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Die Su00e4ure im Siliergut greift den Betonboden an, so dass er nach einigen Jahren saniert  werden muss.>

Rindvieh aktuell 04/2021 1. Schnitt

Qualität oder Quantität? Qualität und Quantität! - Das wird beim ersten Schnitt gewünscht.

Dieses Jahr ist die Vegetation durch die Frostnächte im April deutlich später dran. Deshalb sind die allermeisten Mähwerke noch nicht zum Einsatz gekommen. Auch wurden auf diversen Betrieben die Futterlager, obwohl diese vor dem letzten Winter reichlich gefüllt waren, auf ein sehr knappes Niveau geleert. 

Der Futterbau ist komplex. Schnitt- und Düngerstrategie beeinflussen sowohl den Ertrag wie auch die Qualität in sehr entscheidender Weise. Das nicht beeinflussbare Wetter vom Frühling bis zum Herbst gilt es bestmöglich auszugleichen. Natürlich muss das geerntete Futter auch dem Anspruch der Milchviehherde entsprechen. 

Schnittstrategie 

Grundsätzlich gilt, dass eine Mehrschnittstrategie nicht auch zu einem höheren Ertrag führt. Wie in der Abbildung 1 ersichtlich, wurde bei einem Versuch auf Kunstwiesen mit sechs Schnitten bei reduzierter Düngung sogar weniger geerntet als mit vier Schnitten. Mit einer höheren Düngerintensität konnten gleichbleibende Erträge bei unterschiedlichen Schnitthäufigkeiten geerntet werden. 

Abbildung 1:Unterschiedliche Erträge und Gehalte in Abhängigegkeit der jeweiligen Jahresschnitte inkl. Düngung pro Schnitt. Quelle: Agroscope

Diese Versuche zeigen aber auch, dass mit einer intensiveren Schnitthäufigkeit die Inhaltsstoffe pro kg Trockensubstanz höher sind. Es gilt also abzuwägen, welche Ziele mit dem Gras erzielt werden wollen: sei dies ein möglichst hoher TS-Ertrag pro Fläche, möglichst viel Milch pro Fläche oder möglichst einen hohen Futtergehalt pro kg Trockensubstanz.

Durch die vermehrt auftretende Sommertrockenheit nimmt die Wichtigkeit der Qualität und Menge des 1. Schnittes weiter zu. Ebenfalls nimmt die Erntemenge im Herbst nach einer Sommertrockenheit durch die Kompensation eher zu.

Was benötigt meine Herde?

Während die Qualität von anderen Grundfuttermitteln wie Mais und Rübenschnitzel sehr ausgeglichen und vom Landwirt kaum beinflussbar ist (ausser mit der Schnitthöhe beim Mais), kann der übrige Futterbau sehr gut an die Ansprüche der Herde angepasst werden. Ziel ist ein schmackhaftes, sehr gerne gefressenes Futter mit angepassten Gehalten. Nicht jede Herde hat denselben Anspruch an die Gehaltszahlen im Grundfutter. Viele Betriebe haben in den letzten Jahren gute Erfahrungen mit Strukturkomponenten in der Mischung gemacht. Hier kann es sinnvoll sein, die Schnittstrategie vom Betrieb zu hinterfragen. Dazu müssen auch einmal Überlegungen zu den Mehrkosten eines zusätzlichen Schnittes gemacht werden. Im Futterbau gibt es nur ein Ziel: Möglichst eine hohe tierische Leistung aus dem Grundfutter, welches nachhaltig und kostengünstig produziert wurde. 

Mut zum Abwarten

Vor allem auf Naturwiesen sind zu kurze Schnittintervalle die Hauptursache von degenerierten Beständen. Schlechte Futterpflanzen wie gemeines Rispengras, Straussgras oder diverse Kräuter können beim jungen Schnitt noch ansehnliche Futterqualitäten liefern. Die Schmackhaftigkeit und ebenso die Ertragsleistung ist, unabhängig der Futterqualität, bei minderwertigen Futterpflanzen immer schlecht und werden nicht gerne gefressen. Darum muss die Schnittstrategie so gewählt werden, dass die guten Futterpflanzen sich selbst nachhaltig erhalten können und somit der Ertrag, wie auch die Qualität stimmt.