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Physiologischer Ca-Mangel bei Freilandgemüse

Die Wetter- und Temperaturkapriolen der letzten Wochen setzen den Gemüsekulturen zu. Unter diesen Bedingungen ist ein physiologisch bedingter Ca-Mangel keine Seltenheit und kann zu qualitativen Einbussen an den Kulturen führen, obschon das Nährelement im Boden eigentlich genügend vorhanden ist.

Physiologische Schäden Gemüsebau

Physiologischer Ca-Mangel bei Freilandgemüse

Die Wetter- und Temperaturkapriolen der letzten Wochen setzen den Gemüsekulturen zu. Unter diesen Bedingungen ist ein physiologisch bedingter Ca-Mangel keine Seltenheit und kann zu qualitativen Einbussen an den Kulturen führen, obschon das Nährelement im Boden eigentlich genügend vorhanden ist. 

In der Pflanze erfüllt Calcium vor allem stabilisierende Funktionen in den Zellwänden.  Die Aufnahme geschieht als Ca2+ Kation an den Wurzelspitzen. Der Transport innerhalb der Pflanze geschieht ausschliesslich passiv über den Wasserstrom. Eine aktive Verlagerung innerhalb der Pflanze von älteren zu jüngeren Blättern findet dagegen nicht statt. Aufgrund dessen liegen die höchsten Calcium Gehalte in denjenigen Pflanzenorganen vor, an denen am intensivsten transpiriert wird. Das sind vor allem die älteren, voll entwickelten Blätter. In sich neu bildenden Blättern in den Pflanzenherzen mit dem grössten Ca-Bedarf (z.B. bei Salat oder Chinakohl) aber auch in Früchten von Tomaten kann dagegen der Nährstoff lokal ins Minimum gelangen. Bei Salatarten treten in der Folge die typischen Innenblattnekrosen auch «Innenbrand» genannt auf. Die Symptome führen oft zur Unverkäuflichkeit aufgrund von Qualitätsmängeln. Gerade schnell wachsende Bestände mit (zu) hoher N-Versorgung sind anfällig auf das Phänomen. Zudem begünstigen trocken-heisse Witterungsverhältnisse mit entsprechend hohen Transpirationsraten das Auftreten. Bei den Salaten bestehen zudem grosse Sortenunterschiede bezüglich des Auftretens. 

Knollensellerie mit Innenbrand
Knollensellerie mit Innenbrand

Ausgewogene Düngung und Wasserversorgung 

Eine direkte Bekämpfung durch Blattdüngerapplikationen gestalten sich schwierig, auch aufgrund der Gefahr von Phytotox bei den oft herrschenden hohen Temperaturen beim Auftreten von Innenbrand. Entscheidender ist es dagegen für eine ausgewogene und Nährstoff- und Wasserversorgung zu sorgen. Stossartige Mineralisierungsschübe sind zu vermeiden. Dabei ist auch der Umsatz der Ernterückstände und die Bodenverhältnisse zu berücksichtigen. Geringe aber regelmässige Bewässerungsgaben in den Morgenstunden in Hitzeperioden sorgen für eine kontinuierliche Wasserversorgung und zudem für eine gewisse Pflanzengewebeabkühlung. Weil die Calciumaufnahme zudem auf eine ständige Wurzelneubildung angewiesen ist, ist auf eine gute Bodenstruktur ohne Verdichtungshorizonte zu achten. Unter regnerischen Bedingungen gepflanzte Kulturen mit «verschmiertem» Wurzelraum sind in der Wurzelbildung eingeschränkt und dadurch besonders anfällig. Zu guter Letzt beginnt die Bekämpfung natürlich schon bei der Sortenwahl. Zumindest im Salatbereich bestehen gute Versuchsreihen bezüglich der Anfälligkeit auf Innenbrand.

Innenblattnekrosen an Endiviensalat (Kranzfäule) infolge Calcium-Mangel
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