Pflanzenschutz aktuell Feldbau 4. September

05.09.2019

Maiswurzelbohrer und Erdflöhe

In Wangen SZ wurde ein Maiswurzelbohrer in einer Falle entdeckt, das hat Auswirkungen auf Teile des Kantons Zürich, im keimenden Raps stehen Schnecken- und Floh-Kontrollen an.


Maiswurzelbohrer

Der Maiswurzelbohrer ist in der Schweiz gemäss der Pflanzenschutzverordnung ein Quarantäneschädling. Aus diesem Grund findet eine sehr enge Überwachung des Schädlings mit schweizweit ca. 180 sogenannter Pheromon-Klebefallen statt. Auch im Kanton Zürich stehen zwölf dieser Fallen. Sie sind an Hauptverkehrsachsen und rund um den Flughafen postiert, da an diesen Orten die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten des Schädlings am grössten sind.
Sobald in einer solchen Falle ein Maiswurzelbohrer gefunden wird, müssen Sofortmassnahmen getroffen werden. Es wird ein Gebiet mit einem 10 km Radius rund um die Falle herum ausgeschieden (Sicherheitszone). In diesem ausgeschiedenen Gebiet darf nicht Mais nach Mais angebaut werden. Falls im 2019 auf einer bestimmten Fläche Mais angebaut wurde, darf 2020 auf derselben Fläche nicht wieder Mais angebaut werden. Diese Auflage betrifft die angebaute Fläche, nicht die im Grundbuch eingetragene ganze Parzelle. Weil sich die Larven des Maiswurzelbohrers ausschliesslich von Maiswurzeln ernähren, ist der Verzicht auf den Maisanbau während eines Jahres eine indirekte, aber sehr effiziente Bekämpfungs- und Vorsorgemassnahme. 
Im Kanton Zürich wurden bis jetzt noch keine Maiswurzelbohrer gefangen. Dies sieht in den umliegenden Kantonen leider anders aus. Im Kanton Aargau wurden bereits 21, im Kanton Schwyz 2 Käfer gefunden. Auch aus dem Kanton Luzern und St. Gallen werden Funde gemeldet. Unglücklicherweise ist ein Fundort aus dem Kanton Schwyz so nah an der Grenze zum Kanton Zürich, dass auch Zürcher Kantonsgebiet von den Anbaueinschränkungen für das Jahr 2020 betroffen ist. Folgende Gemeinden oder Teile davon sind vom Mais nach Mais Anbauverbot im 2020 betroffen: Hombrechtikon, Bubikon, Dürnten, Rüti, Wald. Die meisten betroffenen Landwirte, Landwirtinnen wurden persönlich angeschrieben. Die aktuell geltende Verfügung und die dazugehörende Karte ist auf www.strickhof.ch abrufbar. Bitte kontrollieren Sie zusätzlich, ob Sie in besagter Zone im 2019 Mais angebaut haben.

Raps

Der Raps läuft auf und vereinzelt findet man bei der Schneckenkontrolle einzelne Rapskeimpflanzen mit Schabstellen des Erdflohs. Die Bekämpfungsschwelle ist in dieser Phase erst überschritten, wenn in schwachen Beständen mehr als 50% der Pflanzen einige Schabstellen aufweisen. In den kommenden Tagen wird sich zeigen, wie stark die Erdflöhe diesen Herbst in die Felder einfliegen. Eine Behandlung ist Sonderbewilligungs-pflichtig. Aus Gründen des Gewässerschutzes und wegen der angespannten Resistenzsituation, weil nur eine Insektizidgruppe (die Pyrethroide) zur Bekämpfung dieses bedeutenden Schädlings zur Verfügung steht, muss sehr zurückhaltend behandelt werden. Dies ist so zu verstehen, dass nur bei starkem Überschreiten der Bekämpfungsschwelle eine Behandlung durchgeführt wird, wenn der Raps im Wachstum stehenbleibt.  
Stehen bleibt der Raps bei wüchsigen Bedingungen aber oft erst, wenn alle Pflanzen viele Schabstellen aufweisen. Um die Notwendigkeit von späteren Behandlungen, wenn der Raps schon etwas grösser ist, abzuschätzen, muss jetzt eine Fangschale mit Wasser und einem Tropfen Spülmittel bodeneben vergraben werden.

Fiona Cimei, Markus Hochstrasser



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