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Die Rübensaison ist in vollem Gange

Das mehrheitlich trockene Wetter wurde vielerorts bereits für eine zeitige Saatbettbereitung und Aussaat der Kultur genutzt. Die nun herrschende Kältephase verzögert jedoch die weitere Entwicklung. (Publikation Zürcher-Bauer 27.3.2026)

Saat

Bei der Saat von Zuckerrüben sind einige Punkte zu beachten. Die Saattiefe sollte zwischen 2-3 cm betragen. Bei trockenen Bedingungen wird tendenziell tiefer gesät. Bei feuchten Bodenverhältnissen kann die Saat wiederum etwas höher erfolgen. Unter konventionellen Anbauverhältnissen ist die Saatstärke so zu wählen, dass 100'000 bis 110'000 Körner pro Hektare ausgesät werden. Diese Aussaatstärke führt am ehesten zu einer optimalen Bestandesdichte von 80'000 bis 95'000 Rübenpflanzen pro Hektare. Das Saatbett sollte gut abgesetzt sein. Ein «Versinken» im geeggten Saatbett zeugt von einer zu tiefen Eggenarbeit. Dem Saatgut fehlt in diesen Fällen oftmals der Boden- und Kapillaranschluss, was bei künftigen allfälligen Trockenphasen ein Nachspiel haben könnte.

Die Saatarbeiten gingen in den letzten Tagen schnell voran. Manch einer wollte die Rüben noch vor dem Kälteeinbruch gesät haben. Frisch gesäte Rüben sind in der Regel weniger frostempfindlich. Sobald das Saatgut quellt und keimt, steigt jedoch die Frostanfälligkeit. Die Frostempfindlichkeit nimmt zudem bei feuchten Bodenbedingungen zu. Die momentan bereits warmen Bodentemperaturen werden jedoch die Frostgefahr etwas abdämpfen. Frühsaaten, welche bereits vor zwei Wochen ausgesät wurden und allmählich auflaufen, sollten jedoch einige Tage nach dem Frostereignis bei schöner Witterung besucht und auf allfällige Frostschäden untersucht werden. Allfällige Frostschäden sind nach ein paar Tagen anhand von schwarz-welkenden Keimblättern und einem schwarzen Vegetationspunkt der Keimlinge zu erkennen.

Zuckerrüben Saat
Bildlegende: Die Rüben wurden vielerorts noch vor dem Wetterumbruch gesät Foto: Matthias Lüscher, SFZ

 

Unkrautbekämpfung

Bei den früh gesäten Klassikrüben ist bereits die Setzung der ersten Herbizidapplikation ein Thema. Diese sollte bei Klassikrüben vorgenommen werden, sobald die ersten Unkräuter aufgelaufen sind. Das Rübenstadium spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Zusätze wie Dimethenamid, Quinmerac und Lenacil sind bei frostigen Bedingungen äusserst heikel. Generell sollte für eine Herbizidapplikation wieder etwas wärmere Bedingungen abgewartet werden, da jegliche zusätzliche Stresseinwirkung der Witterung Pflanzenschutzmittelschäden an der Kultur fördern. Bei frühgesäten Smart Rüben sollte mit der ersten Unkrautbehandlung zugewartet werden, bis sich der Weisse Gänsefuss im 2-4-Blattstadium befindet. Bei akutem Vorkommen von Ehrenpreis empfiehlt es sich Quinmerac + Dimethenamid-Produkte zum Conviso One Pflanzenschutzmittel zuzumischen.

Rückrufaktion Phenmedipham

Alle Solo-Herbizide, welche Phenmedipham mit der Formulierung «EC» beinhalteten, wurden mit sofortiger Wirkung vom Markt zurückgerufen. Grund dafür ist der Nachweis eines unbewilligten Beistoffes im Pflanzenschutzmittel. Es gibt keine Aufbrauchfrist für die betroffenen Produkte. Die Lagerbestände dieses Produkts müssen an die Lieferanten zurückgegeben werden. Die Lieferanten werden diese entweder entschädigen oder durch Ersatzprodukte ohne Beistoff zur Verfügung stellen.

Betroffen sind:

•           W-6938           Betasana EC, UPL Switzerland

•           W-6938-1        Beetup 160 EC, Stähler

•           W-6938-2        Betam LG, Leu und Gygax

•           W-6938-3        Phenmedipham EC, Schneiter

•           W-6938-4        Mentor Uno, Omya

Schneckenkontrolle

Die feuchten Bedingungen fördern das Vorkommen von Schnecken in den Rübenparzellen. Zur Kontrolle eines allfälligen Schneckenbefalls müssen Köderflächen angelegt werden. Hierbei sollten Metalldehyd-Schneckenkörner auf der Köderfläche gestreut werden und mit einem Beschattungsgegenstand (bspw. Karton/Sack) abgedeckt werden. Metalldehyd schädigt die Schleimzellen. Dies führt zu einer starken Schleimabsonderung, was zum Eintrocknen der Schnecken führt. Sind in den Folgetagen Schleimspuren oder tote Schnecken unter dem Kartonsack zu erkennen, so sollten Schneckenkörner über die gesamte Fläche gestreut werden. Eisen-III-Phosphat-Schneckenkörner eignen sich für diese Kontrolle nicht. Es dürfen maximal 700g des Wirkstoffes Metalldehyd pro Hektare und Jahr gestreut werden. Zudem müssen zwischen zwei Behandlungen mindestens 14 Tage liegen.

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