Pflanzenschutz aktuell Feldbau 25. September 2019

26.09.2019

Der Raps ist mit dem Regen sichtlich gewachsen, nun gilt der Focus den Erdflohlarven und den Schnecken. Wegen dem möglichen Wegfall von Chlorothalonil gegen Sprenkelnekrosen muss der Sortenresistenz mehr Beachtung geschenkt werden.

Raps
Rapserdfloh

Mit dem Regen hat sich die Situation in den Rapsfeldern betreffend Erdflohschäden schlagartig geändert. Quasi über Nacht haben sich die Rapspflanzen erholt und konnten durch die Niederschläge Wasser und darin gelöste Nährstoffe aufnehmen. Die Erdflöhe, die im Feld überlebt haben, machen nun einen Reifungsfrass, bevor sie sich paaren und mit der Eiablage in den Boden beginnen. Eier, die in den Boden abgelegt werden, könnten vielleicht mit dem Striegel beschädigt werden. Ob der Striegel den Bestand wirklich reduzieren kann, muss aber anhand von Versuchen geprüft werden. Der Erdfloh legt die Eier in der Nähe der Rapspflanze ab, vielleicht sind dadurch die Eier vor dem Striegel etwas besser geschützt. In Gebieten mit starkem Larvenbefall wäre der Striegel aber eine zu prüfende Alternative zum Insektizideinsatz. Wie viele Erdflöhe sich noch im Feld befinden oder allenfalls neu zufliegen muss anhand der gestellten Fangschale beurteilt werden. Bekämpfungsschwelle: Mehr als 100 Käfer in einer Falle innerhalb von 3 Wochen. Wenn der Haupteinflug der Käfer Mitte September war und die Weibchen in 10-15 Tagen mit der Eiablage beginnen und man dann noch ca. 1 Woche für den Larvenschlupf dazurechnet, werden diese ab der Woche 41 (ab dem 7. 10.) zu den Pflanzen wandern. Für eine chemische Behandlung ist eine Sonderbewilligung erforderlich. Diese wird erteilt, wenn die Bekämpfungsschwelle (mehr als 100 Flöhe in 3 Wochen) ermittelt und erreicht ist.

Schnecken
Mit der Feuchtigkeit steigt bei kleinen Rapspflanzen die Gefahr von Schneckenschäden erneut an. Vor allem bei Spätsaaten, Mulchsaaten oder bei einer Saat in einen schweren Boden mit vielen Kluten ist die Kontrolle auf Schnecken enorm wichtig. Die Schnecken sind vor allem nachts aktiv, daher sind Kontrollen am frühen Morgen angesagt.  

Getreide
Sortenwahl bei Wintergerste

Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Chlorothalonil (Mittel wie: Bravo 500, Daco 500, Miros FL, Cargo, Chlorothal 500) sind in der Kritik, weil Abbauprodukte von Chlorothalonil vermehrt im Grundwasser gefunden wurden. Ein Verbot dieses Wirkstoffes wird mit grosser Wahrscheinlichkeit kommen. Dies hat zur Folge, dass im nächsten Frühjahr, je nach Witterung die, den Ertrag beeinflussenden, Sprenkelnekrosen vor allem an Wintergerste nicht mehr sicher bekämpft werden können. Als Alternative sehen wir die Ansaat einer Wintergerstensorte, die in der Sortenliste als mittel bis gut (+ bis ++) gegen Sprenkelnekrosen eingestuft wird. Dieses Kriterium erfüllen folgende Sorten: KWS Orbit, KWS Higgins, Azrah, KWS Tonic, Wootan, Hobbit, KWS Meridian. 

Bei Getreide, das im Herbst bereits früh bestockt, ist eine Herbstbehandlung gegen Unkräuter, wegen der Konkurrenz in der Bestockung, zu empfehlen. Bei Gerste ist das meist der Fall. Die Körner sollten, damit die Herbstmittel nicht schaden, überall mit Erde bedeckt sein. Kann dies nicht gewährt werden, darf die Unkrautbehandlung erst erfolgen, wenn sich die Pflanzen anfangs Bestockung befinden. Alternativ verzichtet man auf eine Herbstbehandlung. Walzen vor der Herbizidanwendung im Herbst erhöht die Wirkungssicherheit des eingesetzten Mittels.