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Krankheitsursache «Stress» bei unseren Tieren

Ist Stress tatsächlich mehr als nur Herzklopfen? Stress scheint mehr und mehr die Ursache für viele Krankheiten zu sein. Ist dies nur ein gutes Alibi oder liegt tatsächlich mehr dahinter?

 

Ursachen von Stress bei Kühen

Nicht nur Hitze und Umstallungen können Stress bei den Tieren hervorrufen. Auch Futterknappheit, wechselhafte Fütterung, dauerhafter Lärm, (unbemerkte) Haltungsfehler oder sozialer Stress aufgrund der Rangordnung in der Herde können permanente Stressoren sein, worauf die Kühe empfindlich reagieren.

 

Biologischer Ablauf von Stress im Stoffwechsel 

Zur Betrachtung des Stoffwechselablaufes bei Stress gehen wir zurück in die Wildnis, dort wo das Prinzip «Fressen oder gefressen werden» gilt.

Ein Fluchttier muss einen Feind früh erkennen und rasch auf dessen Anwesenheit reagieren. Nachdem Erkennen des Stressors (in diesem Fall der Feind) schüttet der Körper die beiden Hormone Adrenalin und Noradrenalin aus. Diese beiden Hormone bewirken eine Erhöhung von Herzfrequenz, Atemfrequenz und der Muskelspannung. Dank dieser Reaktion konzentriert sich der Körper des Fluchttieres auf die muskuläre Bewegung. Es rennt davon.

Anschliessend wird Cortisol ausgeschüttet, welches die Erhöhung des Blutzuckerspiegels bewirkt, indem schnell verfügbare Glukose im Körper freigesetzt wird. Dadurch geht den Muskeln auf der Flucht die Energie nicht aus. Damit noch mehr Glukose zur Verfügung steht, werden durch das Cortisol weitere Energie-Verbrenner im Körper unterdrückt, denn auf der Flucht gilt nur: schnell sein oder gefressen werden. Zu den unterdrückten Energieverbrennern zählen unter anderem das Immunsystem, die Verdauung und das Fortpflanzungssystem. 

Nach erfolgreicher Flucht normalisiert sich der Cortisolspiegel im Blut und es tritt eine Erholungsphase ein.

 

Auswirkungen davon

Die heutigen Stressursachen sind selten so aufregend, dafür bleiben sie meist über lange Zeit bestehen. Somit tritt nie eine Erholungsphase ein, in welcher der Körper zurück ins Gleichgewicht kommen kann. Der Cortisolspiegel bleibt erhöht. Dadurch wird das Immunsystem unterdrückt, die Verdauung läuft reduziert und der Fortpflanzungsapparat hat nicht die nötige Energie zur Verfügung.

 

Massnahmen zur Stressreduktion bei Kühen

Reduktion der Stressoren und Verbesserung der Erholungsfaktoren im Stall unterstützen die Tiergesundheit massgeblich. Nachfolgend sind nicht abschliessend wichtige Reduktionsmöglichkeiten aufgezählt:

  • Permanente Futtervorlage von beständig guter Qualität
  • Optimieren des Stallklimas im Sommer und im Winter
  • Ausreichende Tränken mit täglicher Reinigung
  • Ruhiger Umgang bei jedem Tierkontakt (Melken, Klauenschneiden, Treiben, etc.)
  • Stall nicht auslasten gibt dem Einzeltier mehr Freiraum
  • Soziale Konflikte in der Herde vermeiden durch Platz, Ausweichmöglichkeiten und Vermeidung von Ressourcenknappheit
  • Dauerhaften und plötzlichen Lärm vermeiden
  • Umgruppierungen vermeiden
  • Leistung auf mittleres Leistungsniveau reduzieren
  • Liegezeiten fördern durch komfortable Liegeflächen

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