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Jedes Jahr ein Kalb?

Jedes Jahr ein Kalb? Macht dies wirtschaftlich Sinn? Gerade bei höheren Milchleistungen ist eine Verlängerung der Zwischenkalbezeit auch ökonomisch sinnvoll.

Für jeden Milchviehhalter stellt sich immer wieder die Frage, wann eine Kuh nach der Geburt das erste Mal besamt werden soll. Gerade bei höheren Milchleistungen macht es Sinn, den Kühen etwas länger Zeit zu geben, bis diese wieder zugelassen werden. In einem grossen Testherdenprojekt in Ostdeutschland mit rund 29‘000 Kalbungen pro Jahr wurde der Einfluss der Zwischenkalbezeit auf verschiedene Merkmale analysiert. Dabei stellte sich heraus, dass mit einer verlängerten Zwischenkalbezeit die Standardlaktationsleistung sowie auch die Laktationsleistung deutlich ansteigt. Es konnte ebenfalls festgestellt werden, dass bei tieferen Milchleistung eine zu lange sowie bei höheren Milchleistungen eine zu kurze Rastzeit einen negativen Einfluss auf den Besamungserfolg hat. Somit sollte die Rastzeit je nach Milchleistung der Kühe angepasst werden. Weniger als 40 Tage Rastzeit sollten jedoch gemäss der Studie vermieden werden, da unabhängig der Milchleistung in dieser Zeit der Besamungserfolg sehr tief ist. 

Einfluss der Fruchtbarkeit auf Deckungsbeitrag
Deckungsbeitrag in Euro pro Stallplatz in Abhängigkeit der Zwischenkalbezeit und der Milchleistung

Wie in der Tabelle ersichtlich ist, ist ökonomisch gesehen bei Milchleistungen bis 9‘000 kg eine Zwischenkalbezeit von 340-370 Tage anzustreben. Bei höheren Milchleistungen sollen auch aus wirtschaftlichen Gründen längere Zwischenkalbezeiten angestrebt werden. Bei Milchleistungen von 10‘000-11‘000 kg ist eine Zwischenkalbezeit von 400-430 Tage anzustreben. Natürlich ist aber die Verfassung des Einzeltiers beim Besamungszeitpunkt weiterhin zentral. 

 

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