Pflanzenschutz aktuell Feldbau 19. Juni

20.06.2019

Nerven bewahren beim Kartoffelkäfer

Die Kartoffeln müssen jetzt gut kontrolliert werden (Kartoffelkäfer, Alternaria, Krautfäule, Erwinia und Blattläuse). Im Getreide sind die Behandlungen abgeschlossen, nicht alle Unkräuter schaden gleich. Berufkraut ausreissen. Rüben sind schön.

Kartoffeln

Kartoffelkäfer
Die Zahl der Kartoffelkäferlarven nimmt zu. Dabei ist wichtig zu erwähnen, dass die äussersten drei Reihen oft einen stärkeren Befall aufweisen können, als in der Feldmitte. Erst wenn 30% der Pflanzen Befall aufweisen oder 1 -2 grössere Herde pro Are entdeckt werden, ist eine Behandlung mit Audienz nötig. Achtung! Audienz wirkt auf Larven und Käfer, wirkt nur ganz kurz und nicht auf Eier. Aus diesem Grund lohnt es sich, mit einer Behandlung noch zuzuwarten, bis die meisten Eier (orange Eigelege auf der Blattunterseite) geschlüpft sind. Eine weitere Behandlung mit einem anderen Mittel, ist Sonderbewilligungspflichtig und ist erst nach der vorgängigen Anwendung von Audienz möglich.
Blattläuse sind in den Kartoffeln noch kein Thema.
 

Krautfäule
Die Infektionsgefahr ist hoch. Befall wurde aus allen Regionen gemeldet. Siehe unter: www.phytopre.ch. Spritzintervall kurzhalten, ca. 7 Tage. Gemäss Mitteilung des CH-Bauernverbandes soll auf den Wirkstoff Fluopicolide verzichtet werden. Verzicht in jedem Fall, neu in S3.
 

Getreide

Weizen
Mittlerweile ist auch der spät gesäte Weizen am Abblühen. Die Fungizidbehandlung gegen Fusarienpilze sowie eine Behandlung gegen Getreidehähnchen sind nun nicht mehr zugelassen. In einzelnen Felder kann man nun Mohn- oder Kornblumen beobachten. Sie schaden bei mässigem Besatz nur wenig. Mohn (15 Pflanzen/m2 oder 150’000/ha), Kornblume 5 Pflanzen/m2, das ist ein rechter Besatz und schadet gemäss Pallut jeweils 150 kg/ha (zusammen 300 kg). Bei Ackerfuchsschwanz sieht das anders aus. Bei diesem Ungras sind 500 Pflanzen /m2 oder mehr möglich, diese verursachen einen Schaden von 3000 kg. Damit wird deutlich, dass man gewisse Unkräuter tolerieren kann, andere gar nicht.

Berufkraut

Das Berufkraut befindet sich in voller Blüte. Es kann sehr gut an seiner Blüte erkannt werden, welche stark an die Blüte eines Gänseblümchens erinnert. Die Pflanze selbst wird allerdings je nach Fläche bis zu einem Meter hoch und ist somit meist gut sichtbar. Wer bis jetzt nicht so aktiv in der Bekämpfung war, sollte die Pflanzen nun unbedingt am Verblühen hindern. Das erreichen Sie, indem Sie die Pflanzen jäten oder aber die befallene Fläche mähen. Achtung! Nach dem Mähen bilden die verbleibenden Rosetten des Berufkrauts innerhalb sehr kurzer Zeit neue Blüten, unten im Bestand. Diese müssen unbedingt entfernt werden. Blühende Pflanzen müssen zwingend im Kehricht entsorgt werden, da sie bereits während der Blüte keimfähige Samen bilden können. Chemische Verfahren zeigen laut Versuchen keinen guten Erfolg. Handarbeit ist angesagt. Wehret den Anfängen.

Rüben

schliessende Bestände
Die Rübenfelder präsentieren sich gut. In den wenigsten Fällen musste etwas gegen die Blattläuse unternommen werden. Blattlauspopulationen sind aufgrund der vielen natürlichen Feinde zusammengebrochen.

Cercoinfektionen sind noch keine vorhanden. In bei uns überwinterten Rübenblattproben haben wir noch keine Konidien (Sporen) gefunden! (Mikroskop). Wir werden diese Proben weiter beobachten. Auf den Blättern vorhandene Flecken sind von Bakterien oder anderen, unbedeutenden Pilzen. 

Markus Hochstrasser, Fiona Cimei
 



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