Feldvorbereitung für die Rüben 2020

16.07.2019

Feldvorbereitung für die Rüben 2020

Neben der Gesunderhaltung des Blattapparates der aktuellen Rüben gilt es nun in Bälde die richtigen Vorbereitungen für den nächstjährigen Rübenanbau ins Auge zu fassen.

Bodenstruktur
Die Basis für einen hohen Rübenertrag liegt immer bei einer guten Bodenstruktur. Weder die Sorte noch die Düngung noch ein Hackdurchgang oder eine Pflanzenschutzapplikation kann an einer mangelhaften Bodenstruktur etwas ändern. Nur wenn im Boden genügend Luft vorhanden ist, wachsen die Rübenwurzeln ungestört in die Tiefe und können entsprechend von Wasser- und Nährstoffreserven profitieren. Wohl wissen wir, dass wir keine Bodenstruktur «machen» können, hingegen können wir die dazu nötigen Voraussetzungen schaffen. Die Bodenbearbeitung darf nur bei gut abgetrocknetem Boden erfolgen. Je tiefer der Eingriff erfolgt, desto wichtiger ist dieser Punkt. Müssen Verdichtungshorizonte aufgebrochen werden, bieten sich die Stoppelfelder dazu bestens an. Eine stabile Bodenstruktur ist zudem auf genügend Kalk und Humus angewiesen. Um den jährlichen Kalkverlust zu kompensieren, braucht es in der Fruchtfolge 5-8 t/ha Ricokalk. Liegt der pH-Wert ihrer Parzelle deutlich unter der für Rüben idealen Marke von 7, kann eine Korrekturkalkung mit der doppelten Ricokalkmenge nötig sein. Insbesondere viehlose Betriebe sollten kein Stroh verkaufen ohne die entsprechende Menge an organischem Dünger zurückzunehmen.

Stoppelfeld und Gründüngung
Nutzen Sie auf dem Stoppelfeld die Möglichkeit mehrjährige Unkräuter und Ungräser zu bekämpfen. Dies kann chemisch wie auch mechanisch erfolgen und ist wesentlich erfolgsversprechender als in den nachfolgenden Rüben. Rund 3 Wochen nach der Ernte, wenn wieder genügend Blattmasse gebildet wurde, wird je nach Unkrautart dem Glyphosat noch ein Wuchsstoff beigemischt. Nach den Absterbesymptomen wird die Tragfähigkeit des Stoppelfeldes genutzt um neben dem Ricokalk auch die Grunddüngung (P, K, Mg) in mineralischer oder organischer Form auszubringen. Diese Arbeit sollte zwingend in den Sommer verlegt werden, wenn Sie Rüben im Direkt- oder Mulchsaatanbauverfahren planen.

Da im nächsten Jahr gegen möglichen Erdschnakenbefall keine Köder mehr eingesetzt werden dürfen, müssen Sie darauf achten, dass keine Gräser vor Rüben stehen, denn diese sind am heikelsten. Auf Standorten wo immer wieder Rhizoctoniafäule auftritt, sollte auf Phacelia-Reinsaaten verzichtet werden. Mischungen mit diversen Gründüngungspflanzen sind teurer, haben aber den Vorteil, dass je nach Bedingungen sich die eine oder andere Art besser entwickelt.

Frühe Saattermine haben den Vorteil, dass sich mehr Blatt- und Wurzelmasse entwickelt, gleichzeitig aber auch den Nachteil, dass Pflanzen allenfalls reife Samen produzieren oder bessere Bedingungen für Erdschnaken und Schnecken bilden.

Blattgesundheit
Grüne Blätter bis zur Ernte! Kann dieser Wunsch aller Rübenpflanzer erfüllt werden? Momentan sieht es gut aus. Regelmässige Kontrollen bleiben aber angesagt, insbesondere auf Feldern, die noch keinen Fungizidschutz erhalten haben. Wichtig ist aus den Fehlern der Vorjahre zu lernen. Dabei ist selten der «zu späte» erste Fungizideinsatz ein Problem, sondern oft die zu späte zweite Spritzung. In Regionen mit hohem Cercospora-Druck muss die Folgespritzung nach 3 Wochen durchgeführt werden. In den Hochrisiko-Feldern oder bei offensichtlich zu später erster Behandlung sogar noch etwas früher. Für eine dritte Applikation oder in weniger kritischen Lagen darf auch eine Woche länger zugewartet werden. Achten Sie beim Fungizideinsatz zusätzlich auf folgende Punkte:

  • Strobilurin-Zusätze sollen höchstens noch bei der ersten Spritzung verwendet werden.
  • Bei jeder Durchfahrt ist der Triazol-Wirkstoff zu wechseln.
  • Bei jeder Behandlung soll 1.5-2 l/ha Funguran flow beigemischt werden.
  • Bei hoher Luftfeuchtigkeit spritzen (morgens, abends); die Blätter dürfen aber nur leicht taufeucht und nicht nass sein.
  • Keine welkenden Bestände spritzen.
  • Die Wassermenge soll 300-400 l/ha betragen.
  • Vor Starkniederschlägen keine Einsätze, sonst wird das Kupfer vorzeitig abgewaschen.

Schosser
Auf vielen Feldern sieht man immer noch Schosser und zwischen den Reihen stehende Unkrautrüben. Solange diese noch keine keimfähigen Samen gebildet haben, dürfen die ausgerissenen und geknickten Stängel und auf das Blätterdach der Rüben abgelegt werden. Erfolgt diese Arbeit erst bei der Teigreife – Fingernagelprobe – müssen die Schosser mit grösserem Aufwand aus dem Bestand getragen werden. – Beachten Sie, dass allenfalls abgesamte SMART BELAMIA-Rüben mit «normalen» Herbiziden in der Fruchtfolge kaum mehr eliminiert werden können!!

Rübenfäulen
Bei Rübenfäulen, die jetzt ab und zu angetroffen werden, handelt es sich praktisch immer um Rhizoctonia. Dagegen kann man jetzt nichts mehr machen. Haben Sie regelmässig mit diesen Fäulen zu kämpfen, so melden Sie sich bitte bei uns, damit wir dies gemeinsam angehen können.



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Andreas Bertschi

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