaltend feuchtkühlen Witterung wurde in ersten Dinkelfeldern Gelbrost entdeckt. Die Krankheit befällt die Blätter und im Gegensatz zu Braunrost auch die Ähren, weshalb Gelbrost ein höheres Schadpotenzial aufweist. Eine Behandlung ist angezeigt, sobald erste Befallsnester sichtbar sind oder die drei obersten Blätter Symptome auf 3–5 % der Fläche zeigen.
Flurgang Strickhof Lindau, 28.5.2026 um 19.00 Uhr
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