Proaktiv in die digitale Zukunft

28.10.2019

Am ersten «Digi-Day» erhielten Lehrpersonen Impulse, wie sich digitale Hilfsmittel im Unterricht einsetzen lassen.

Die fortschreitende Digitalisierung verändert das Bildungswesen: Lernprozesse wandeln sich ebenso wie die Rolle der Lehrpersonen. Vor diesem Hintergrund führte der Strickhof im 26. Oktober zusammen mit dem Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) eine Weiterbildung zum Thema Digitalisierung durch: Den "Strickhof Digi-Day". Im Zentrum stehen das selbstgesteuerte und kooperative Lernen mit digitalen Medien. Ziel der Weiterbildung: Lehrpersonen inspirieren, neue Methoden und Ansätze vorstellen und aufzeigen, wie digitale Hilfsmittel im Unterricht eingesetzt werden können – wo diese Sinn machen und wo nicht.

Neue Rolle als Coach

Ueli Voegeli sprach von einer wichtigen Veranstaltung für den Strickhof. «Wir wollen proaktiv in die digitale Zukunft gehen», sagte der Strickhof-Direktor. Digitale Hilfsmittel seien eine Ergänzung des bestehenden Methodensets und würden den Unterricht nicht komplett umkrempeln. Anders die Rolle der Lehrpersonen. Diese habe sich mit der Digitalisierung grundsätzlich verändert. «Die Wissenshoheit der Lehrpersonen gibt es heute nicht mehr», sagte Ueli Voegeli. Denn Lernende könnten heute auf Google innert Sekunden Wissen abfragen. Lehrpersonen seien heute mehr Coach, welche die Lernenden begleiteten. Laut Ueli Voegeli wird es künftig wichtiger, Wissen gewichten und einordnen zu können.

Am Vormittag des Digi-Day präsentierten Lehrpersonen an 7 Stationen Beispiele aus dem digitalen Unterricht. Themen waren: Blended Learning (Vincent Segessemann), Moodle (Richard Schneider, Remo Saladin), Problem Based Learning (Hanspeter Stocker), Projektarbeit Lernfirma (Markus Oehninger), Kompetenzraster (Carsten Haase) sowie Sharepoint und Co. (Marc Wehrle).

Mehrwert bieten

Im Anschluss machte Martin Baumann von Educa Media deutlich, dass der Einsatz von digitalen Werkzeugen im Unterricht alleine noch kein Qualitätsmerkmal sei. «Nur weil der Unterricht digital ist, ist er nicht besser.» Nur dort, wo diese Hilfsmittel einen Mehrwert böten, würde deren Einsatz Sinn machen.

Am Nachmittag diskutierten die einzelnen Bildungsbereiche, wie sie digitale Tools vermehrt in den Unterricht integrieren können. Hanspeter Stocker von der AG Didaktik stellte in Aussicht, dass man Gefässe für den Austausch zum Thema digitaler Unterricht schaffen möchte.

Per Smartphone konnten die Lehrpersonen ihre Eindrücke zum «Digi-Day» übermitteln, die dann auf eine Leinwand projiziert wurden. Ganz gross stand da ein Wort: Motivierend.

Der «Digi-Day» fand am 26. Oktober 2019 mit den Sparten BMS, Bäuerinnen, Höhere Berufsbildung und HWM statt. Am 16. November 2019 wird die Weiterbildung mit Lehrpersonen der Grundbildung wiederholt.



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