Pflanzenschutz aktuell im Feldbau 30. Oktober

31.10.2019

Böden sind gesättigt

Die Mäuse sind auch im Winter aktiv. Eine Bekämpfung durch Wildtiere kann mit einfachen Massnahmen gefördert werden. Es wird keine regionale Sonderbewilligung für Pflanzenschutzmassnahmen im Feldbau nach dem 31. Oktober erteilt, da die Böden überall wassergesättigt sind.


Mäusebekämpfung

Natürliche Nützlinge fördern
Mäuse bleiben auch über den Winter aktiv. Gerade auf Feldern mit hohem Restbewuchs wie Wiesen oder Raps können sich die Mäuse gut vor ihren Fressfeinden verstecken und fühlen sich aus diesem Grund sehr wohl. Durch das Aufstellen von Sitzstangen aus Holz können Raubvögel angelockt und zum Beobachten des Feldes animiert werden. Auch die Schaffung von Nistplätzen für verschiedene Eulenarten hilft bei der Mäusebekämpfung. Sobald sich ein Paar angesiedelt und Nachwuchs gezeugt hat, werden rund tausend Mäuse pro Jahr gefressen und an die Jungen verfüttert. Hier muss allerdings beachtet werden, dass die Nistplatzumgebung stark durch Kot verschmutzt wird. Durch die Schaffung von Ast- und Steinhaufen können Sie ausserdem Mauswiesel und Hermeline fördern. Diese fressen ausschliesslich Mäuse. Katzen hingegen sind keine allzu verlässlichen Mäuseräuber. Entweder fängt Ihre Katze Mäuse oder halt eben nicht. Durch das «Hungern lassen» der Tiere kann der Jagderfolg nicht erhöht werden. Das Mäusejagen ist eher ein «Hobby» für Katzen. Durch das Fördern einzelner oder mehrerer dieser natürlichen Feinde, kann die Mäusepopulation merklich reduziert werden.

Behandlungen nach dem 1. November

Keine regionale Sonderbewilligung
Pflanzenschutzmittel inklusive Schneckenkörner dürfen noch bis zum 31. Oktober ausgebracht werden. Danach folgt eine Winterpause, die bis zum 15. Februar 2020 dauert. In dieser Zeit ist es nicht erlaubt, Pflanzenschutzmittel (inkl. Schneckenkörner) auszubringen, ausser es gibt einen triftigen Grund, dann ist es mit einer Sonderbewilligung der Fachstelle Pflanzenschutz möglich. Ein möglicher Grund wäre der Einsatz des Wirkstoffes Propyzamid (z.B. Kerb Flo, Granat, Nizo, Propyzamid 400), welcher im Raps gegen resistenten Ackerfuchsschwanz eingesetzt wird. Dieses Mittel, muss im November bei kühlen Bedingungen ausgebracht werden, da sich der Wirkstoff bei wärmeren Temperaturen zu rasch abbauen würde. Da in den letzten zwei Wochen bereits gute Bedingungen für Pflanzenschutzmittelapplikationen geherrscht haben und die Langzeitprognosen keine guten Bedingungen mehr für Pflanzenschutzapplikationen vorhersagen, wird keine regionale Verlängerung des Termins (31.10.2019) für den Kanton ausgesprochen. Die Böden sind bis in tiefere Schichten wassergesättigt, siehe Messnetz Bodenfeuchte der Fachstelle Bodenschutz des Kt. Zürich. Mit den angekündigten Niederschlägen und der fehlenden Verdunstung im Spätherbst, wird sich dieser Zustand nicht ändern. Im Bodenwasser würden sich jetzt noch ausgebrachte Wirkstoffe lösen bzw. ungenügend an Bodenteilchen binden und über Drainagen in Bäche gelangen, wo sie definitiv nicht hingehören. Ab jetzt sollten Mittel nur bei triftigen Gründen noch ausgebracht werden, bzw. die Anwendung aufs Frühjahr verschoben werden.

Autoren: Fiona Cimei, Markus Hochstrasser



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