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Klappertopf     Pixabay, L. Wiggler>

Klappertopf – Meldeformular 2021 (Sonderbewilligung)

Klappertopf - spannende Hintergrundinformationen und seine Bekämpfung inkl. Meldeformular für die Frühschnitt-Sonderbewilligung 2021

Bekanntlich hat sich der Klappertopf in den vergangenen 25 Jahren in extensiv und wenig intensiv genutzten Wiesen, die erst spät genutzt werden, stark ausgebreitet. Allerdings erfolgte im März 2018 ein natürlicher Bestandeszusammenbruch! Die damals herrschende extrem stürmische und eiskalte Bise ohne schützende Schneedecke liess viele bereits gekeimte Pflanzen erfrieren bzw. vertrocknen.

Gattung, Familie und Namen

Von den fünf heimischen Arten der Schweiz kommt im Kanton Zürich hauptsächlich der Zottige Klappertopf (Rhinanthus alectrolophus) vor. Die Gattung Rhinanthus gehört zur Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae), zu denen auch Ehrenpreis, Fingerhut, Läusekraut, Löwenmäulchen und Königskerzen zählen. 

Der deutsche Name Klappertopf bezieht sich auf die reifenden Fruchtkapseln, deren Samen in den Fruchtkapseln beim Schütteln deutlich hörbar klappern. Der lateinische Name Rhinanthus leitet sich aus den griechischen Wörtern rhinos (Nase) und anthos (Blume) ab und beschreibt die Blütenform, die einer Nase ähnelt.

Biologie und Wirkung

Alle Klappertopfarten sind Halbschmarotzer, d.h. sie entziehen den Wirtspflanzen über die Wurzeln mittels speziellen Saugorganen (=Haustorien) Nährsalze und Wasser, betreiben aber im Gegensatz zu den Vollschmarotzern nach wie vor Photosynthese. Nach derzeitigem Kenntnisstand befällt der Zottige Klappertopf hauptsächlich Süssgräser, in geringerem Mass auch Leguminosen und Labkräuter sowie einige weitere Arten wie Kleiner Wiesenknopf, Wilde Möhre und Kriechender Günsel. Selbstparasitismus unter Klappertopfarten ist ebenfalls weit verbreitet.

Bei hoher Befallsstärke geht der Ertrag einer Wiese deutlich zurück, vor allem durch die massive Schwächung der Gräser. Im Weiteren enthält Klappertopf das Frassgift «Aucubin», der auch in Spitzwegerich enthalten ist. Im frischen Zustand ist Klappertopf daher leicht giftig, im getrockneten Zustand ist die Pflanze hingegen unbedenklich. Der Futterwert ist gering.

Was Gräser schwächt, stärkt andere Arten und fördert den Artenreichtum. Es entstehen mehr Lücken, die von konkurrenzschwachen Arten, wie es viele Wiesenblumenarten sind, besetzt werden können, sofern diese in solchen Wiesen bereits vorkommen! Fehlen sie, ist es eine gute Gelegenheit, neue Arten über Saatgut oder Direktbegrünung in solche Wiesen einzubringen.

Bekämpfung durch gezielten Frühschnitt

Klappertopf ist eine einjährige Pflanze und muss daher regelmässig zur Samenreife gelangen, um sich in einer Wiese dauerhaft halten zu können. Zudem macht Klappertopf praktisch keinen Samenvorrat. Um ihn wirksam zurückdrängen zu können, ist ein Schnitt in der frühen Blühphase die beste Bekämpfungsmethode.  Eine chemische Bekämpfung ist nicht sinnvoll und auch nicht zugelassen. 

Da Klappertopf meist vor dem offiziellen Schnittzeitpunkt zur Samenreife kommt, braucht es für eine erfolgreiche Bekämpfung weiterhin eine genehmigungspflichtige Vorverlegung des Schnittzeitpunkts. Gemäss Direktzahlungsverordnung ist ein vorzeitiger Schnitt nur ökologisch begründet möglich.

Bedingungen für eine Sonderbewilligung

  • Mechanische Bekämpfung (vorzeitiges Mähen).
  • hoher Anteil an Klappertopf: Mindestdichte beträgt 20% Deckung.
  • bei ganzflächiger Mahd muss immer ein Rückzugsstreifen (beliebige Form) von mind. 10 % der Fläche belassen werden.
  • Schnittgut muss weggeführt werden.
  • Falls eine Q2-Beurteilung bevorsteht, ist kein Frühschnitt möglich!

 

Richtiger Schnitttermin wählen

 Klappertopf Wachstumsstadien

  • Schnitttermin frühestens: zu Beginn der Klappertopfblüte
  • Schnitttermin spätestens: 3/4 der Blüten des Hauptblütenstandes offen.
  • Ein zu früher oder zu später Schnitt bringt keinen Erfolg. Ein Schnitt nach dem spätesten Stadium ist nicht gestattet.

 

Klappertopf
In der Mitte am unteren Bildrand erreicht Klappertopf den geforderten Deckungsgrad von mindestens 20 % für eine Sonderbewilligung (Foto: R. Gilgen, FÖN)
Klappertopf
Stadium 3/4 Blüten offen, spätester Schnitttermin (Foto: René Gämperle, Strickhof)

 

Vorgehensweise für die Einholung einer Sonderbewilligung

  1. Meldeformular herunterladen und ausdrucken Meldeformular
  2. Das Meldeformular ausfüllen und Beschaffung der nötigen Unterschriften: Ackerbaustelle immer und evt. Vernetzungsverantwortliche und/oder allenfalls Naturschutzverantwortliche.
  3. Auf der Rückseite des Formulars ist immer eine Situationsskizze des Falls zu erstellen (Rückzugsstreifen!)
  4. Sobald alle Unterschriften vorliegen, kann der Frühschnitt erfolgen.

Das Original des Meldeformulars bleibt beim Bewirtschafter, eine Kopie des Meldeformulars ist vor dem Frühschnitt an nachfolgende Adresse zu senden:

 Strickhof, R. Gämperle, Eschikon 21, 8315 Lindau, rene.gaemperle@strickhof.ch