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Die Teilnehmenden des Online-Fachnachmittags konnten bequem von zu Hause Josias Meilis interessantes Referat zum Thema u00abFu00fctterung Silobetriebu00bb anhu00f6ren und ihm in den Milchviehstall von AgroVet-Strickhof folgen. Bild: Strickhof>

Gutes Futter muss nicht teurer sein

Am ersten Online-Fachnachmittag zeigte das Team Tierhaltung und Milchwirtschaft den Milchviehhaltern wichtige Eckpunkte für optimales Futter auf.

Das Team Tierhaltung und Milchwirtschaft am Strickhof bietet aufgrund der aktuellen Situation anstelle des bewährten Strickhof-Milchtages neu Fachnachmittage an, die online besucht werden können. Josias Meili referierte am ersten Fachnachmittag Mitte Dezember 2020 über die Fütterung auf Silobetrieben und zeigte dabei auf interessante Weise auf, wie Milchviehrationen optimal zusammengesetzt werden können und welche Alternativen sich anstelle von teils teuren Eiweiss- und Energiekomponenten anbieten.

Pansensynchronität beachten

Bei der Zusammensetzung einer Ration muss beachtet werden, wann die verschiedenen Futterkomponenten ihre Energie und ihr Eiweiss verfügbar machen. Die einen Futterkomponenten werden hauptsächlich im Pansen verdaut und das Eiweiss oder die Energie steht der Kuh schnell zur Verfügung. Andere Futterkomponenten werden zum grössten Teil im Darm verdaut, die Energie oder das Eiweiss steht der Kuh folglich erst später zur Verfügung. Auch die Jahreszeit spielt eine Rolle: Eine Frühlingsweide ist sehr energiehaltig jedoch eiweissarm, hingegen enthält eine Weide im Herbst mehr Protein und dafür wenig Energie.

Futterkauf gut überlegen

Qualitativ gutes Grundfutter ist entscheidend. Josias Meili empfiehlt Silobetrieben, regelmässig Futteranalysen machen zu lassen. So kann beispielsweise auch der TS-Gehalt überprüft oder der gewählte Schnittzeitpunkt beurteilt werden. Um eine optimale, pansensynchrone Ration zu erreichen, müsse sie allenfalls ergänzt werden, was allerdings höhere Kosten bedeutet. Wird Futter zugekauft, muss das Ziel gut überlegt sein: Will man mit Struktur, Energie, Protein oder Schmackhaftigkeit das eigene Futter aufwerten? Die Zugabe von Futterharnstoff ist gemäss Josias Meili nur bei einer Ration mit über 50% Mais- und Schnitzelsilage sinnvoll. Grundsätzlich sei aber auf Silobetrieben durch die Grassilage ausreichend schnelles Protein vorhanden, weshalb Futterharnstoff selten sinnvoll sei. 

Günstigere Alternativen

Josias Meili zeigte zudem auf, wie Energie günstig zugekauft werden kann, ohne auf teures Kraftfutter zurückzugreifen. So seien Maissilage, Zuckerrübenschnitzel und Kartoffeln gute und im Vergleich bedeutend günstigere Energielieferanten als Kraftfutter. Diese Energielieferanten seien auch gute Alternativen anstelle von Luzerne, die oft als Kraftfutterersatz eingesetzt wird. Josias Meili sieht kaum einen Grund, Luzerne zu kaufen, da die darin reich vorhandene Struktur hierzulande ohnehin genügend vorhanden sei. Ebenfalls ist Protein über ein Eiweisskraftfutter deutlich günstiger zu beziehen, als dies über die Luzerne möglich ist. 

Zum Schluss führte Josias Meili durch den Milchviehstall von AgroVet-Strickhof und erklärte dessen Futterstrategie. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten dabei die Gelegenheit und stellten dem Experten rege Fragen.                

Zusammenfassung: Ursina Berger

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Nächster Fachnachmittag: 13. Januar 2021 «Fütterung Heubetrieb»

Nutzen Sie als Tierhalter die Gelegenheit, sich auf bequeme Art wertvolles Fachwissen anzueignen und vorhandenes Wissen mit den neuesten Erkenntnissen aufzufrischen. Es lohnt sich!

Mittwoch, 13. Januar 2021 um 13.30 Uhr zum Thema «Fütterung Heubetrieb», Teilnahme online. Anmeldung unter: strickhof.ch/kurse unter «Tierhaltung». 

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Tipp aus der Praxis

Galtkühen eine Milchviehration verfüttern und mit rund einem Drittel Stroh verdünnen. So muss die Kuh keine Futterumstellung bewältigen, weder vor noch nach der Galtphase.