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Die Sorte u00abBodeliu00bb zeigt heuer sehr deutliche DTR-Blattdu00fcrre. Foto: Strickhof>

Pflanzenbau News Strickhof vom 12. Mai 2026

Themen dieser Woche: Mais: Schnecken & Krähen; Unkrautbekämpfung ¦ Weizen: Krankheiten; Korrekturbehandlung gegen Klebern und/oder Disteln ¦ Düngung: Gülle nach dem ersten Schnitt gezielt einsetzen ¦ Flurgang Uitikon am Mittwoch, 13.5.202

Mais

Schnecken & Krähen

Was die Maisbestände jetzt für einen Wachstumsschub nutzen, lockt leider auch die Schnecken aus ihren Verstecken. Da sich der Mais aktuell im kritischen 2- bis 4-Blatt-Stadium befindet, ist eine engmaschige Überwachung eines Schneckenbefalls unerlässlich. Nutzen Sie jetzt gezielt Köderstellen, um den Schneckenbefall zu kontrollieren und bei Bedarf rechtzeitig einzugreifen.

Mais Schädlinge
Schneckenfrass an jungem Maisblatt. Frisch geschlüpfte Schnecklein sind sehr klein, hinterlassen aber immer eine Schleimspur neben den Frassstellen auf dem Blatt. Foto: Strickhof

Bei Flächen, auf denen der Mais erst gesät wurde, steht die Abwehr von Krähen im Vordergrund. Hier ist Abwechslung der Schlüssel zum Erfolg: Damit kein Gewöhnungseffekt eintritt, sollten Sie die verschiedenen Massnahmen – wie beispielsweise ausgesteckte Düngersäcke, Flugdrachen oder akustische Geräte – alle drei bis vier Tage variieren.

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Krähen gewöhnen sich schnell an optische Reize – diese müssen daher alterniert werden. Foto: Strickhof

 

Unkrautbekämpfung

Auch beim Herbizideinsatz kommt die aktuelle Feuchtigkeit wie gerufen: Dank der Feuchtigkeit können Bodenherbizide nun wieder ausreichend tief eindringen, um die Keimung der Unkräuter zu unterbinden. In Kombination mit einem Sulfonylharnstoff sollte diese Behandlung spätestens bis zum 6-Blatt-Stadium des Maises abgeschlossen sein. Anwendungen im frühen 3-Blatt-Stadium sind jedoch verträglicher. 

Falls es sich bei der Vorkultur jedoch um Conviso-Rüben handelt, empfiehlt sich eine Sulfonylharnstoff-freie Strategie, bei der die Resistenzgruppe 2 («B-Mittel») konsequent vermieden wird. Stattdessen bieten sich beispielsweise Mischungen wie Spectrum und Stomp und Kombinationen mit Callisto und Banvel 4S an. Die detaillierten Mais-Herbizidstrategien sind im Mittelheft ab Seite 75 aufgeführt.

Strickhof Video Pflanzenschutz
https://www.youtube.com/shorts/mIyFWGEGUpo

Strickhof-Video: Aktuelles im Mais mit Corinne Kressibucher

 

 

Weizen

Krankheiten

Der Weizen schiebt das Fahnenblatt, die Kontrollperiode für Septoria-Arten steht an. Die Infektionsbedingungen der letzten Wochen waren für die Septoria zu trocken und der Befallsdruck präsentiert sich aktuell sehr überschaubar. Mit den prognostizierten Regenschauern wird aber Infektionsmaterial auf höhere Blattetagen geschleudert. Die Bekämpfungsschwelle ist erreicht, wenn bei der Kontrolle des 4. untersten Blattes 20% befallen sind. Kontrolliert werden die 4. untersten Blätter an 100 Halmen.

Aber wieso finden sich trotzdem schon viele Blattflecken in einigen Beständen? Wir beobachten in diesem Jahr einerseits physiologischen Stress und andererseits einen starken Druck von DTR-Blattdürre. Die starken Winde verbreiteten die Pilzsporen und für die Entwicklung dieser Krankheit genügt morgendlicher Tau auf den Weizenblättern. In unserem Sortenversuch zeigt sich nach einem ersten Augenschein die Sorte Bodeli besonders anfällig, aber auch Montalbano zeigt viele Dürrflecken. Für die Ermittlung der Bekämpfungsschwelle werden Septoria und DTR zusammengezählt.

Auch Weizen kann durch Sprenkelnekrosen befallen werden. Diese nicht-parasitären Blattflecken weisen keine schwarzen Fruchtkörper in der Mitte des Flecks auf. Gegen diese können vorbeugend Fungizide mit Effekt gegen Sprenkelnekrosen (wie Amistar Max, Proline, Ascra Xpro etc.) eingesetzt werden. Die Sprenkelnekrosen werden durch unterschiedliche Stressfaktoren wie Temperaturschwankungen und hohe Strahlung verursacht.

Weizen Krankheiten
Die Sorte «Bodeli» zeigt heuer sehr deutliche DTR-Blattdürre. Foto: Strickhof
Weizen Krankheiten
Charakteristisch für DTR-Blattdürre an Weizen sind die hellbraunen Nekrosen mit einem dunklen Punkt im Zentrum. Foto: Strickhof

 

 

Korrekturbehandlung gegen Klebern und/oder Disteln

Insbesondere in herbstbehandelten Getreidebeständen können Klebern oder auch Disteln im Frühling noch aufwachsen. Bis ins Stadium 39 (Fahnenblatt voll entwickelt) wären Korrekturbehandlungen gegen Klebern möglich mit beispielsweise Globus, Flurostar 180 oder Starane XL/Cleave. Hoestar ist sogar bis DC 49 (Grannenspitzen) möglich. Gegen Klebern und Disteln ist bis DC 39 Ariane C bewilligt. Alle Klebern-Spezialmitteln sind im Mittelheft auf der Seite 52 zu finden.

 

Düngung

Gülle nach dem ersten Schnitt gezielt einsetzen

Nach dem ersten Schnitt ist eine moderate Düngung im Grünland angesagt. Durch die Erträge des ersten Aufwuchses wurden grosse Mengen an Nährstoffen vom Feld abgeführt und das Gras benötigt frische Nährstoffe, damit die Qualität in den folgenden Aufwüchsen stimmt. Damit die Nährstoffe möglichst effizient genutzt werden und die Futterqualität nicht leidet, sollten jedoch einige Punkte beachtet werden.

Besonders wichtig sind passende Witterungs- und Bodenbedingungen. Optimal ist eine Ausbringung bei kühlen Temperaturen, möglichst bedecktem Himmel und wenig Wind. Solche Bedingungen reduzieren Ammoniakverluste deutlich. Auch der Boden muss aufnahmefähig sein. Staunasse Böden erhöhen das Risiko von Verdichtungen und Oberflächenabfluss, während ausgetrocknete Böden die Infiltration der Gülle erschweren können. Idealerweise folgt innerhalb der nächsten Stunden leichter Regen von etwa fünf bis zehn Millimetern. Dieser hilft, die Nährstoffe in den Boden einzuwaschen und reduziert die Ammoniakverluste nochmals drastisch, ohne dass es zu Abschwemmungen kommt.

Ein aus der Praxis oft gehörter Nachteil der bodennahen Ausbringung sind «Güllewürste», die mit dem Gras aufwachsen können und das Futter verschmutzen. Diese lassen sich mit den richtigen Strategien jedoch meist vermeiden.

Düngung Gülle Schleppschlauch
Separierte Gülle auf Grünland. Foto: Strickhof

 

Dabei ist es oft sinnvoll, nicht unmittelbar nach dem Schnitt zu düngen. Wird gewartet, bis das Gras wieder etwas in die Höhe gewachsen ist, kann insbesondere der Schleppschuh seine Vorteile ausspielen. Der Schuh drückt den Pflanzenbestand leicht auseinander und legt die Gülle direkt auf den Boden ab. Dadurch gelangt weniger Gülle auf die Blattoberflächen, was die Gefahr von Futterverschmutzungen reduziert. Damit eröffnet die bodennahe Ausbringung deutlich grössere Ausbringfenster und die Gülle kann bei optimalen Bedingungen ausgebracht werden. Gerade bei intensiv genutztem Grünland mit hohen Anforderungen an die Futterqualität kann dies ein deutlicher Vorteil sein.

Ein weiterer Faktor ist der Trockensubstanzgehalt der Gülle. Dünnflüssige Gülle infiltriert deutlich besser in die Grasnarbe und den Boden als dicke, strohreiche Gülle. Dadurch bleiben weniger Rückstände an den Pflanzen haften und die Gefahr von Futterverschmutzungen sinkt zusätzlich. Gleichzeitig kann dünne Gülle rascher in den Boden eindringen, wodurch Ammoniakverluste reduziert und die Stickstoffwirkung verbessert werden. Eine Homogenisierung der Gülle vor dem Ausbringen ist deswegen unerlässlich und eine Verdünnung mit Wasser kann sehr sinnvoll sein. Besonders bei etwas wärmeren Bedingungen oder auf dichten Pflanzenbeständen zeigt sich häufig der Vorteil verdünnter Gülle. 

Grundsätzlich ist auch die Separierung der Gülle und die Ausbringung der Dünnphase auf dem Grünland sinnvoll. Allerdings gilt es zu beachten, dass dabei auch noch die feste Phase anfällt, die sinnvoll verwertet werden muss. Falsch gelagert bietet diese nämlich ein hohes Ausgasungspotenzial an Ammoniak.

Aber am Ende zählt das Zusammenspiel aller Faktoren. Wer den richtigen Zeitpunkt wählt, auf geeignete Bedingungen achtet und die Gülle möglichst bodennah sowie dünnflüssig ausbringt, kann seine Nährstoffeffizienz verbessern und gleichzeitig die Futterqualität im Grünland sichern.

Düngung Gülle Schleppschlauch
Schleppschuh im höheren Grasbestand. Optimale Ablage auf dem Boden, ohne das Futter zu verschmutzen. Foto: Strickhof

 

Strickhof Flurgang Uitikon am Mittwoch, 13.5.2026

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