So finden Sie uns

Strickhof
Eschikon 21
CH-8315 Lindau
+41 58 105 98 00
info@strickhof.ch

Strickhof auf Social Media

«Jeder Betrieb kann Energie sparen»

Marco Landis von der Fachstelle Agrartechnik und Digitalisierung erklärt im Interview, wie sich auf landwirtschaftlichen Betrieben der Energieverbrauch reduzieren lässt.

Landwirtschaftliche Betriebe benötigen viel Energie in Form von Strom, Diesel sowie allenfalls Öl und Gas. Wo würden Sie mit dem Energiesparen beginnen?

Marco Landis: Jeder Betrieb hat das Potenzial, den Energieverbrauch zu reduzieren. Wie viel, ist von Betrieb zu Betrieb verschieden. Zuerst müssen die grössten Energieverbraucher ausfindig gemacht werden. Das sind oftmals Geräte, Maschinen und Fahrzeuge, die eine hohe Leistung erbringen müssen und oft im Einsatz sind. Es macht also mehr Sinn, einen Boiler zu entkalken als eine wenig gebrauchte Lampe mit LED zu ersetzen.

Welches sind die grössten Stromfresser auf den Betrieben?

Das ist je nach Betriebszweige sehr unterschiedlich. Viel Strom brauchen beispielsweise die Melk- und Kühltechnik, die Aufbereitung von Warmwasser, Lüftungen wie Heu- und Stallbelüftungen, Rührwerke, etc.

Hinzu kommen die landwirtschaftlichen Fahrzeuge, die viel Diesel benötigen. Soll man heute von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren auf Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb umstellen?

Wenn die Betriebszeiten und die Anforderungen es erlauben, beispielsweise bei Staplern oder kleinen Hofladern, würde ich aktuell eher Richtung E-Fahrzeug tendieren. Vor allem, wenn man selber beispielsweise eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach hat. Bei dieser Entscheidung müssen aber noch andere Faktoren berücksichtigt werden. Beispielsweise verursachen E-Fahrzeuge kein Abgas, sie sind ruhiger zu fahren und die Wartungskosten sind niedriger. Es kann also nicht nur die bessere Energieeffizienz von elektrisch betriebenen Fahrzeugen berücksichtigt werden. Der geringere Lärm sollte ebenfalls ein Kriterium sein. Einerseits belastet man so die Tiere weniger und andererseits werden andere Personen, die sich um das Fahrzeug bewegen, besser gehört. Es ist also auch eine Frage der Sicherheit.

Wenn sich Landwirte für elektrisch betriebene Hofumschlaggeräte interessieren, wo erhalten Sie Informationen über allfällige Fördergelder?

Auf der Internetseite www.hoflader.klik.ch, der Stiftung für Klimaschutz und CO₂-Kompensation (KliK), ist aufgeführt, für welche Fahrzeuge welche Fördergelder zu erhalten sind und wie vorzugehen ist.

Lohnt es sich, die Beleuchtung auf LED umzustellen?

Man kann zwischen 30 und 60% Energie einsparen, wenn auf LED gewechselt wird. Bei Beleuchtungen, die mehrere Stunden am Tag eingeschaltet sind, macht das Sinn. Die Kosten können genau berechnet werden: Die Leistung mal die Einschaltdauer ergibt den Energieverbrauch. Den Energieverbrauch mal die Energiekosten ergeben die effektiven Kosten.

Wo gibt es Unterstützung für die Berechnung von solchen Investitionen, sei es beim Kauf eines E-Fahrzeuges oder bei der Umstellung auf LED-Beleuchtung?

Wir unterstützen seitens Strickhof bei solchen Fragen. Grundsätzlich ist es so, dass viele Daten nur geschätzt werden können, weil wir die künftigen Energiepreise nicht kennen. Zudem gibt es noch wenige Angaben zu den Wartungskosten von elektrisch betriebenen Geräten und Fahrzeuge, vor allem wenn Akkus im Spiel sind. Hier sind noch zu wenig Erfahrungen vorhanden.

Welche weiteren Möglichkeiten gibt es, um auf dem landwirtschaftlichen Betrieb Energie zu sparen?

Mit der optimalen Einstellung von Maschinen, wie beispielsweise ein richtig eingestellter Pflug oder scharfe Messer beim Mähwerk, lässt sich auch Energie sparen. Bei Gebäuden kann die Isolation überprüft und allenfalls verbessert werden. In bewohnten Gebäuden könnte man die Temperatur senken. Geräte sollten regelmässig gewartet und allenfalls entkalkt werden. Bei Klimageräten ist es ratsam, sie regelmässig von Schmutz zu befreien. Auch die Einschaltdauer von gewissen Geräten kann hinterfragt werden. Vielleicht reicht es ja, wenn beispielsweise das Güllerührwerk reduziert eingeschaltet wird.

Interview: Ursina Berger

Weiteres Fachwissen

Ambrosia Abrechnungsunterlagen 2026
31.10.2026

Ambrosia Abrechnungsunterlagen 2026

Unterlagen für Zürcher Gemeinden zum Abrechnen von Ambrosia-Kontrollen oder Bekämpfungsmassnahmen. Einreichfrist 25.11.2026.
Informationen für Feuerbrand-Verantwortliche & Kontrolleure
29.10.2026

Informationen für Feuerbrand-Verantwortliche & Kontrolleure

Abrechnungsunterlagen 2026; Gemeinden mit Befall 2026; Übersicht Feuerbrand-Jahresplanung; Text-Vorlage für Gemeindeblatt; Publikation Zürcher Amtsblatt; Wo können EA Agristrip Schnelltest-Sets bestel...
Kommt es bereits zum Knospenschwellen?
29.10.2026

Kommt es bereits zum Knospenschwellen?

Ungewöhnliche Veränderungen an den basalen Knospen der Rebtriebe bei manchen Sorten führen derzeit zu Fragen. Handelt es sich um ein Anzeichen für eine vorzeitige Knospenentwicklung oder um eine harml...
Wie der Kürbis zum Symbolgemüse von Halloween wurde
29.10.2026

Wie der Kürbis zum Symbolgemüse von Halloween wurde

Ende Oktober ist wieder Halloween. Traditionalisten mag beim Gedanken daran das Herz bluten, aber Fakt ist: Auch bei uns wird dieser Brauch zunehmend begangen. Das wird sichtbar in Hausdekorationen, W...
Pflanzenbau News Strickhof vom 28. Oktober 2026
28.10.2026

Pflanzenbau News Strickhof vom 28. Oktober 2026

Günstige Bedingungen für letzte Pflegemassnahmen: Das Herbizid Trinity darf nur bis Ende Oktober eingesetzt werden. Üppige Rapsbestände mit teilweise spröden Blättern. Bei kalter Witterung gelingt die...
Pflanzenbau News Strickhof vom 21. Oktober 2026
21.10.2026

Pflanzenbau News Strickhof vom 21. Oktober 2026

In üppigen Rapsbeständen drängt sich eine Nachverkürzung auf. Schadschwelle der Rapserdfloh-Larven bestimmen. Für deren Bekämpfung mit Pyrethroiden ist eine einzelbetriebliche Sonderbewilligung nötig....
Obst-Info Zürich Nr. 26 vom 21. Oktober 2026
21.10.2026

Obst-Info Zürich Nr. 26 vom 21. Oktober 2026

Themen dieser Info: Erntekontrolle Schädlinge: Apfel-/Pfirsichwickler; Wanzen; Mittelmeerfruchtfliege ¦ Befall durch die Fleckenminiermotte ¦ Pflanzenschutzspritze einwintern ¦ Modulkurs Beerenbau - B...