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Kuh in der Abkalbebox im Stall>

Rindvieh aktuell 4/2020

Diese Rindvieh aktuell 4/2020 beschäftigt sich mit den Themen Kriechströme im Stall und Silieren des ersten Schnittes im Jahr 2020.

Das Frühjahr, und bei den aktuellen Temperaturen auch schon fast der Sommer, hat uns fest im Griff. Mancher Landwirt hat den Winter dafür genutzt Umbauten oder Renovierungsarbeiten im Stall zu planen und nun folgt die Umsetzung. 

Die Freude über verbesserte Bereiche im Stall ist oft gross, kann aber von kurzer Dauer sein, denn Kriechströme können bei Neu-, wie auch bei Umbauten zu Problemen führen. Vielleicht wurde beim Umbau ein Blitzableiter gekappt oder ein Kabel der Elektroinstallation ist nicht mehr gleich fest angezogen und dies reicht bereits für das Auftreten von Kriechstrom im Stall. Tiere reagieren viel empfindlicher auf elektrische und elektronische Belastungen als wir. Wichtig ist, die Signale zu erkennen und entsprechend zu reagieren. 

Umgangssprachlich werden Kriechströme, Fehlerströme und Fehlströme im gleichen Kontext verwendet, haben aber etwas unterschiedliche Bedeutungen. 

Die Signale erkennen und reagieren

Erhöhte Zellzahlen, akute Euterentzündungen, Milchrückgang, aber auch häufiges Koten und Harnen im Melkstand oder Melkroboter können Anzeichen für Kriechströme im Tierbereich sein. Es gibt aber auch weniger typische Anzeichen: z.B., dass die Kühe alle lieber an der Tränke im Auslauf Wasser aufnehmen als im Stall oder immer wieder einen Bereich im Stall meiden. 

Nehmen Sie in diesem Fall mit einer Firma, welche Kriechströme messen kann, Kontakt auf und gehen Sie das Problem an. Das Team Tierhaltung vom Strickhof und die Milchwirtschaftliche Beratung Plantahof - Strickhof können Ihnen hierbei auch gerne behilflich sein.

Mögliche Massnahmen beim Bau

Eine Massnahme, um Kriechströmen vorzubeugen, ist der Einsatz von Faserbeton bei Um- oder Neubauten. Von vielen Fachleuten wird der Kunstfaserbeton empfohlen. Für die Produktion von Kunstfaserbeton, werden dem Beton bei der Herstellung Kunststofffasern zugegeben. Diese verändern die Materialeigenschaften und führen dazu, dass unter anderem das Bruch- und Rissverhalten verbessert wird.

Der grosse Vorteil in der Milchviehhaltung ist, dass bei diesem Beton nur ein spärlicher Einsatz von Armierungseisen für die Statik nötig ist (Abbildung 1 und 2). Durch den geringeren Anteil an Eisen ist die Gefahr der Übertragung und Weiterleitung von Fehlerströmen kleiner. Herkömmlicher Stahlbeton hat die Eigenschaft, Schrittspannungen aufzubauen. Das bedeutet, dass das Eisen im Beton als Potenzialausgleich genutzt wird und sich somit Kriechströme entwickeln können. Besonders im Melkstand oder Roboter wird der Einsatz von Kunstfaserbeton empfohlen, da die Kriechströme in diesen Bereichen am meisten Probleme verursachen. Bei einem Um- oder Neubau ist es wichtig, die Kriechströme bereits im Vorfeld zu thematisieren und den Einsatz eines Faserbetons mindestens im Melkbereich in Betracht zu ziehen, um Kriechströmen vorzubeugen.

Zum richtigen Zeitpunkt Gras silieren

Zurzeit ist weit und breit kein Regen in Sicht. Soll jetzt der Grasbestand siliert werden? Was ist das Ziel dabei und welche Konsequenzen hat diese Entscheidung? Anbei wollen wir Ihnen einige Antworten dazu liefern. 

Aktuell sind viele Wiesen im Weidestadium, das heisst etwa Stadium 2 (Beginn Schossen). Der Rohfasergehalt liegt knapp unter 200 gr/kg Trockensubstanz (TS). Mengenmässig kann der mögliche Ertrag auf 10 -15 dt TS/ha geschätzt werden. 1 cm Aufwuchshöhe entspricht etwa 100 kg TS/ha, nach Abzug der Stoppelhöhe (Einstellung des Mähgerätes) von mind. 6 cm verbleiben etwa 10 bis 15 cm Grashöhe zur Ernte. Bei einer Verdichtung von 200 kg TS/m3 ergibt dies rund 5 – 7 Ballen je ha. Natürlich muss aber jede Wiese individuell beurteilt werden. Vereinzelte Bestände, welche hoch in den Winter gingen und an leichter Südlage liegen, können auch schon einen leicht höheren Ertrag erreichen. Silierregeln gelten immer, insbesondere der Anteil der Rohasche muss möglichst tief gehalten werden. Bei einem hohen Schnitt ist es möglich, dass die Ähren- resp. Rispenanlagen nicht abgeschnitten werden und die Gräser im zweiten Aufwuchs schieben. Dies bedeutet, dass die Gräser nicht Blattmasse bilden, sondern Halme.

Ein Einsilieren in den Fahrsilo oder Hochsilo ist nicht zu empfehlen. Die eingebrachte Menge dürfte zu gering sein, damit eine richtige Gärung erfolgen kann. Siliermittel (hier vor allem Säuren und Salze) sind unter solchen Bedingungen ein Muss. Es ist mit einer erhöhten Nitratkonzentration zu rechnen (Abbau von Eiweiss). Der pH-Wert sinkt zu wenig schnell oder überhaupt nicht auf das Niveau ab, bei dem die Milchsäurebakterien mit ihrer Arbeit beginnen können. Fehlgärungen und der Austritt von den orangen Nitrosegase sind die Folgen.

Fütterungstechnisch sind hohe Energie- und Proteingehalte im Futter grundsätzlich anstrebenswert. Jedoch ist eine ausreichende Struktur- und Faserversorgung bei sehr jungem Futter meistens nicht gegeben und muss gezielt ergänzt werden – um eine Übersäuerung des Pansens, sowie eine schlechte Abbaubarkeit der Nährstoffe zu verhindern.

Die Wirtschaftlichkeit ist ebenfalls ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Wenn die Erntekosten für Mähen und Schwaden, sowie das Pressen von Ballen auf diese Erntemenge gerechnet werden muss, so dürften die Kosten über 40 Franken je dt TS liegen. 

Aktuelles aus der Praxis

Es besteht aktuell die Möglichkeit die Proben für die monatliche Milchleistungsprüfung selbst zu fassen. Die benötigten Unterlagen und Probefläschchen erhalten Sie auf Anfrage von ihrem Zuchtverband.

 

Nächste Termine:

Aufgrund der Corona-Virus Gefahr werden derzeit am Strickhof keine Veranstaltungen durchgeführt. Unser Team steht Ihnen dennoch für Einzelberatungen jederzeit zur Verfügung.