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Jakobskreuzkraut (Jacobaea vulgaris)

Jakobskreuzkraut ist eine in Weideflächen verbreitete Giftpflanze, die für Pferde lebensgefährlich sein kann. Dieses Merkblatt informiert über Erkennungsmerkmale, Risiken und notwendige Massnahmen zum Schutz Ihrer Tiere.

Bestimmungsmerkmale

Wuchs:          30 - 120 cm hoch (in Ausnahmen auch deutlich höher), zwei - bis mehrjährig, bildet im Herbst Rosetten. Der Stängel ist oft rötlich-braun überlaufen

Blüte:             gelbe Blütenköpfchen mit 13 Zungenblüten in aufrechten Doldentrauben 

Blätter:          Stängelblätter: schmale lanzettliche und gezähnte Fiederblätter, einjährige Blattrosetten gebuchtet

Blütezeit:       Juni – Oktober

Jakobskreuzkraut
Abbildung 1: Blüten des Jakobskreuzkrautes (Fotos Bettina Ehrbar, Strickhof)
Abbildung 1: Blüten des Jakobskreuzkrautes (Fotos Bettina Ehrbar, Strickhof)
Abbildung 1: Blüten des Jakobskreuzkrautes (Fotos Bettina Ehrbar, Strickhof)

 

Standort und Verbreitung

Die Pflanze wächst an Wegen und Rainen, an Waldrändern und Gebüschen und auf Wiesen und Weiden. Sie bevorzugt lehmige Tonböden mit mässigem Stickstoffgehalt, ist aber sonst recht anspruchslos. Jakobskreuzkraut ist eine Pflanze, die möglicherweise vom Klimawandel profitiert und sich immer weiter ausbreitet.

Ein einziges Jakobskreuzkraut produziert bis zu 150.000 Samen. Das Kreuzkraut siedelt sich nur in Lücken in der Grasnarbe an und wird gewöhnlich von dichten Untergräsern und Kräutern unterdrückt

Wirkung auf Pferde

Verzehrrisiko

Auf der Weide wird das Jakobskreuzkraut von erfahrenen Tieren wegen seiner Bitterkeit gemieden. Die Pflanze verliert jedoch im Heu ihren bitteren, warnenden Geschmack, bleibt aber uneingeschränkt giftig. So werden im Heu enthaltene Pflanzen oft aufgenommen.

Abbildung 2: Jakobskreuzkraut im Heu ist schwierig zu erkennen, denn nicht immer sind die Stängel lila! (Bildquelle Botanikus.de)
Abbildung 2: Jakobskreuzkraut im Heu ist schwierig zu erkennen, denn nicht immer sind die Stängel lila! (Bildquelle Botanikus.de)

Giftigkeit

Die Pflanze enthält Pyrrolizidinalkaloide (PAs), vor allem Jacobin und Senecionin. Blüten und Jungpflanzen enthalten den höchsten Gehalt an Giftstoffen. Diese Alkaloide werden mittels Enzyme in der Leber umgewandelt und eingelagert.

 

Symptome einer akuten Vergiftung

In hohen Dosen tritt beim Pferd die so genannte Seneziose oder “Schweinsberger Krankheit” auf. Diese zeigt sich durch:

  • Magen- und Darmbeschwerden
  • blutigen Durchfall
  • Verstopfung
  • Krämpfe
  • schwere Leberschädigung
  • Tod

 

Weitere Symptome

Appetitlosigkeit, häufiges Gähnen, beschwerliches Atmen, Gewichtsverlust, Lecksucht und auch Erblinden. Es kommt zum Krankheitsbild der „Walking Disease“, das sich in ziellosem Umherirren, Taumeln und Schleifen der Hufe zeigt. Die Pferde werden regelrecht wahnsinnig, laufen gegen Wände und Zäune und sind oft nicht zu bändigen. Eine Heilung bei Walking Disease ist nicht möglich, es bleibt nur die Erlösung des Tieres. Bei leichteren Vergiftungsfällen und einer schnellen Überstellung in eine Tierklinik ist eine Rettung möglich.

 

Chronische Vergiftung

Bei einer langsamen Vergiftung ist in jedem Fall mit Leberschädigung, beeinträchtigter Fruchtbarkeit, Veränderungen des Erbguts und einem steigen-den Tumorrisiko zu rechnen, bei starker Vergiftung auch mit Schädigung des zentralen Nervensystems, der Lunge und der Nieren.

 

Letale Dosis beim Pferd

ca. 3 kg/100 kg LG in frischem, 0.5 kg/100 kg LG in getrocknetem Zustand.

Die letale Dosis ist allerdings schwierig zu quantifizieren, denn einerseits hängt sie von der Konstitution des Pferdes ab und andererseits erschwert die Tatsache, dass die Aufnahme des Gifts über einen langen Zeitraum erfolgen kann, eine exakte Mengenschätzung. Denn die Abbauprodukte der Alkaloide reichern sich in der Leber an, ohne dass sie wieder abgebaut werden. Deswegen kann sich eineVergiftung schon nach wenigen Tagen oder erst nach mehreren Monaten zeigen. Sie ist nur über eine Obduktion nachweisbar. 

 

Bekämpfungsmöglichkeiten

Es ist dringend notwendig gegen die Ausbreitung dieser Pflanze vorzugehen. Die beste Möglichkeit der Bekämpfung ist die regelmässige Kontrolle der Weiden und das sofortige Auszustechen. Blühende Pflanzen unbedingt verbrennen oder in einem dicken Plastiksack entsorgen. Können Samen entweichen, bleiben sie bis 20 Jahre keimfähig. Ein kleines Wurzelstück von 1 cm Länge reicht aus, dass die Pflanze erneut austreibt. Das Kreuzkraut sollte mitHandschuhen angefasst werden, die Giftstoffe könnten über die Haut in den Körper gelangen.

Das Mähen vom Jakobs-Kreuzkraut auf Wiesen, auf denen Pferde stehen, ist der falsche Weg die Pflanzen einzudämmen, denn durch das Mähen treiben sie wieder junge Triebe aus, die für 6 - 7 Wochen noch keine Bitterstoffe, gleichwohl aber Giftstoffe enthalten und somit von Pferden gefressen werden können.

Tipps aus der Praxis

  • Eine intakte Grasnarbe ist der beste Schutz gegen die Ausbreitung des Jakobskreuzkrauts.
  • Das invasive Jakobskreuzkraut muss mit Handschuhen ausgerissen und im Kehricht entsorgt werden.

 

 

Das Wichtigste in Kürze

  • Jakobskreuzkraut behält im Heu seine Giftigkeit.
  • In der Leber reichert sich das Gift an.
  • Ein Vorkommen im Raufutter ist zwingend zu vermeiden.

 

 

Quellen

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