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Mit Molke Methan reduzieren

Am AgroVet-Strickhof wird bei Milchkühen ein Fütterungsversuch mit Molke durchgeführt. Versuchsleiterin Elena Luisier im Interview.

Diesen Frühling startete am AgroVet-Strickhof der Molkeversuch. Was soll damit herausgefunden werden?

Elena Luisier: Mit dem Molkeversuch wird untersucht, ob das Verfüttern von Molke und Molkepulver zu einer Methanreduktion bei Kühen führt. Dazu erhalten die Tiere eine raufutterbasierte Ration, die mit Molke und Molkepulver ergänzt wird. In einem Versuch der Agroscope aus dem Jahr 2014, konnte der Methanausstoss durch die Beigabe von Molke bei Mastremonten, die sich ausschliesslich von Gras ernährten, um 37% reduziert werden.

Wie lange und wie viel Molke bekommen die Tiere?

Die Tiere werden einen Monat lang mit jeweils Molke oder Molkepulver gefüttert. Sie erhalten in etwa 35 L Molke oder 2 kg Molkepulver pro Tag.

Wie wird den Tieren die Molke verabreicht?

Die Tiere werden mit individuellen Kesseln gefüttert. Aufgrund der Milchhygieneverordnung darf keine Flüssigmolke im Milchviehstall in der Gruppe verfüttern werden. Deswegen stehen die Kühe während des Versuchs in einem Anbindestall und werden einzeln gefüttert.

Wie wird der Versuch überprüft?

Die Hauptmessungen für den Versuch finden in den Respirationskammern statt, welche den wissenschaftlichen Goldstandard für die Methanmessung darstellen. Zusätzlich werden Parameter wie die Futteraufnahme, die Milchleistung, Milchinhaltsstoffe, bakterielle Belastung der Milch (v.a. Buttersäurebakteriensporen), Kot- und Harnanalysen und das Gewicht der Tiere erfasst werden.

Diesem Versuch ist ein Teilversuch 1 im Labor vorangegangen. Erzählen Sie!

Im Teilversuch 1 wurden flüssige Molke, Molkenpulver und Lactose in einem Hohenheimer Futterwert Test (HFT) im Labor untersucht. Der HFT ist ein tierversuchsfreier Versuch, weil das Futter nicht in das Tier gelangt. Wir haben Pansensaft von drei Fistelkühen entnommen und mit einer Ration gemischt, die aus Heu und Silage bestand sowie mit flüssiger Molke, Molkepulver und Lactose ergänzt wurde. Anschliessend haben wir die Mischung für 24 Stunden bei einer genau definierten Temperatur in einen Inkubator gelegt. So wird die Verdauung im Pansen simuliert. Im Anschluss kann man das während der Inkubation entstandene Gas auf seinen Methangehalt analysieren.

Wäre es praktikabel, den Tieren Molke zu verfüttern?

Molke ist günstig und verfügbar. In der Schweiz fällt 90% der Milch, die für das Käsen verwendet wird, als Molke an, so dass diese im Überschuss vorhanden ist. Was die Fütterung angeht, ist es momentan für Milchviehbetriebe etwas umständlich, da flüssige Molke nicht im Stall verfüttert werden darf. Das heisst, man muss die Tiere im Auslauf füttern. Aus diesem Grund untersuchen wir auch das Molkepulver, da dieses grundsätzlich im Stall gefüttert werden darf und direkt im Mischwagen der Ration beigemischt werden könnte.

Für Masttiere wäre eine zweite Tränke vorstellbar. Allerdings muss sie gut und einfach zu reinigen sein, da Molke in der Hygiene etwas heikel ist.

Interview: Ursina Berger

 

Elena Luisier Molke Versuch Stall
Untersucht, ob das Verfüttern von Molke zur einer Methanreduktion bei Kühen führt: Elena Luisier

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