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Die Zuckerru00fcben sind bereits im 6-Blattstadium oder nu00e4hern sich diesem zumindest an. Es ist also Zeit die Du00fcngung der Ru00fcben falls nu00f6tig abzuschliessen. Zumal der Du00fcnger mit den angesagten Regenfu00e4llen sich gut auflu00f6st und somit schnell wirken kann. Bild: Matthias Lu00fcscher, SFZ>

Zuckerrüben-Mitteilung KW 19/2026: Unkräuter, Schädlinge und Schlussdüngung

Die Zuckerrüben sind aufgelaufen und wachsen allmählich aus dem Jugendentwicklungsstadium heraus. Viele Herausforderungen konnten bereits erfolgreich bewältigt werden. Jetzt gilt es die restlichen Hürden zu meistern.

Herbizidanwendungen

Aufgrund der vielerorts ausgeprägten Trockenheit, musste manch einer den klassischen Herbizid-Spritzplan etwas anpassen. Bei trockenen und sonnigen Bedingungen wirken die Kontaktherbizide besonders gut. Daher sollte die Tankmischung auch auf diese ausgelegt werden. Hierzu kann entweder die Kontaktmittel-Dosis im Split erhöht werden oder man verteilt die Aufwandmenge auf zwei terminlich engstehende Applikationen (Intervall von maximal sieben Tagen). Die letztere der beiden genannten Möglichkeiten ist die sicherere und rübenverträglichere Variante, da die Rübenkultur nicht mit der gesamten Applikationsmenge auf einmal zu kämpfen hat. Zudem können grössere Unkräuter mit der ersten Anwendung angeknackst und mit der darauffolgenden Behandlung meist beseitigt werden. Mit dem Wetterwechsel ist jedoch die Bodenfeuchtigkeit für die Reaktivierung kürzlich ausgebrachter Bodenherbizide vorhanden und auch für künftige Splits kann wieder mehr auf die Wirkung von Bodenherbizide vertraut werden. Von dem Bodenherbizid-Wirkstoff Metamitron dürfen maximal 3.5 kg/ha und Jahr appliziert werden. Erfahrungsgemäss ist es ratsam diese Limite auf die Herbizidanwendungen zu verteilen. Zusatzmittel können, je nach dem was für Problemunkräuter im Bestand vorzufinden sind, Abhilfe schaffen. Sobald das Unkraut die ersten echten Blätter trägt, wirken diese Mittel meist unzureichend. Daher ist eine korrekt gesetzte Applikation essenziell. Zu grosse Gräser und Hirsen können auch noch zu einem späteren Zeitpunkt mit geeigneten Gräserherbiziden bekämpft werden. Hierbei empfiehlt es sich eine separate Durchfahrt einzuplanen. Wird das Gräserherbizid doch beim herkömmlichen Herbizidsplit mitgemischt, so muss die Gräserherbizid-Dosis halbiert werden. Aufgrund des Wegfalls von Debut im Klassik-Rübenanbau, fehlen momentan die chemischen Bekämpfungsmittel gegen durchgewachsene Winden. Bei starkem Windenbefall ist die mechanische Bekämpfung oftmals das einzige Mittel.

In Conviso-Rüben sollte die zweite Anwendung bestenfalls auf feuchten Boden ausgebracht werden, da sich ein Teil der Wirkung des Conviso-Herbizids auch über den Boden entfalten soll. Die zweite und damit in der Regel letzte Applikation erfolgt, sobald die nächste Unkrautwelle das 2-4-Blattstadium erreicht hat. Dies ist erfahrungsgemäss zwei bis drei Wochen nach der ersten Durchfahrt der Fall. Damit spätkeimende Unkräuter wie Hirsen und Disteln ebenfalls noch erfasst werden können, sollte die letzte Applikation nicht zu früh vorgenommen werden. Bei Problemen mit Ehrenpreis, besteht die Möglichkeit eines Zumischens von Quinmerac + Dimethenamid-P-Produkten (bspw. Tomahawk). Das Netzmittel Mero gilt als Aktivator für das Conviso One Herbizid und sollte daher ebenfalls mit 1l/ha zudosiert werden.

 

Schädlinge

Die Zuckerrüben befinden sich aufgrund der passenden Wetterlage voll im Saft. Die meisten Parzellen wachsen allmählich den Schnecken und Erdflöhen davon. Auch die Schäden der Erdschnaken finden ab dem 6-Blattstadium der Rüben langsam ihr Ende. Trotz dieses fröhlichen Umstandes lassen die nächsten Schädlinge nicht lange auf sich warten.

Blattläuse

Das momentane Rübenstadium ist für Blattläuse verlockend. Die bekanntesten Vertreter sind hierbei die Schwarze Rübenblattlaus und die Grüne Pfirsichblattlaus. Der Grünen Pfirsichblattlaus wird tendenziell die höhere Gewichtung gegeben, da diese als Hauptüberträger von Vergilbungsviren gilt und diese auch in die Parzelle bringen kann. Die Schwarze Rübenblattlaus hingegen schleust die Viren in der Regel nicht ins Feld ein, kann aber den Erreger weiter im Feld verteilen. Je nach Populationsgrösse und Witterung können die schwarzen Blattläuse jedoch beträchtliche Saugschäden an den Rüben verursachen. Das diesjährige Blattlaus-Monitoring wurde bereits gestartet. Es dient zur Kontrolle des Ersteinfluges der Blattläuse, allen voran der Grünen Pfirsichblattlaus. Bis jetzt wurden bezüglich Grüner Pfirsichblattlaus noch keine bekämpfungswürdigen Fälle gefunden. Die Schweizerische Fachstelle für Zuckerrübenbau und die kantonalen Pflanzenschutzdienste werden die weiteren Informationen über die gewohnten Kanäle publizieren. Bei den schwarzen Blattläusen gilt es zum einen die Bekämpfungsschwelle (4-Blattstadium 50% / 6-Blattstadium 80% befallene Pflanzen) und zum anderen die Auswahl der bewilligten Pflanzenschutzmittel zu beachten.

Rübenrüssler

Ab Mitte Mai gilt es neben den Blattläusen auch einen weiteren Schädling in der Rübenparzelle zu kontrollieren. Die Rede ist vom Rübenrüssler, welcher erfahrungsgemäss vor Reihenschluss Rübenparzellen ansteuert, um sich zu paaren und seine Eier in die Blattstängel der Rüben zu legen. Die schwarzen Eiablageorte des Käfers sind an den Blattstielen gut erkennbar. Der Rüsselkäfer an sich ist hingegen eher scheu und lässt sich bei Gefahr gerne auf den Boden fallen. Die Ausbreitung des neuen Rübenschädlings nahm in den letzten drei Jahren an Fahrt auf, weshalb er mittlerweile im ganzen Anbaugebiet der Schweiz zu finden ist. Besonders betroffen waren bislang das Berner Seeland und Aaretal. Im letzten Jahr nahm die Befallssituation jedoch auch im Mittelland im Kanton Aargau und im Zürcher-Aargauer Grenzgebiet zu. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob sich der Befall in diesen Regionen heuer in einem bekämpfungswürdigen Ausmass zeigt. Die Larven des Rübenrüsslers bohren sich durch die Blattstängel der Rüben Richtung Rübenkopf. Die Larven finden vor allem bei trockenen Bedingungen nicht genügend Nahrung im Blattstiel und machen so auch nicht vor dem Rübenkopf halt. Die Bohrlöcher können anschliessend als Eintrittspforte für Pilzerreger dienen und für Wurzelfäule sorgen. 

Im Winter hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) eine Notfallzulassung zur Bekämpfung des Rübenrüsslers erlassen. Die Bekämpfungsmethode konzentriert sich auf den Einsatz des Wirkstoffs Acetamiprid (Gazelle SG, Oryx Pro, Pistol, Gepard). Die zugelassene Dosierung beträgt 200 g/ha. Pro Hektar und Jahr ist nur eine einzige Anwendung des Mittels zulässig. Die Anwendung unterliegt einer Sonderbewilligung durch die kantonalen Pflanzenschutzdienste. Diese Bewilligungen werden unter verschiedenen Auflagen erteilt, darunter das Aufstellen einer gelben Falle, um die Chancen auf eine rasche Erkennung der Schädlinge zu maximieren, sowie das Belassen einer unbehandelten Kontrollfläche, um die Wirksamkeit der Massnahme zu beurteilen. 

Trotz der neuen Bekämpfungsmöglichkeit verlässt sich die Branche nicht nur auf diesem Ansatz. Die Zuckerrübenfachstelle führt spezifische Sortenversuche durch, um zu beobachten, ob gewisse Sorten vom Käfer präferiert bzw. gemieden werden. Des Weiteren werden alternative Bekämpfungsmethoden untersucht.

Zuckerrüben Schädlinge
Der Rübenrüssler (links) fliegt in die Rüben ein, paart sich, und legt seine Eier in die Blattstängel der Rüben. Die Eiablagestellen werden später anhand der schwarzen Verfärbung sichtbar (rechts) (Matthias Lüscher, Schweizerische Fachstelle für Zuckerrübenbau).

 

Schlussdüngung

Die Schlussdüngung der Zuckerrüben steht allmählich an. Spätestens vor dem Erreichen des 6-Blattstadiums sollte die letzte Düngergabe erfolgen. Es ist darauf zu achten, schnell verfügbare Stickstoffdünger einzusetzen. Langsam wirkende Dünger wie Harnstoff, Gülle oder Mist setzen ihre Wirkung zu spät frei. Eine verspätete oder zu hohe Stickstoffgabe führt bei Zuckerrüben zum sogenannten „Luxuskonsum“. In der Folge entwickeln die Pflanzen übermässig Blattmasse, während die Zuckereinlagerung verzögert wird. Gleichzeitig steigt der Anteil unerwünschter Melassebildner, was letztlich die Zuckerausbeute reduziert. Für eine optimale Ertrags- und Qualitätsentwicklung ist daher eine gezielte und rechtzeitige Düngung entscheidend, damit die Rüben gut «abreifen» können.

Neben den Hauptnährstoffen muss natürlich auch der Bedarf von Spurenelementen gedeckt werden. Zuckerrüben besitzen einen hohen Bor- und Manganbedarf. Bei einer regelmässigen Düngung mit Hofdüngern und «normalen» Boden und Witterungsverhältnissen, kann die Rübe bereits ein Grossteil ihres Bedarfs mittels Nährstoffaufnahme über die Wurzel decken. Auf vieharmen Betrieben können diese Spurenelemente jedoch limitiert im Boden vorhanden sein. Zudem können Mangan und Bor bei Trockenheit und zu hohem (basischen) Boden-pH-Wert nur noch unzureichend von der Pflanze aufgenommen werden. In solchen Fällen lohnt es sich den Boden zu umgehen und die Spurenelementversorgung mittels Blattdüngung sicherzustellen. Der geeignetste Zeitpunkt für die Ausbringung ist vor Reihenschluss. Dieser Zeitpunkt ist für die Applikation optimal, da der Bedarf dort hoch ist und die Rüben bereits viel Blattmasse für die Nährstoffaufnahme besitzen. Das Beimischen von Blattdüngern beim letzten Herbizidsplit ist möglich, jedoch fehlt dort meistens die nötige Blattmasse für eine optimale Nährstoffaufnahme.

Zuckerrüben Abschlussdüngung
Die Zuckerrüben sind bereits im 6-Blattstadium oder nähern sich diesem zumindest an. Es ist also Zeit die Düngung der Rüben falls nötig abzuschliessen. Zumal der Dünger mit den angesagten Regenfällen sich gut auflöst und somit schnell wirken kann. Bild: Matthias Lüscher, SFZ