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Fu00fcr die Ermittlung der optimalen Erntereife fu00fcr die Langzeitlagerung bedient man sich dem Streifindex. Dazu werden die Fruchtfleischfestigkeit, der Zuckergehalt und der Stu00e4rkeabbau ermittelt.>

Den Reifeindex nach Streif bestimmen

Der Streif-Index ist eine der besten Möglichkeiten, den Reifegrad von Kernobst mit geringem Aufwand und praxisnah zu „messen“. Auf Grund des Reifeindex können Richtwerte aufgestellt werden, die für die Langzeitlagerung von verschiedenen Apfel- und Birnensorten erreicht, aber nicht überschritten werden sollen.

Der von Dr. Joseph Streif (1989) vorgeschlagene Reifeindex beruht auf der Messung der drei Merkmale Fruchtfleischfestigkeit, Zuckergehalt und Stärkeabbau.

Streifindex durchführen
Für die Ermittlung der optimalen Erntereife für die Langzeitlagerung bedient man sich dem Streifindex. Dazu werden die Fruchtfleischfestigkeit, der Zuckergehalt und der Stärkeabbau ermittelt.

Messungen durchführen

Eine Probe für die Reifeindexbestimmung umfasst im Normalfall 10 Früchte von 10 verschiedenen Bäumen, das heisst eine Frucht pro Baum. Die Probefrüchte sollten an der Peripherie und im mittleren Bereich der Baumkrone entnommen werden. Es ist empfehlenswert, erste Proben etwa 4 bis 6 Wochen vor dem erwarteten optimalen Erntetermin zu pflücken und dann wöchentlich oder in 10-tägigen Abständen an weiteren Proben den Reifeindex zu bestimmen. Dies gibt nützliche Hinweise über den Reifeverlauf und ermöglicht eine sachgerechte Planung der Ernte.

Festigkeit messen

Die Messung der Fruchtfleischfestigkeit erfolgt mit Hilfe eines Penetrometers. Benützt wird für Äpfel ein Stempel von 11 mm Durchmesser (1 cm2) und für Birnen von 8 mm Durchmesser (0,5 cm2). An der Messstelle wird die Fruchthaut vor der Messung weggeschnitten. Die maximale Kraft, die erforderlich ist, um den Stempel 8 mm tief ins Fruchtfleisch zu drücken, wird gemessen und in der Praxis bei Äpfeln in kg/cm2 und bei Birnen in kg/0,5 cm2 angegeben. Es ist empfehlenswert, für die Reifebestimmungen jeweils an zwei gegenüberliegenden Seiten der Frucht Festigkeitsmessungen vorzunehmen.

Zuckergehalt messen

Mit dem Refraktometer wird im ausgepressten Saft die lösliche Trockensubstanz in °Brix gemessen. Der Hauptanteil (> 90%) der löslichen Trockensubstanz ist Zucker, miterfasst werden aber auch Fruchtsäuren und andere Inhaltsstoffe. Der Refraktometerwert zeigt somit den Zuckergehalt eines Apfels oder einer Birne an. Anzumerken ist, dass in vielen Apfelsorten der Refraktometerwert, je nach Stärkegehalt bei der Ernte, während der Lagerung noch leicht ansteigen kann. Allerdings sollten Früchte, welche minimale Zuckergehalte unterschreiten, von der Lagerung ausgeschlossen werden.

Stärkeabbau einschätzen

Während der Reifung einer Frucht wird die vorhandene Stärke in Zucker umgewandelt. Der Abbau beginnt vom Kerngehäuse aus. Stärke lässt sich durch Jodlösung blau bis violett anfärben. Die zu prüfenden Früchte werden in der Mitte senkrecht zur Stielachse durchgeschnitten und mit der J/KJ-Lösung besprüht oder darin eingetaucht. Nach einer Einwirkzeit von 1 bis 2 Minuten wird der Stärkeanteil sichtbar. Die Bonitur des Stärkeabbaus kann mittels Stärkeabbautafeln vorgenommen werden. Es gibt drei Arten des Stärkeabbaus: den radialen (z.Bsp. Elstar, Golden Delicious, Jonagold), zirkularen (z.Bsp. Gala, Idared, Granny Smith) und intermediären (Braeburn) Typ.

Der Stärkeabbau wird nach einer Skala von 1 bis 10 beurteilt, wobei 1 = kein Stärkeabbau und 10 = vollkommener Stärkeabbau bedeutet. Die unterschiedlichen Werte entsprechen ungefähr der prozentualen Aufhellung des Fruchtfleisches, das heisst ein Stärkeabbauwert von 3 bedeutet, dass etwa 30% des Fruchtfleisches aufgehellt sind, ein Wert von 8 einer Aufhellung von etwa 80%. Referenztafeln sind online zu finden. Die Beurteilung des Stärkeabbaus verlangt einige Übung. Falls verschiedene Personen die Beurteilung des Stärkeabbaus vornehmen, sollten sie vorgängig gemeinsam geschult werden, damit vergleichbare Resultate erzielt werden.

Herstellung von 1l Jod/Kaliumjodid-Lösung:
10 g Kaliumjodid (KJ) in 100 ml Wasser lösen, dann 3 g Jod beimischen und nachher mit destilliertem Wasser auf 1 Liter auffüllen. Es ist wichtig, dass zuerst die Kaliumjodidlösung hergestellt wird, weil Jod nur in dieser Lösung und nicht in Wasser löslich ist. Die J/KJ-Lösung muss in lichtundurchlässigen Flaschen (braunes Glas oder Kunststoff) aufbewahrt werden. 

Reifeindex berechnen

Aus den ermittelten Ergebnissen der Messungen sowie der Einschätzung des Stärkeabbaus kann nun der Reifeindex berechnet werden. Die Formel dazu lautet:

Reifeindex = Penetrometerwert / Refraktometerwert / Stärkeabbauwert

Je kleiner der Reifeindex ist, umso reifer ist die Frucht. Die Forschungsanstalten und die Lagerhalter veröffentlichen jeweils vor der Ernte die Richtwerte für sämtliche wichtigen Apfel- und Birnensorten.