Projektwoche Grundbildung Lebensmitteltechnologie
8. Juli 2025
Die Mittagssonne brennt unermüdlich auf die Köpfe der rund 60 angehenden Lebensmitteltechnologinnen/-technologen EFZ, die sich an diesem schwülheissen Montag von der Bushaltestelle «Arcegno Chiesa» ins nahegelegene Campo Pestalozzi schleppen.
Die diesjährige Projektwoche des 2. Lehrjahres wird hitzig, schwitzig, schwül – und hie und da auch etwas kühl. Gewandert wird entsprechend nicht nur auf dem Grat des Monte Bré, sondern auch metaphorisch zwischen Überhitzung und schweissgebadetem Genuss. Es klettern nicht nur die Lernenden in der Halle, auf Aussichtspunkte und über steinige Passagen, sondern die Temperaturen unter dem Einfluss der Sonne. Und es fliesst nicht nur das Wasser aus den Trinkflaschen und der Schweiss aus den Poren, sondern es schüttet auch beinahe allabendlich in Strömen, wenn sich die Verdunstung des Tages in heftigen Gewittern den Weg zurück zum Boden sucht und dabei so manchen Hirschkäfer aus der Luft holt.
Die Projektpläne der einzelnen Gruppen zeigen sich ebenso vielfältig wie ähnlich. Die Vielfalt liegt in den Themen und Ausflügen: Nebst den angesprochenen sportlichen Betätigungen, besuchen die Lernenden kulturelle Einrichtungen, wie den Monte Verità; soziale Angebote, wie Tischlein Deck dich; Weingüter und Mühlen und natürlich die berühmten Brisago-Inseln. Ähnlich sind sich alle Projekte dahingehend, dass die Suche nach der Abkühlung und der Sprung ins kühle Nass, ein ständiger und auch stets erfüllter Wunsch ist. So finden sich Lernende über die grossen Seen und Flüsse des Tessins, aber auch kleinere Bäche verteilt zur Abkühlung. Der Radius reicht für einige von Airolo, über Lugano bis tief in den Süden, während andere in Gehdistanz um das Campo bleiben.
Am Ende des Tages finden doch alle wieder zusammen zum gemeinsamen Abendessen. Und während als Suplément die selbst gemachten Glacés geschleckt werden, machen die neusten Räubergeschichten, Erlebnisse und Abenteuer die Runde. Und so wie die Sonne und der Regen die Natur im Tessin explodieren lassen, so hoffen auch wir Lehrpersonen, regen die vielseitigen und für einmal sehr analogen Erlebnisse die Lernenden zum Wachstum an und sie kehren als etwas gereiftere Persönlichkeiten zurück in den Alltag.
Silvio Fuchs, Lehrperson ABU