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Das Podium (v.l.) mit Moderatorin Sibylle Weidmann und den Gu00e4sten Martin Hu00fcbscher, Manuela Meier, Salome Horber und Johanna Schaufelberger.>

Bäuerinnen wissen Bescheid

Fachpersonen der Module Rechtslehre, Betriebslehre sowie Familie und Gesellschaft haben Fragen der Lernenden an einem Podiumsgespräch beantwortet.

Als Abschluss des Moduls Familie und Gesellschaft fand letzte Woche am Strickhof Wülflingen eine Podiumsdiskussion für die Absolventinnen und Absolventen der Weiterbildung zur Bäuerin oder zum Bäuerlichen Haushaltleiter statt. Im Zentrum stand die Vernetzung der Module Rechtslehre, Betriebslehre sowie Familie und Gesellschaft, die im alltäglichen Leben ineinandergreifen und von verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden können. 

Podiumsgäste

Für das Fachgebiet Recht nahm die Anwältin und Lehrperson Salome Horber am Podium teil. Martin Hübscher, Lehrperson und praktizierender Landwirt, vertrat das Podium aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Ebenfalls am Podium nahm die praktizierende Bäuerin Manuela Meier aus Bachenbülach teil. Sie hat sich zur Bäuerin FA und Meisterlandwirtin aus- und weitergebildet. Johanna Schaufelberger, Leiterin der Bäuerinnenschule, vertrat das Podium als Lehrperson für hauswirtschaftliche Fächer und als Vertreterin der Konsumentenseite.

Transparent handeln

Von grossem Interesse seitens der Lernenden waren Fragen rund um die Hofübergabe. Welche Unterschiede gibt es, wenn man den Betrieb als Paar oder im Alleineigentum übernimmt? Soll man als Selbstständige oder als Angestellte auf dem Hof mitarbeiten? Salome Horber erachtet es als wichtig, zu bedenken, welche Konsequenzen eine Scheidung oder ein Todesfall für den Betrieb zur Folge haben könnte. Martin Hübscher empfiehlt, bei einer neutralen Fachperson die rechtlichen Grundlagen abzuklären und frühzeitig die ganze Familie miteinzubeziehen, um Streitigkeiten zu vermeiden. Auch Manuela Meier betonte die Wichtigkeit von Gesprächen mit allen Beteiligten und dass alle relevanten Zahlen offengelegt werden.

Im Haushalt gegenseitig unterstützen

Wie so oft, wenn es um den Haushalt geht, kam die Frage, wie die Hausarbeit mehr Bedeutung und Wertschätzung erhalten könnte. Johanna Schaufelberger strebt an, bei den landwirtschaftlichen Weiterbildungen Haushaltsmodule einzubauen, «weil Mann und Frau den Betrieb miteinander bewirtschaften und sich so gegenseitig eher unterstützen und wertschätzen». Manuela Meier hat die Erfahrung gemacht, dass das Haushalten oft unterschätzt wird und deshalb über diese Arbeit gesprochen werden muss. Martin Hübscher bat die Frauen, die Hausarbeit nicht selbst abzuwerten, wie es leider oftmals der Fall sei. Denn sich um den Haushalt und die Kinder zu kümmern und damit als wichtige Stütze auf dem Betrieb zu fungieren, ist auch Arbeit.

Gestaltungsfreiraum nutzen

Von grosser Wichtigkeit wurde auch die finanzielle Absicherung der Bäuerin bezeichnet. Ob als Angestellte oder Selbstständigerwerbende: Die Frau muss für ihre Arbeit auf dem Betrieb einen Lohn erhalten, nur schon, um eine Mutterschaftsentschädigung zu erhalten oder eine Taggeldversicherung abschliessen zu können. Die Diskussionen zeigte einmal mehr auf, dass, so vielfältig die landwirtschaftlichen Betriebe sind, so vielfältig sich auch der Beruf der Bäuerin gestaltet. Dieser sich bietende Gestaltungsfreiraum sollte die Bäuerin nutzen, um das zu tun, wofür ihr Herz schlägt.

Text: Ursina Berger