Pflanzenschutz aktuell Feldbau 25. März

25.03.2020

Nicht übereilt handeln

Wetter beachten
Einige Pflanzenschutzarbeiten stehen an. Glanzkäfer, Weizen und Gerste verkürzen, allenfalls noch Herbizide einsetzen, Unkrautbekämpfung in Kartoffeln, Erbsen etc.
Bevor Pflanzenschutzarbeiten geplant werden, müssen allerdings die Wetterverhältnisse dies erlauben. Bis am Donnerstag ist auf jeden Fall kein Spritzwetter.
1. weht die Bise zu stark und 2. mit Morgentemperaturen von -4°C sind wir weit von wüchsigen Bedingungen entfernt. Wenn die Temperaturen wieder steigen und keine Morgenfröste mehr angesagt sind, kann man Herbizidbehandlungen allenfalls ins Auge fassen. Es sollten aber 3-4 frostfreie Tage dazwischenliegen.

Nur mit Injektordüsen
In diesem Frühjahr ist der Wind meistens präsent. Die Problematik mit Drift-Auflagen und die Tatsache, dass bereits ein paar Tropfen eines Pyrethroides am falschen Ort ein Krebssterben verursachen können, sind Argumente genug, dass jetzt alle Feldspritzen mit Antidriftdüsen ausgestattet werden. Wer noch mit normalen Düsen arbeitet, wird hiermit eindringlich aufgerufen, Injektordüsen (Antidriftdüsen) zu montieren oder die Spritzarbeit einem Profi zu überlassen. Bläst der Wind über Windstärke 2 (6-11 km/h) soll die Arbeit auch mit Antidriftdüsen eingestellt werden.
Eine 03-er Antidriftdüse und ein Düsenträger sind zusammen für ca. 8.- zu haben, Doppelflachstrahl für 12-15.- /Stück. Besorgen Sie sich doch auch gerade noch 2 spezielle Randdüsen.

Weizen

Ab DC 31 kein CCC mehr
Frühe Weizensaaten im Herbst sind bereits im 1-Knotenstadium (DC 31, 1-Knoten in Stängel mit den Fingern spürbar). CCC darf ab DC 31 nicht mehr eingesetzt werden. Wenn Sie dichte Bestände und langstrohige Sorten haben, muss den andern Verkürzern der Vorzug gegeben werden. Diese haben glücklicherweise ein sehr langes Einsatzzeitfenster, so dass man auf  wüchsiges Wetter für deren Einsatz warten kann.
Verkürzer auf der Basis von Trinexapac- (Moddus, Trinexx Top, Metro Class und Milo) müssen bei hoher Strahlungsintensität (wolkenlosem Himmel) und wüchsigem Wetter und bei Durchschnittstemperaturen von über 10°C angewendet werden. Prohexadion- + Mepiquadchlorid-haltige Mittel (Medax) können ab ca. 8 °C Durchschnittstemperatur und bei wüchsigem Wetter eingesetzt werden. Verkürzer greifen immer in den Hormonhaushalt ein, darum werden stressfreie Bestände und wüchsiges Wetter vorgeschrieben. Letztere Verkürzer nicht mit Herbiziden mischen.

Unkrautregulierung
Nach wie vor sind noch keine oder erst wenige Frühjahrskeimer (Knöteriche, Hohlzahn, Klebern etc.) sichtbar. In dichten Beständen könnte man sich überlegen, zu einem späteren Zeitpunkt nur ein Primus/Globus, Starane XL/Cleave oder ein Apell 200/Starane Max/Flurox 200/Fluroxypyr 200 einzusetzen. Vogelmieren, Kreuzblütler, Kamillen und Klebern werden von diesen Mitteln sehr gut erfasst. Wenn ein paar Ehrenpreise oder Taubnesseln unten im Bestand überleben, verursachen die nur eine unbedeutende Ertragsbeeinflussung. Sie dienen aber vielen Nützlingen als Nahrung.

Gerste

Halmfliegen
In früh gesäter Wintergerste findet man einzelne Triebe die verkürzt und dick sind (1cm dick, 8cm lang), so ähnlich wie eine Zigarre. Schneidet man solche Triebe der Länge nach auf, findet man im Innern eine weissliche Larve mit braunem Kopf. Später verpuppt sie sich und man findet eine dunkelbraune Puppe. Das ist die 2. Generation der gelben Getreidehalmfliege. Die 1. Generation verursacht später Schäden am Sommergetreide.

Raps

Der Raps wächst trotz der Kälte, wenn auch etwas verzögert, in die Länge. Bei den Glanzkäfern wurde am letzten Samstag in etlichen Feldern die Bekämpfungsschwelle (BKS) überschritten. Gemäss Wetterprognosen wird die Bise ab Donnerstag-Freitag nachlassen. Wenn die Käfer aktiv sind und die BKS (im Feldinnern durchschnittlich 5 Käfer je Pflanze) überschritten ist, noch keine offenen Blüten vorhanden sind und kein Wind mehr weht, kann eine Behandlung in Betracht gezogen werden.

Rüben

In gesäten Rüben steht das Anlegen von Schneckenfallen an und in Rüben nach Wiese die Kontrolle auf Schnaken. Schnaken findet man unter Grasböschen.
Vereinzelt findet man Rübenköpfe mit noch grünen Blättern, die in der Erde stecken. Sie sind kein Problem betreffend Durchwuchsrüben. Wenn man sie aufhebt merkt man, dass sie nicht mit dem Boden verwurzelt sind.

Fiona Cimei, Markus Hochstrasser, Georg Feichtinger



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