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Fru00fche Marssonina- Symptome. Foto: Strickhof>

Obst-Info Zürich 16/2025

Themen vom 28. Mai sind: Wetter und Phänologie ¦ Kernobst: Schorf; Mehltau und Marssonina; Kulturen jetzt auf Feuerbrand-Symptome überprüfen; Wickler-Bekämpfung jetzt einplanen ¦ Steinobst: Kirschenfliege (Zusätzlich Obst-Info Zürich 15/2025 vom 23. Mai)

Wetter und Phänologie

Ab Freitag erwartet uns sonniges Wetter mit deutlich ansteigenden Temperaturen und einhergehendem Risiko für einige Schauer oder Gewitter. Ab Anfang Woche soll es dann wieder eher kühler und unbeständig werden. Freitag oder Samstag bieten sich deshalb für allfällig notwendige Pflanzenschutzmassnahmen an. 

Phänologie: Viele Apfelsorten haben das T-Stadium (BBCH 74) erreicht bzw. bereits überschritten und das Fruchtwachstum schreitet jetzt rasch voran. Der Junifruchtfall hat bei den meisten Sorten noch nicht eingesetzt, weshalb mit Beginn der Handausdünnung noch etwas zugewartet werden kann.

Auch bei Zwetschgen und Kirschen schreitet das Fruchtwachstum zügig voran, Kirschen sind zum Teil noch im Rötelfruchtfall, teilweise fällt dieser heuer stark aus. Frühe Kirschensorten sind im Farbumschlag oder bereits in der Rotfärbung.

 

Kernobst Krankheiten

Schorf: Die Ascosporenauszählung von heute hat bestätigt, dass die Primärinfektionsphase abgeschlossen ist. Somit sind wir nun der Sekundärinfektionsperiode, bei welcher sich Folgeinfektionen durch Konidien aus vorhandenen Schorfflecken entwickeln können. Kontrollieren Sie deshalb Ihre Anlage auf Schorfsymptome. Ist Schorf vorhanden, ist weiterhin auf einen lückenlosen Schutz zu achten und auf kurativ wirkende Mittel zu verzichten. Mit den steigenden Temperaturen ist zudem dem Mehltau besondere Beachtung zu schenken und befallene Primärtriebe sind laufend zu entfernen.

Marssonina:  Bedingt durch die wiederkehrenden Regenfälle und die damit verbundene, hohe Luftfeuchtigkeit ist der Infektionsdruck in den nächsten Tagen gross. Für eine starke Infektion ist bei Temperaturen >20 - 25 °C, eine Blattnassdauer von 12 bis 15 Stunden und bei tieferen Temperaturen eine entsprechend längere Blattnassdauer notwendig. Im Sommer bietet somit jede längere Nassperiode das Risiko für weitere Infektionen. Im ÖLN wird Marssonina mit den gängigen Fungiziden gegen Schorf und Mehltau miterfasst. Im BIO sind Behandlungen mit Myco-Sin gegen Marssonina erste Wahl. 

Kernobst Marssonina
Frühe Marssonina- Symptome. Foto: Strickhof

 

Feuerbrand: jetzt Kontrollen durchführen

Mittlerweile können auch spätblühenden Apfelsorten Feuerbrandsymptome zeigen. Wir empfehlen deshalb, die Kulturen jetzt auf Befall zu kontrollieren. Dies ist besonders in solchen Anlagen wichtig, die in früheren Jahren von Befall betroffen waren. Eine Hilfe zum Erkennen von Feuerbrandsymptomen finden Sie unter www.feuerbrand-zh.ch: Feuerbrandsymptome an Obstgehölzen. Allfällige Sanierungsmassnahmen sollen ausschliesslich bei trockenen Bedingungen durchgeführt werden. 

Melden Sie uns Befall oder Befallsverdacht! 

 

Kernobst: Wickler-Bekämpfung

Der Flug des Apfelwicklers und des Kleinen Fruchtwicklers ist im Gange, die Falterfänge bewegen sich derzeit in unserem Monitoring aber auf eher tiefem Niveau.

Eine Behandlung ist bei einem günstigen Spritzfenster Ende dieser oder Anfang nächster Woche einzuplanen. Grundsätzlich gilt: Rechtzeitig wiederholte Behandlungen, auf die 2. Generation, sind wichtiger als eine möglichst frühzeitige erste Behandlung. 

Pflanzenschutz ÖLN: Mit Emamectinbenzoat (maximal zwei Anwendungen pro Saison) wird zum jetzigen Zeitpunkt nebst dem Apfelwickler gleichzeitig der kleine Fruchtwickler erfasst. Spinetoram (maximal zwei Anwendungen pro Saison) kann ebenfalls gegen Apfelwickler eingesetzt werden und erfasst zusätzlich den Schalenwickler. 

Pflanzenschutz BIO und ÖLN: Ab sofort können Granuloseviren (Madex Top und Twin, Carpovirusine Evo2) eingesetzt werden, Behandlungen nach jeweils maximal 10 sonnigen Tagen wiederholen (in Hitzephase kürzeres Intervall!). Wirkung nur auf Apfelwickler, bzw. Apfel- und Pfirsichwickler (Madex Twin, Carpovirusine Evo2).

Beachten Sie, dass sowohl Emamectinbenzoat (Affirm, Atac, Rapid) wie auch Spinetoram (Zorro) bienentoxisch sind. Halten Sie die SPe8-Auflagen zum Schutz der Bienen unbedingt ein!

 

Steinobst

Der Druck durch Pilzkrankheiten bleibt weiterhin sehr hoch. Auch unter Folienabdeckung kann es Moniliabefall geben (durch die hohe Luftfeuchtigkeit). Wo wegen der Wartefristen noch möglich, sind die Fungizid- mit den allfälligen Insektizidbehandlungen zu kombinieren. 
 

Kirschenfliege: Die Eiablage der Kirschenfliege ist im Gange und die Larven entwickeln sich sortenspezifisch. Die Bekämpfungsmöglichkeiten richten sich nun vor allem nach den Terminen der ersten Behandlung, ggf. nach der KEF-Strategie und natürlich nach den Wartefristen vor der Ernte. Die Schadenschwelle liegt bei 0.4 – 4 Fliegen/Gelbfalle. In eingenetzten Anlagen, in welchen wenig Druck herrscht, kann oftmals auf eine Behandlung verzichtet werden.

ÖLN: Je nach Sorte ist die erste Behandlung gegen die Kirschenfliege jetzt fällig. Wenn bei der Erstbehandlung Gazelle SG, Oryx Pro oder Pistol zum Einsatz kommt, ist eine zweite Behandlung nach 10-14 Tagen erforderlich (Wartefrist 2 Wochen). Alternativ kann die Erstbehandlung auch mit Movento SC vorteilhaft etwa 3 Wochen vor der Ernte gemacht werden, gefolgt von einer zweiten Behandlung mit Gazelle SG, Oryx Pro oder Pistol. Achten Sie auch beim Einsatz dieser Mittel auf den Bienenschutz!

BIO: Der Einsatz von Neem ist zurzeit das beste bewilligte Verfahren gegen die Kirschenfliege. Die erste Behandlung muss unmittelbar nach Erscheinen der ersten Fliegen erfolgen. 1 -2 weitere Behandlungen im Abstand von ca. 8 Tagen durchführen. Es gilt, mit einer sehr guten Benetzung eine möglichst lange Einwirkzeit zu erreichen (Behandlung am späten Abend).

 

PDF: Obst-Info Zürich 16/2025 vom 28.5.2025

PDF: Obst-Info Zürich 15/2025 vom 23.5.2025

Kernobst Schorf
Schorfflecken auf Blättern: ein «Ölfleck» mit beginnender Bildung von Konidien. Foto: Strickhof Fachstelle Obst
Kernobst Schorf
Schorfflecken auf Blättern: zwei typische, grauschwarze Schorffleck. Foto: Strickhof Fachstelle Obst