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Roggen>

Merkblatt Winterroggen

Obwohl Roggen als die anspruchsloseste Getreideart gilt, hält sich die angebaute Menge in der Schweiz auf einem konstant tiefen Niveau. Roggen zeichnet sich durch eine gute Konkurrenzkraft gegenüber Unkräutern und einem guten Nährstoffaneignungsvermögen aus und ist daher gut für den Extenso- und Bioanbau geeignet.

Allgemeines

Vorteile und Chancen

  • Robuste Pflanze mit guter Konkurrenzkraft gegenüber Unkräutern
  • Frosthärtestes Getreide, erträgt jedoch keine lange Schneedecke
  • Gutes Nährstoffaneignungsvermögen dank ausgeprägtem und tiefreichendem Wurzelwerk
  • Erträgt Trockenheit gut

 

Nachteile und Herausforderungen

  • Bei langliegender Schneedecke kommt es zu Schneeschimmelbefall
  • Standfestigkeit ist vergleichsweise schlecht, vor allem bei guter Stickstoffversorgung
  • Auswuchsgefahr

 

Anbau

Sortenwahl

Auf der aktuellen Sortenliste sind zwei Sorten zu finden: die Populationssorte Matador und die Hybridsorte KWS Serafino. Letztere liefert einen guten Extenso-Ertrag und schneidet bezüglich Mehltau-, Braunrost- und Mutterkornresistenz sowie der Fallzahl und dem Proteingehalt besser ab als die Sorte Matador. 

Auf der Bio-Sortenliste findet man die beiden Populationssorten Matador und Recrut, beide mit mittlerem Ertragspotential und guter Standfestigkeit. Seit 2023 gibt es noch Elias, auch eine Populationssorte. 

Weitere Informationen können der Liste der empfohlenen Sorten von Swiss Granum sowie der Sortenliste Biogetreide des FiBL entnommen werden. 

 

Saat

SaatzeitpunktMitte September bis Mitte Oktober
Saatdichte

Pop.: 250 - 350 Körner/m2

Hybrid: 225 - 325 Körner/m2

Reihenabstand8 – 18 cm
Saattiefe1 – 2 cm

Roggen wird als Drillsaat gesät. Kommt es nach der Saat zu Trockenheit, empfiehlt es sich die Parzelle zu walzen.

 

Düngung

 

Referenzertrag (Hybrid): 65 dt/ha
Stickstoff90    kg/ha
Phosphor67    kg/ha 
Kalium98   kg/ha 
Magnesium 15    kg/ha
Referenzertrag (Pop.): 55 dt/ha
Strickstoff90     kg/ha
Phosphor58    kg/ha
Kalium 89   kg/ha
Magnesium 15    kg/ha

Eine zu hohe Stickstoffversorgung bei Roggen fördert Lager, was zu Qualitätseinbussen und Ernteverlusten führen kann.

 

Bedeutendste Krankheiten und deren Bekämpfung

Schneeschimmel

  • Bedeutung Samenbürtige Krankheit.
  • Schadbild Lückig aufgelaufener Bestand, nach Schneeschmelze Bestand mit abgestorbenen und weissem Myzel überzogenen Pflanzen.
  • Günstige Umweltbedingungen Nasser Winter mit langer Schneedecke.
  • Vorbeugung Zertifiziertes Saatgut verwenden, das Saatgut wird von Agroscope auf Befall untersucht.
  • Direkte Bekämpfung Saatgutbeizung.

 

Mutterkorn

  • Bedeutung Bildung von für Mensch und Tier giftigen Alkaloiden im Mutterkorn.
  • Schadbild Auftreten des typischen, dunklen Mutterkorns (Sklerotien), welche aus einzelnen Ährchen wachsen.
  • Günstige Umweltbedingungen Kontaminiertes Saatgut und kontaminierter Boden, Blüteverzögerung aufgrund nass-kalter Witterung.
  • Vorbeugung Populationssorten verwenden, da Hybridsorten wegen der langsamen Befruchtung besonders anfällig sind. Reinigung des Saatguts.
  • Direkte Bekämpfung Nicht möglich.

 

Braunrost

  • Bedeutung Kann teilweise Schaden verursachen.
  • Schadbild Orange bis rostrote Pusteln auf den Blättern, die nicht in Streifen angeordnet sind.
  • Günstige Umweltbedingungen Ein milder Winter und warme Temperaturen von Frühling bis Frühsommer tragen zur Ausbreitung bei. Ebenfalls einen negativen Einfluss haben eine frühe Saat und Braunrostbefall im Vorjahr.
  • Vorbeugung Ausfallgetreide sollte bekämpft werden.  Wenn im Herbst gesät wird, ist der Saatzeitpunkt eher später zu wählen und falls im Frühling gesät wird, eher früher.
  • Bekämpfungsschwelle Um sich einen Überblick über den Befall zu verschaffen, sollte man über die Felddiagonale 40 Pflanzen kontrollieren und die Anzahl Blätter mit Befall zählen. Es werden immer nur die obersten drei vollentwickelten Blätter kontrolliert, sodass insgesamt 120 Blätter angeschaut werden. Bei anfälligen Sorten liegt die Bekämpfungsschwelle bei 1-5 befallenen Blättern und bei weniger anfälligen Sorten bei 10 befallenen Blättern pro 120 Blättern. Weitere Informationen können der Bekämpfungsschwelle von Agridea entnommen werden.
  • Direkte Bekämpfung Wenn die Bekämpfungsschwelle erreicht ist, kann mit einem Fungizid behandelt werden.

 

Schädlinge und deren Bekämpfung

Getreideblattlaus

  • Bedeutung Kann bei Massenbefall unterschiedliche Schäden verursachen, kann aber das Gelbverzwergungsvirus (BYDV) übertragen. I.d.R. betragen die Verluste weniger als 10%.
  • Schadbild Saftentzug und Honigtauausscheidung. Läuse auf Blättern und Ähren.
  • Günstige Umweltbedingungen Die Blattlausvermehrung wir durch eine warme und trockene Witterung im Mai/Juni sowie eine hohe Stickstoffdüngung gefördert. Für die Virusübertragung von Vorteil ist ein warmer Herbst und eine frühe Saat.
  • Vorbeugung Bekämpfung von Ausfallgetreide und Förderung von Nützlingen, z.Bsp. durch Ackerschonstreifen.
  • Bekämpfungsschwelle Ist erreicht, wenn im DC65 mindestens 60% der Ähren mit Läusen befallen sind. Es sollte an mindestens 10 Stellen fünf Ähren abgesucht werden.
  • Direkte Bekämpfung Nur mit Sonderbewilligung möglich.

 

Brachfliege

  • Bedeutung Richtet in Roggen i.d.R. nur schwachen Schaden an.
  • Schadbild Vergilben und Verwelken des Herzblattes. Die beschädigten Pflanzenteile beginnen zu faulen.
  • Günstige Umweltbedingungen Schwach bedeckter Boden, späte Saat und Rüben/Kartoffeln als Vorfrucht.
  • Vorbeugung Späte Saat vermeiden, Erhöhung der Saatdichte und Förderung eines optimalen Auflaufens.
  • Direkte Bekämpfung Nicht möglich.

 

Hafernematode (Getreidezystenälchen)

  • Bedeutung In Roggen nur schwacher Schaden.
  • Schadbild Wuchs ist nesterweise gehemmt und die Blätter sind rötlich verfärbt. Ab Ende Mai werden die Zysten auf den Wurzeln sichtbar.
  • Günstige Umweltbedingungen Leichte bis mittelschwere Böden mit ausreichend Feuchtigkeit kombiniert.
  • Vorbeugung Getreideanteil in der Fruchtfolge unter 60% halten und frühe Saat.
  • Direkte Bekämpfung Nicht möglich.

 

Unkrautbekämpfung

Mechanisch

Auch bei Roggen kann die Unkrautbekämpfung problemlos mechanisch erfolgen. Zwischen der Saat und vor dem Auflaufen kann Blindgestriegelt werden. Danach kann ab Beginn Bestockung bis Beginn Schossen sowohl die Hacke als auch der Striegel eingesetzt werden. 

Chemisch

Die chemische Unkrautbehandlung richtet sich nach der Art der Unkräuter und dem Wachstumsstadium des Roggens.

 

Ernte

 

Zeitpunkt20. Juli bis 10. August
Ertrag 55 dt/ha

 

 

Das detaillierte Merkblatt mit Informationen zu den Deckungsbeiträgen, ausführlicheren Angaben zum Anbau, den typischen Krankheiten & Schädlingen und zur Unkrautbekämpfung kann als pdf Merkblatt Winterrogen Druckversion heruntergeladen werden.

Aktuelles und umfassendes Fachwissen rund um den Winterroggen finden Sie hier: Fachwissen Roggen