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Direktbegrünung zur Aufwertung von extensiven Wiesen

Artenreiche Blumenwiesen sind ökologisch besonders wertvoll. Damit eine Wiesenaufwertung durch eine Neuanlage gelingt, gilt es einige wichtige Punkte zu beachten. Dafür wird eine erfolgreiche Neuanlage mit QII Beiträgen belohnt. In einem kantonalen Förderprogramm wird diese Methode finanziell und mit kostenloser Beratung unterstützt.

Die Aufwertung der bestehenden extensiv genutzten Wiesen zur QII-Qualität hilft nicht nur der Biodiversität, sondern hat auch finanzielle Vorteile. Damit sich die Arbeit lohnt, muss die Wiese nach der Aufwertung QII-Qualität erreichen. So erhöht sich der Beitrag der Fläche um 1'920.-/ha/Jahr (TZ). Eine gute Alternative zum Saatgut aus dem Handel bietet die Aufwertung mittels Direktbegrünung. 

 

Bei der Direktbegrünung, auch Schnittgutübertragung genannt, wird die bestehende artenarme Wiese im Herbst oder im zeitigen Frühjahr umgebrochen und ein gängiges, sauberes Saatbett vorbereitet. Danach wird zum richtigen Zeitpunkt die sogenannte Spenderwiese, eine artenreiche Blumenwiese in der Umgebung, geschnitten und dieses Schnittgut auf der Ansaatfläche verteilt. Das verteilte Schnittgut bleibt anschliessend auf der Ansaatfläche liegen und bildet eine schützende Mulchschicht. Die Samen im Schnittgut reifen nach und fallen auf der Empfängerfläche aus. Grundlage zum Erfolg ist die Spenderwiese, die speziell für die Ansaatfläche ausgesucht werden muss. Entscheidend ist hierbei auch der Schnittzeitpunkt, damit möglichst viele Samen im Schnittgut bleiben und diese nicht vorgängig beim Mähen ausfallen. Auch aufgrund finanzieller Vorteile findet die Methode seit einigen Jahren Anklang in der Praxis und wird vermehrt umgesetzt.

 

Direktbegrünung bietet verschiedene Vorteile

Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass insbesondere die Mulchschicht das Saatgut und die Keimlinge im Sommer vor dem Austrocknen schützt und sich die Wiesen dadurch schneller etablieren. Durch die deckende Schicht sind die Flächen im Ansaatjahr tendenziell weniger verunkrautet und Säuberungsschnitte sind nicht immer nötig. Durch die Schnittgutübertragung kommen deutlich mehr Samen auf die Fläche, als wenn man Saatgut aus dem Sack säen würde. Durch den Schnittzeitpunkt kann gesteuert werden, welche Pflanzen vermehrt auf die Empfängerfläche übertragen werden. 

Die Methode eignet sich auch um mit eigener Mechanisierung kostengünstige Aufwertungen der extensiven Wiesen durchzuführen. Bestenfalls sind bereits artenreiche, geeignete Flächen auf dem eigenen Betrieb vorhanden, die auf neue Standorte übertragen werden können. Eine Spenderwiese ist dann geeignet, wenn sie mindestens 10 Zeigerpflanzen für QII enthält, einen ähnlichen Standort aufweist und in der Vergangenheit nie mit Saatgut aufgewertet wurde. Finden sich keine geeigneten Spenderflächen auf dem eigenen Betrieb, hilft die landwirtschaftliche Beratung am Strickhof bei der Suche nach geeigneten Flächen. In den vergangenen Jahren wurde dazu eine Spenderflächen-Kartei aufgebaut, um Spenderflächen zu vermitteln. Wenn trotzdem keine Spenderfläche passend ist, kann nach Absprache auf lokales Saatgut aus dem Samenhandel zurückgegriffen werden.

 

Im Jahr 2023 wurde ein Praxisvideo erstellt, dass die Methode der Direktbegrünung genauer vorstellt. Auch enthalten sind Erfahrungen von Landwirten, die bereits eine Schnittgutübertragung durchgeführt haben. Hier geht's zum Video: Video Direktbegrünung

 

Weitere Infos zum Verfahren und dem kantonalen Förderprogramm finden Sie im hier: Merkblatt Direktbegrünung

Interessierte melden sich jeweils bis Ende Jahr bei der Biodiversitätsberatung am Strickhof

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