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Paritätserträge 2022

Wie viel Ertrag ist nötig, um 70 dt/ha im ÖLN produzierten Weizen der Klasse 1 finanziell zu egalisieren? Bei den Getreidekulturen sind die Paritäten vergleichbar zum Vorjahr. Die Sonnenblumen haben an Attraktivität zugelegt. Die Parität von Zuckerrüben und Kartoffeln verdeutlichen, dass beides nach wie vor für den Anbau sehr interessante Kulturen sind.
Grafik Paritätserträge 2022
Abbildung 1: Paritätserträge 2022 im Ackerbau in dt/ha

Wie viel Ertrag ist nötig, um 70 dt/ha im ÖLN produzierten Weizen der Klasse 1 finanziell zu egalisieren? Als Basis dienen die Deckungsbeiträge 2022 inklusive den aktuellen Beiträgen 2023 des Bundes. Beim "Extenso"-Beitrag des Bundes ab 2023 muss beachtet werden, dass neu die gesamte Betriebsfläche einer Kultur Extenso geführt sein muss. Für Getreide wurden die Ernterichtpreise 2022 (14.09.2022) und die aktuellen Beiträge des IPS-Labels verwendet. Die Richtpreise beim Getreide wurden aufgrund der deutlich gestiegenen Produktionskosten gegenüber 2021 erhöht. Beim Futtergetreide sind es 3.- Fr. pro Dezitonne und beim Brotgetreide zwischen 4- 6.50 Fr./dt. Die Parität der Ölsaaten wurde mit den Durchschnittspreisen der Ernte 2022 gemäss swiss granum berechnet. Die Kosten wurden für alle Kulturen dem Agridea-Deckungsbeitrags- Katalog 2022 entnommen. 

Bei den Getreidekulturen sind die Paritäten vergleichbar zum Vorjahr. In der Tendenz liegen sie 1-3 dt/ha höher als noch 2021. Dies ist teilweise auf die gestiegenen Kosten für Produktionsmittel zurückzuführen. Die höheren Treibstoffkosten sind in den Deckungsbeiträgen kaum berücksichtigt. Beim Extensoanbau von Raps braucht es im Vergleich zum Vorjahr 5 dt/ha weniger Ertrag für die gleiche Parität. Dies ist auf den höheren "Extenso"-Beitrag von Fr. 800.- ab nächstem Jahr sowie den gestiegenen Preis zurückzuführen. 

Die Sonnenblumen haben an Attraktivität zugelegt. Die Weltmarktsituation sowie die erhöhten Verarbeitungskapazitäten der Ölwerke führen zu einer grösseren Nachfrage. Der Preis ist im Vergleich zu 2021 massiv angestiegen. 

Kann Körnermais trocken gedroschen werden, liegt der effektive Paritätsertrag bei dieser Kultur wohl etwas tiefer als berechnet. 

Die Parität von Zuckerrüben und Kartoffeln verdeutlichen, dass beides nach wie vor für den Anbau sehr interessante Kulturen sind. Die Ertragsparität liegt bei beiden nur etwa halb so hoch wie der realistisch mögliche Ertrag. 

Bei der Buntbrache wurden die Kosten auf 4 Jahre verteilt, zudem wurden die Vernetzungsbeiträge von 1'000.- Fr. einberechnet. Mit diesen Angaben müssen 61 Aren Buntbrache angesät werden, um gleich viel zu verdienen wie mit 70 dt/ha Brotweizen der Klasse 1 im normal intensiven Anbau. Eine Buntbache wird mit dem Ziel 8 Jahre angelegt. Wird mit 8 Standjahren gerechnet, können die Saatgut- und Anlagekosten auf 8 Jahre verteilt werden. Dann sind nur noch 56 Aren für die Parität nötig. Dabei wird angenommen, dass der Aufwand für die Pflege der Brache über die Jahre konstant bleibt. 

Autorin: Barbara Graf, Wallierhof (SO), in Zusammenarbeit mit dem Forum Ackerbau.

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