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Dany Schulthess (l.) und Martin Bertschi begutachten Kichererbsen. Der Strickhof hat diese im letzten Jahr versuchsweise angebaut.>

Gesucht: Proteine aus der Schweiz

Die Nachfrage nach Lebensmitteln mit einem hohen Gehalt an Proteinen ist gross und die Grossverteiler bieten bereits eine erstaunliche Palette an Produkten an. Aber für viele Innovationen fehlt es an Rohstoffen aus der Schweiz. Der Strickhof möchte an der Fachtagung Protein Power mit der gesamten Wertschöpfungskette über Chancen und Möglichkeiten diskutieren.

Anleitung Kichererbsenanbau im Garten: siehe Beitragsende.

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Dany Schulthess, Sie organisieren die Fachtagung Protein Power, die am 5. November 2021 am Strickhof Lindau stattfindet. Wer soll an der Fachtagung teilnehmen?

Die Landwirtinnen und Landwirte sollen profitieren. Wir bieten an der Tagung Wissen, Kontakte und kulinarische Protein-Leckerbissen an. Dazu laden wir Lebensmittelverarbeiter ein, welche innovative Produkte für die Bedürfnisse der Konsumenten herstellen. Diese Bedürfnisse wandeln sich, speziell wenn es um die Versorgung mit Proteinen geht. Deshalb beginnen wir bei den Kundinnen und Kunden. 

Was ist das Ziel der Tagung?

Potenzielle Rohstoffproduzenten und Verarbeiter sollen sich miteinander austauschen und vernetzen können. Denn in diesem Bereich gibt es noch eine Menge zu lernen. In einem Netzwerk ist das einfacher und vor allem schneller möglich. Neue Produkte mit viel Proteinen werden leider oft aus importierten Rohstoffen hergestellt. Viele Konsumenten bevorzugen Schweizer Produkte. Deshalb sind die Detailhändler und die Lebensmittelverarbeiter sehr interessiert an inländischen Rohstoffen.

Eine Chance für Landwirtinnen und Landwirte?

Auf jeden Fall! Beispielsweise ist die Kichererbse eine solch vielversprechende Protein-Pflanze. Die Produzenten müssen aber noch Erfahrungen im Anbau sammeln. Zudem fehlt es an Saatgut und man muss herausfinden, welche Sorten sich für unser Klima eignen. Aber der Bedarf ist da und dieser Bereich entwickelt sich rasant schnell. Sogar eine Futtermühle hat mir signalisiert, dass sie sich Tierfutter mit Kichererbsen vorstellen könnte. Deshalb müssen wir die Bauern an Bord holen.

Macht der Strickhof Versuche mit Kichererbsen?

Wir haben einen Versuch mit fünf Landwirten gestartet, die je 20 Aren Kichererbsen anbauen. Der Strickhof übernimmt die Koordination, beschafft das Saatgut und kümmert sich um die Reinigung und Verarbeitung. Wir möchten in diesem Bereich mit Versuchen und ebendieser Veranstaltung Impulse geben und die nächsten Schritte einleiten.

Proteinprodukte konkurrenzieren das Fleisch.

Diese Entscheidung fällt die Konsumentin. Die Nachfrage nach Fleischersatzprodukten ist da und wird immer grösser. Die Grossverteiler präsentieren im Wochentakt neue Produkte. Nun können wir entscheiden, ob wir alle diese Rohstoffe aus dem Ausland importieren oder ob wir auf diesen Zug aufspringen und ebenfalls Rohstoffe produzieren wollen. Wenn wir unser Fleisch schützen wollen, indem wir keine Alternativen anbieten, dann haben wir unsere Marktchance verpasst.

Interview: Ursina Berger

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Kichererbsen im Garten anbauen – so geht’s

Haben Sie noch ein Plätzchen im Garten frei? Dann wagen Sie den Versuch mit Kichererbsen! Legen Sie Kichererbsen für zirka 12 Stunden ins Wasser. Halten sie dies danach feucht, bis sie zu keimen beginnen. Danach legen Sie die gekeimten Erbsen mit einem Abstand von 15 cm zirka 2 cm tief in den gelockerten Gartenboden (Reihenabstand ca. 20 cm). Fröste ertragen die Kichererbsen nicht. Sie bevorzugt einen sonnigen Standort mit einem leicht sandigen, durchlässigen Boden. Düngen müssen sie nicht. Giessen müssen Sie nach dem Auflaufen kaum; Kichererbsen kommen mit heissen und trockenen Bedingungen gut zurecht. Anfang September können Sie die getrockneten Schoten knacken. 

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