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Erstmals starker Befall durch die Fleckenminiermotte im Kanton Zürich gemeldet

13. Oktober 2020 / Normalerweise bereitet die Fleckenminiermotte in der Obstproduktion keine Probleme. Seit 2013 treten allerdings vermehrt Schäden auf einzelnen Betrieben in der Zentralschweiz auf. In den letzten Jahren findet man den Schädling zunehmend auch in unserer Region. Dieses Jahr wurde uns erstmals von einem Betrieb starker Befall gemeldet.

Die Fleckenminiermotte (Leucoptera malifoliella) ist ein einheimisches Insekt aus der Ordnung der Schmetterlinge und hat ein weites Verbreitungsgebiet. Sie kann in Massen an Obstbäumen vorkommen (meist an Apfel) und dort lokal zu starken Schäden führen. Dieser Schaden entsteht durch einen beträchtlichen Verlust der Assimilationsfläche und im schlimmsten Fall gar durch frühzeitigen Blattfall. Beides kann dazu führen, dass die Früchte nicht mehr ausreifen. 

Lebensweise

Die Fleckenminiermotte überwintert als Puppe in Rindenverstecken oder im Bodenstreu. Im Frühling, etwa zur Zeit der Apfelblüte, schlüpfen die Falter. Diese sind mit 3-4 mm Grösse ziemlich klein, metallisch blaugrau glänzend mit einer charakteristischen, orange-weiss-schwarzen Zeichnung auf dem hinteren Teil der Flügel. Die Falter legen nach dem Schlupf jeweils einzeln ihre Eier auf die Blattunterseite ab. Pro Blatt können auch mehrere Eier einzeln abgelegt werden. Nach dem Schlupf der Raupen, bohren sich diese durch das Blattgewebe und legen spiralförmige Gänge, sogenannte Minen an. 

Starker Befall durch die Fleckenminiermotte an Apfelbaum.
Starker Befall durch die Fleckenminiermotte an Apfelbaum.

Diese Minen sind auf den Blättern als braune Flecken von etwa 1 cm Durchmesser sichtbar, was der Grösse einer alten deutschen Pfennigmünze entspricht. Dieses Schadbild gibt dem Schädling auch die beiden Namen «Fleckenminiermotte» oder «Pfennigminiermotte». Nach etwa 3-4 Wochen verlassen die ausgewachsenen Raupen ihre Mine und verpuppen sich, bevor nach kurzem wieder Falter schlüpfen können, die dann wiederum Eier ablegen. In unseren Regionen kann die Fleckenminiermotte meist zwei, seltener auch 3 Generationen bilden.

Die Larven der Fleckenminiermotte seilen sich von den Blattminen ab.
Die Larven der Fleckenminiermotte seilen sich von den Blattminen ab.
Die Larven der Fleckenminiermotte verpuppen sich auf dem Blatt, wo sie aus Gespinst eine kleine «Hängematte» bauen.
Die Larven der Fleckenminiermotte verpuppen sich auf dem Blatt, wo sie aus Gespinst eine kleine «Hängematte» bauen.
Die Verpuppung der Fleckenminiermotten erfolgt neben den Blättern auch in der Kelchgrube von Früchten oder an der Rinde der Bäume.
Die Verpuppung der Fleckenminiermotten erfolgt neben den Blättern auch in der Kelchgrube von Früchten oder an der Rinde der Bäume.

Befall melden und im kommenden Jahr Flug überwachen

Anfänglich geringer Befall durch die Fleckenminiermotte kann in Folgejahren ziemlich rasch zunehmen. Falls Sie Befall feststellen lohnt es sich, den Flug der Fleckenminiermotte im Folgejahr zu überwachen. Melden Sie uns Befall, denn das hilft uns einen besseren Überblick zur Verbreitung bei uns im Kanton zu erhalten.

 

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