Pflanzenschutz aktuell Feldbau 10. Juli

11.07.2019

Rasch gehandelt

Viele Mittel mit dem Wirkstoff Chlorpyrifos dürfen ab dem 1. August 2019 nicht mehr verwendet werden. Der richtige Erntetermin bei Raps bedarf Geduld und im Getreide steht eine Vorerntekontrolle an.


Chlorpyrifos /- methyl

Am 9.7. 2019 hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) per Allgemeinverfügung (ohne aufschiebende Wirkung) den Einsatz von Mitteln mit den Wirkstoffen Chlorpyriphos und Chlorpyriphos-methyl ab dem 1. August 2019 verboten. Vom Einsatzverbot (ohne Aufbrauchfrist) sind folgende Mittel betroffen:

  • Blocade, Cortilan, Rimi. Köder gegen Erdschnaken-, Erdraupenlarven und Werren in diversen Gemüsekulturen, im Feldbau beispielsweise in Zuckerrüben und bei Zierpflanzen.
  • Pyrinex. Insektizid zur Spritzapplikation im Beeren-, Wein-, Gemüsebau, Forstlichen Pflanzgärten und im Feldbau, im Raps gegen Rapsglanzkäfer.
  • Reldan 22. Insektizid zur Spritzapplikation im Kerbobst, Reben, Gemüsebau, Zierpflanzen und im Feldbau im Getreide gegen Getreidehähnchen und im Raps gegen Rapsglanzkäfer.
  • Oleodan, Oleofos, OleoRel im Kernobst, Steinobst und in Reben.

Diese Mittel und Anwendungen sind ab dem 1. August 2019 verboten. Die vollständige Liste aller betroffenen Mittel (inkl. Paralellimport) ist der Allgemeinverfügung des BLW zu entnehmen. Beim Mittel Ephosin und dem Bohnenbeizmittel Pyristar steht der definitive Termin noch aus. Da es sich dabei nicht um eine Spritzapplikation handelt, ist das Festlegen einer Ausverkaufs- und Aufbrauchfrist wahrscheinlich.

Raps

Schauen Sie sich Ihre Rapspflanzen genau an, bevor Sie einen Erntetermin vereinbaren.
Raps reift nicht gleichmässig ab. Das heisst, die Schoten im obere Bereich werden als erstes reif. Erst nach und nach folgen auch tiefer unten liegende Schoten. Diesen Umstand gilt es bei der Wahl des Erntezeitpunktes zu berücksichtigen. Die oberen Schoten machen nur rund 20% des Ertrages aus. Beim mittleren Teil sind es rund die Hälfte und bei den Untersten noch ca. 30%. Es macht also durchaus Sinn, mit dem Ernten zuzuwarten, bis mindestens der mittlere Teil gut abgereift ist. Momentan steht kein Hagel oder Starkregen an. Die Körner weisen optimalerweise noch einen  Wassergehalt von 5-10% auf, sollten schwarz verfärbt sein und in den Schoten rascheln. Achtung: Am Rand hat es zum Teil grosse Befälle mit der Schotengallmücke. Die Schoten reifen in diesem Fall schneller ab und könnten das Bild fälschen. Schauen Sie deshalb nicht nur am Rand nach, ob der Bestand reif für die Ernte ist. Ein Dreschverlust von bis zu 2% ist tolerierbar. Bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 60% können Sie diese Verluste noch ein wenig reduzieren. Dreschen Sie wenn möglich also am besten in den Morgen- oder Abendstunden.

Nachdem der Raps geerntet wurde, ist es wichtig, den Ausfallraps ohne Bearbeitung Keimen zu lassen. Nach ca. 2 Wochen kann allenfalls eine Bearbeitung mit einem Striegel durchgeführt werden. So wird der Ausfallraps zum Keimen angeregt und nicht in tiefe Bodenschichten verfrachtet. Kommt der Raps nämlich tiefer wie 4cm zu liegen, fällt er in die Keimruhe und wird in den Folgekulturen zum Problem.

Vorerntekontrolle im Getreide

Fusarien, Problemunkräuter
Die Weizenfelder sollten jetzt, vor der Ernte, ein letztes Mal begutachtet werden.
Ist Ackerfuchsschwanz oder Windhalm über dem Bestand sichtbar oder hat es am Rand Queckennester? Oft findet man aber auch Ackerkratzdisteln, Blacken, Winden oder Klebern die jetzt über den abreifenden Bestand ragen. Je nach noch vorhandenem Unkraut ist die Mittelwahl im Frühjahr anzupassen oder bei mehrjährigen Unkräutern eine chemische Stoppelbehandlung einzuplanen.
Das Erdmandelgras ist auch aus tieferen Schichten gekeimt und bildet Blätter. In den oberen Bodenschichten gekeimte Mandeln haben erste Blüten gebildet. Durch Verhinderung der Blüte beispielsweise durch Ausreissen der Pflanzen wird die Bildung neuer Mandeln verhindert. Verbleiben Mandeln aber im Boden (das ist eigentlich immer der Fall) können diese erneut austreiben. Bekämpfung siehe Mittelheft Seite 116.

Autoren: Markus Hochstrasser, Fiona Cimei



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