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Extensive Weiden zur Förderung der Biodiversität

Extensiv genutzte Weiden sind besser als ihr Ruf. Ist der Standort ideal und die Weideführung angepasst, finden viele Kleintiere sehr gute Lebensbedingungen. Hier finden Sie Auflagen zu Düngung, Nutzung und Pflege, aber auch Beiträge und QII-Bedingungen

Wirkung

Extensiv genutzte Weiden sind vor allem an steileren Hängen anzutreffen. Wenn Flächen nur geweidet werden, kommen oft auch Sträucher und Bäume auf. Fettere Stellen mit üppigen Kräutern im Flachen wechseln mit mageren Hängen in steilem Gelände ab. Das Typische und Wertvolle an extensiv genutzten Weiden sind genau diese unterschiedlichsten Gegebenheiten auf engstem Raum: übernutzte neben unternutzen Stellen, die stehengebliebenen Halme neben unscheinbaren Blüten am Boden und die dichten Horste neben den offenen Bodenstellen. Viele Kleintiere, wie Insekten, Spinnen, aber auch Amphibien (in nassem Gelände) und Vögel finden Mulden, Verstecke, Löcher, Blüten und Stängel übers ganze Jahr. Dies im Unterschied zu Wiesen, die plötzlich durch einen Schnitt stark beeinträchtigt und für Kleintiere - zumindest kurzzeitig - unbewohnbar werden. Gut geführte Weiden sind für die Biodiversität sehr wertvolle Lebensräume und ihr Ruf schlechter als ihre Wirkung! 

 

Zusammensetzung, Pflege, Tipps und Tricks

An Standorten, an denen nur eine extensive Nutzung sinnvoll ist, kommen auf Weiden mehr und seltenere Kleintiere vor als auf Wiesen. Auch die Pflanzenarten unterscheiden sich beträchtlich. Nur etwa 40% der Pflanzen kommen in beiden Lebensräumen vor. Die übrigen Pflanzen haben sich an die Weide- oder  an die Schnittnutzung angepasst, sind also Spezialisten. Deshalb sollte die Nutzungart nicht vorschnell gewechselt werden. Eine Kombination von gut geführten Weiden  neben blumenreichen Schnittwiesen bieten den grössten Artenreichtum. 

In extensiv genutzten Weiden steht nicht die Optimierung von Ertrag und Qualität des Futters und die Leistung der Nutztiere im Vordergrund, sondern die wesentliche Leistung besteht in der Förderung von Artenreichtum in pflanzlicher und aus Sicht der Kleintiere. Deshalb soll ein kosten- und arbeitsextensives Weidesystem (Standweide) gewählt werden mit leichten, genügsamen und robusten Tieren.  

Folgende Merkblätter vertiefen das Thema:

Agridea Merkblätter "Wiesland"

Auflagen

Für extensiv genutzte Weiden ist es möglich, eine erhöhte Pflanzenvielfalt bzw. Strukturvielfalt und somit eine höhere Qualität (QII) zu erreichen. Der Beitrag ist dann deutlich höher (QI- und QII-Beiträge werden summiert). Eine Weide weist eine erhöhte Pflanzenvielfalt auf, wenn auf einer repräsentativen Testfläche mit einem Radius von 3m mindestens 6 verschiedene Zeigerpflanzen Weide vorkommen. Zusätzlich kann eine erhöhte Strukturvielfalt eine fehlende Pflanzenvielfalt ergänzen, unter der Voraussetzung, dass auf mindestens 20 % der Weidefläche eine erhöhte Pflanzenvielfalt vorkommt. Die Strukturvielfalt ist erfüllt, wenn 5 % der Weidefläche mit artenreichen (5 verschiedene Arten) oder dornentragenden (20 % Dornensträucher) Hecken, Feld- und Ufergehölzen oder Sträuchern bewachsen ist. Die Methodik zur QII-Einschätzung ist in folgendem Merkblatt QII Weidekriterien beschrieben.

Die genauen Auflagen an die Bewirtschaftung (Weidenutzung, Düngung), an den Pflanzenbestand und die Pflege, Verpflichtungsdauer und Beiträge entnehmen Sie bitte den folgenden Auszügen: Vorgaben Weide; Pflanzenschutzmittel in BFF; Beiträge;  Allgemeines und Übersicht (Alles aus dem Merkblatt "Biodiversitätsförderung auf dem Landwirtschaftsbetrieb - Wegleitung").