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Viele Raupen der Rapsblattwespe>

Neue Pflanzenschutzmittel für den Feldbau 2021

Zusammenfassung der Neuheiten 2021, Aufbrauchfristen und Bewilligungs-Änderungen

Ein besonderes Jahr liegt hinter uns. Corona hat unser Leben eingeschränkt und wird einiges verändern. Keiner hätte es je geglaubt, dass eine Pandemie uns dermassen in die eigenen vier Wände zwingt. 
Aus Sicht der Pflanzenbauerträge war es im Kanton Zürich aber ein gutes Jahr. Die Erträge der Zuckerrüben beispielsweise waren in etwa gleich wie in den Vorjahren, obwohl die Rübenerdflöhe und auch die schwarzen Rübenblattläuse zahlreiche Insektizidspritzungen erforderten. Man kann auch sagen, dank den Insektiziden, die eingesetzt werden konnten bzw. eingesetzt werden mussten, blieben die Erträge in etwa gleich wie in den Vorjahren. Im Gegensatz zur Westschweiz flogen bei uns die grünen Pfirsichblattläuse, die die Viröse Vergilbung übertragen nur ganz vereinzelt ein. Darum sah man bei uns nur kleine gelbe Nester in den üppig grünen Rübenfeldern. In der Westschweiz fand man keine grünen Rübenfelder mehr. In einzelnen Regionen wurden Ertragseinbussen von bis zu 50% registriert. Das damals einzige, zugelassene Blattlausmittel hat gegen die grüne Pfirsichblattlaus, wenn überhaupt, nur mit sehr hoher Dosierung eine bedingte Wirkung gebracht. Im 2021, dem Jahr mit den wegweisenden Abstimmungen steht in den meisten EU-Ländern die Beizung mit Gaucho zur Verfügung, nicht so in der Schweiz. Chemische Schädlingsbekämpfung kann nach wie vor nur mit bedingt wirkenden Insektiziden, breitflächig Insektizidspritzungen vorgenommen werden. Zwei per Notzulassung bewilligte Blattlaus-Insektizide sollen genügen. 

Die Direktzahlungsverordnung wurde nur administrativ leicht angepasst. Neu muss im Feldkalender nebst dem Pflanzenschutzmittelnamen auch die Zulassungsnummer des eingesetzten Mittels dokumentiert werden. Trotz Intervention gegen diese administrative Verkomplizierung konnte diese Anpassung nicht mehr abgewendet werden. Sie gilt!
Zwei Erleichterungen zur möglichst einfachen Umsetzung konnten vereinbart werden: Die Zulassungsnummer (Bei einer Schweizer Zulassung ist das eine W-Nummer) muss nicht zwingend im Feldkalender notiert werden, sondern kann auch nur in der Inventarliste aufgeführt sein und 2021 gibt es keine Sanktionen, wenn keine oder eine falsche Nummer aufgeschrieben wurde. 
Es wird sich in der Praxis weisen, wie aufwändig es ist, zusätzlich die Zulassungsnummer zu erfassen. Das gilt für die Landwirte wie auch für die Kontrolle. Denn es gibt kein gedrucktes oder ein offline Verzeichnis indem man die W-Nummer nachschlagen kann. Im Kanton Zürich sind noch lange nicht alle Kontrolleure online unterwegs. 
Das Erfassen der Zulassungsnummern ist aber komplizierter, als es auf Anhieb ausschauen mag. So kann es vom gleichen Wirkstoff eine Schweizer Zulassung und mehrere des Parallelimportes geben. Bsp. Movento W-6742 (CH), F-5564 und I-6470. Produkte die abgelaufen sind aber unter gleichem Namen wieder bei einer anderen Firma auftauchen (Beispiel: Frontier X2) haben unter Umständen andere W-Nummer, oder von Amistar gibt es beispielsweise 6 verschiedene Zulassungsnummer. Wir empfehlen Ihnen auf dem aktuellen Lieferschein nachzuschauen. Die Zulassungsnummer steht immer auch auf der Etikette. Sie ist dort allerdings nur sehr klein geschrieben, ausser bei der Firma Stähler. Auf deren Etiketten sind sie im grünen Blatt gut zu erkennen. Wenn sie auf der Etikette nachschauen, dann bitte nur mit Handschuhen, sonst besteht die Gefahr der Vergiftung, weil angebrochene Gebinde meist verschmutzt sind. Machen Sie keine Flüchtigkeitsfehler beim Zahlenabschreiben, fehlt eine Ziffer oder haben sie die letzten 2 Ziffern vertauscht wird das nächstes Jahr (2022) mit Fr. 200.- geahndet. 
Das sehr strenge Zulassungssystem in der Schweiz und in Europa hat Konsequenzen. Viele wichtige Wirkstoffe werden in nächster Zeit wegfallen. Einige werden Lücken hinterlassen die nicht sofort oder gar nicht mehr geschlossen werden können. Zusätzliche Auflagen, die die Anwendungen einschränken, wie strengere Abschwemm- oder Anwendungs-Auflagen (bsp. Firebird, Bandur, Racer CS oder künftig die Pyrethoride) werden unter Umständen den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln stark einschränken oder verunmöglichen. Die Folgen sind Mindererträge, Qualitätseinbussen und in gewissen Fällen auch Frustration. Wir sind uns nicht gewohnt Kulturen anzubauen, die wegen fehlenden Hilfsstoffen, von Schaderregern befallen werden und dadurch eine mindere Qualität geerntet wird. Die Beratung wird sich, wie sie, diesen Herausforderungen annehmen und gemeinsam kommen wir hoffentlich auch in Zukunft zum Ziel. Alle Beteiligten werden gefordert sein innovative aber auch altbekannte nicht-chemische Bekämpfungsmethoden ins Auge zu fassen und damit Erfahrungen zu sammeln. 

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