Wertvolle Schweinegülle und Tipps gegen Hitzestress
Der Strickhof Schweine-Tag von Mitte Januar - organisiert von Susanne Meese, Bereichsleiterin Tierhaltung und Milchwirtschaft – bot mit aktuellen Herausforderungen zu Markt, Seuchen, Hitzestress und dem Einblick in zwei Praxisbetriebe einen interessanten Themenmix. Auch der Austausch und die Vernetzung mit Berufskolleginnen und Berufskollegen hat wie immer an solchen Veranstaltungen ein wichtiger Stellenwert.
News aus der Branche
Den Anfang machte Suisseporcs-Präsident Andreas Bernhard mit einem Bild der aktuellen Marktlage. Die Tatsache, dass es von der Besamung bis zum Schlachthof rund zehn Monate dauert, «macht den Markt träge». Er strebt eine marktgerechte Produktion an und wünscht sich, dass diejenigen, die aus der Produktion aussteigen möchten, unterstützt werden. Weiter ist der Branchenverband mit dem ökologischen Fussabdruck der Schweinehaltung beschäftigt. Hier will der Verband der Öffentlichkeit aufzeigen, dass Schweine wertvollen Hofdünger für die Pflanzenproduktion hergeben und nebenbei Nebenprodukt verwerten. Von dieser Kreislaufwirtschaft könne die ganze Branche profitieren.
Aus der Forschung der Suisag
Henning Luther, Leiter Zuchtprogramme bei der Suisag, informierte über deren Forschungsprojekte. Unter die Lupe nahm er den Eberaufzucht-Stall, seit 2006 im Einsatz und züchterisch, finanziell und sanitarisch eine Erfolgsgeschichte. Luther stellte ein Forschungsprojekt vor, das mithilfe von KI das Verhalten der Schweine in Gruppen erfasst. Ziel ist es, aggressives Verhalten der Tiere zu eruieren, wie beispielsweise Schwanz- und Ohrbeissen und zu prüfen, ob das Verhalten als Züchtungsmerkmal aufgenommen werden kann.
Einblick in die Praxis
Nun folgte der Praxisteil. Kurt Güttinger aus Hauptwil TG und Claudia Wartmann aus Amlikon-Bissegg TG boten einen interessanten Einblick in ihre landwirtschaftlichen Betriebe mit Schweinezucht und Schweinemast. Während Güttingers nebst der Schweinehaltung auch noch Beeren und Äpfel anbauen, betreiben Wartmanns auf ihrem Betrieb eine Tilsiterkäserei und eine Biogasanlage.
Hitzestress entgegenwirken
Rahel Röskens von der Agroscope zeigte, wie stark Schweine unter Hitzestress leiden, da sie kaum schwitzen können. Das beeinträchtigt sowohl ihre Fruchtbarkeit als auch ihre Leistung. Nicht isolierte Fenster und Türen, auch wenn sie geschlossen sind, können zu beachtlichen Wärmequellen werden. Weitverbreitet sind Kühlpads, die sich auch nachträglich an Stallwände montieren lassen. Als einfachen Tipp empfahl Rahel Röskens, Fensterscheiben mit Kalk zu bestreichen, um die Hitze zu dämpfen, während dennoch genügend Licht in den Stall fällt.
Des Weiteren informierte Tierarzt Rolf Figi von der Schweinepraxis Schaller und Figi (Grosswangen LU) über wichtige Krankheiten bei Schweinen wie beispielsweise Strahlenpilz und wie sie behandelt werden können. Thomas Kempf von der Suisseporcs setzte einen stimmigen Schlusspunkt mit Meilensteinen in der Schweineproduktion vom 19. Jahrhundert bis in die heutige Zeit.
Ursina Berger, Strickhof