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Auf dem Bildschirm sind die vier Podiumsgu00e4ste zu sehen.>

Verhalten der Konsumenten ist entscheidend

Einmal mehr hat die Höhere Fachschule für Agrotechnik eine Podiumsdiskussion veranstaltet. Sie stiess auf grosses Interesse und nahm die Konsumenten in die Pflicht.

Martin Kneubühler, Matthias Iten und Lukas Mathys, drei angehende Agro-Techniker HF, haben letzte Woche zu einer Podiumsdiskussion zur Massentierhaltungs-Initiative eingeladen. «Das Thema betrifft nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die vor- und nachgelagerten Branchen», begründete Martin Kneubühler die Wahl ihrer Projektarbeit im dritten Semester der Weiterbildung. Die Diskussion wurde über Zoom online durchgeführt und von René Bortolani, ehemaliger Chefredaktor von «Annabelle» und der «Schweizer Illustrierten», kompetent moderiert. Die vier Podiumsteilnehmer waren: Mike Egger (Nationalrat SVP), Stefan Flückiger (Schweizer Tierschutz), Markus Ritter (Präsident Schweizer Bauernverband) und Meret Schneider (Mitinitiantin; Nationalrätin Grüne). Es entstand eine spannende, respektvolle und konstruktive Diskussion zwischen den beiden Gegnern und den beiden Befürwortern der Initiative. Während der Diskussion konnten die knapp 300 Zuschauerinnen und Zuschauer Fragen über den Chat stellen, die zwischendurch von den Podiumsteilnehmern beantwortet wurden.

Pro-Argumente

Von den Initianten wird vor allem die «intensive» Hühner- und Schweinehaltung in der Schweiz an den Pranger gestellt. Dabei waren sich die vier Podiumsteilnehmer weitgehend einig, dass es in der Schweiz aufgrund der gesetzlichen Höchstbestände keine Massentierhaltung analog dem Ausland gibt. Es sei aber eben weniger die Tieranzahl, sondern vielmehr die Haltungsform, die nicht tiergerecht sei, erklärte Stefan Flückiger. Meret Schneider bezeichnet die «intensive» Tierhaltung nicht nur aus Gründen des Tierwohls bedenklich, sondern auch aus Ressourcengründen: «Unser Planet ist endlich, so kann es nicht weitergehen». Es könne nicht sein, dass Tiere mit Kraftfutter aus dem Ausland zu Hochleistungsmaschinen angetrieben werden.

Kontra-Argumente

Für Markus Ritter ist die Initiative unnötig und er bezweifelt, dass alle Konsumenten bereit sind, für die Bio-Suisse-Standards in der Tierhaltung einen Beitrag in Form von teureren Lebensmitteln zu bezahlen. Wenn nicht, führe das zu mehr Importen. Dass die Initiative auch bei den Importen Schweizer Standards verlangt, lobte Ritter. Jedoch stellt er die Durchsetzung solcher Standards im Ausland in Frage: «Wir haben Angst, dass diese zum Beispiel WTO-widrig sein könnten.» Mike Egger sieht bei den importierten Produkten nach Schweizer Standards ein zusätzliches Problem: So würde es sich beim Produkt aus der Schweiz und beim importierten Produkt um zwei identische Produkte handeln, wobei aber das Importprodukt wesentlich günstiger sein wird.

Foodwaste reduzieren

Es herrschte weitgehend Konsens darüber, dass in jedem Fall das Verhalten der Konsumenten entscheidend sein wird, in welche Richtung die Tierhaltung in der Schweiz in Zukunft gehen wird. Ebenso, dass die Lebensmittelverschwendung, die vor allem in den Schweizer Haushalten anfällt, beträchtlich reduziert werden muss. So wäre die Schweiz grundsätzlich auf weniger Importe angewiesen.

Text: Ursina Berger