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Mit Radiesli und Co. den Rübenerdfloh ablenken

Am Strickhof Lindau werden erstmals Zuckerrüben mit einer Untersaat angebaut, mit dem Ziel, eine Insektizid-Behandlung gegen den Rübenerdfloh umgehen zu können.

«Es wäre schön, wenn wir aufgrund von Untersaaten in den Zuckerrüben keine Insektizide gegen den Rübenerdfloh mehr ausbringen müssten», sagt Luzi Schneider von der Schweizerischen Fachstelle für Zuckerrübenbau. Am Strickhof Lindau wurden diesen Frühling drei Streifen à je sechs Metern Breite mit einer Untersaat angesät: Radiesli und Spinat mit einer Säwalze und Ackerbohnen mit einer Säkombination. Einen halben Tag später wurden die Zuckerrüben mit einer Einzelkornsämaschine über die Untersaat gesät - die Sorte Smart Belamia vom System Conviso Smart.

Ab Zweiblattstadium abspritzen

Die schnell auflaufenden Untersaaten sollen den Rübenerdfloh auf sich lenken, so dass die Zuckerrüben von dessen Löchern und Schabstellen verschont bleiben. Alle drei Untersaaten werden ab dem Zweiblatt-Stadium der Zuckerrüben mit dem Herbizid Conviso One abgespritzt. Zu diesem Zeitpunkt gefährdet der Rübenerdfloh die Zuckerrüben nicht mehr. Das System Conviso Smart wurde gewählt, weil mit dem Herbizid Conviso One eine Behandlung zu diesem Zweiblatt-Zeitpunkt noch möglich ist. Danach ist vorgesehen, dass je die Hälfte der drei Versuchsstreifen mit einem kameragesteuerten Hackgerät behandelt wird.

Kosten gestalten

Es handelt sich um den ersten Versuch mit Untersaaten der Schweizerischen Fachstelle für Zuckerrübenanbau. «Wir möchten herausfinden, ob die Erdflöhe überhaupt Interesse an den Untersaaten zeigen, bevor wir mit grösseren Flächen weitere Versuche starten», sagt Luzi Schneider. Bewähren sich die Untersaaten, muss in einem zweiten Schritt untersucht werden, in welcher Menge und Form eine Untersaat ausgebracht werden muss, damit sich der Anbau lohnt. Luzi Schneider strebt Kosten von maximal 100 Franken pro Hektare an. Insektizide sind momentan noch um einiges günstiger. 

Weiter werden dieses Jahr am Strickhof Versuche mit verschiedenen Zuckerrübensorten durchgeführt, darunter befinden sich auch vielversprechende Sorten im dritten Prüfjahr, die eine noch höhere Toleranz gegen Cercospora aufweisen.

Text: Ursina Berger

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