Pflanzenschutz aktuell Feldbau 12. Juni

13.06.2019

Sorge mit Krautfäule

Die Kraut- und Knollenfäule wird bio- und konventionell produzierende Landwirte noch lange in Atem halten. Sie kann ohne massive Verluste nur mit intensivem Fungizideinsatz bekämpft werden. Fusarieninfektionen im Weizen mit Fusaprog beobachten. Disteln im Raps abschneiden und Erosion und Abschwemmung durch Mulch- oder Streifenfrässaaten verhindern.

Kartoffeln

Krautfäulesituation  
Die Situation bei der Krautfäule in den Feldern ist sehr angespannt. Mittlerweile wird Krautfäule aus allen Regionen des Kantons gemeldet. Bei festgestelltem Befall im Feld ist das Spritzintervall kurz zu halten und 2 Stoppspritzungen innert 3-4 Tagen einzuplanen. Bei der Stoppspritzung werden ein Teilsystemisches (abstoppendes) Mittel mit einem sporenabtötenden Wirkstoff kombiniert. Abstoppend heisst, dass bis 3 Tage alte Infektionen noch abgestoppt werden können. Das Mycel des Pilzes ist zwar in diesem Fall ins Blatt eingedrungen aber noch nicht so tief ins Blattinnere vorgedrungen. Ziel ist es den 7 tägigen Inkubationszyklus des Pilzes zu unterbrechen. Beispiele von solchen Mitteln: Amphore Flex, Nospor Combi, Daco Combi, Valis M, Proxanil, Arkaban/Consento, Infinito (Wirkstoffe: Cymoxanil, Valifenalate, Fenamidon, Fluopicolide). Diese werden mit einem Kontaktmittel, welches die Knollen schützt, weil es die Zoosporenbildung hemmt oder diese Sporen zerstört, gemischt. Dies sind beispielsweise: Ranman Top, Mapro/Ibiza/Zignal/Tisca, Leimay oder Electis. Beispiele Stoppspritzung: Amphore Flex 0.6 kg/ha + Zignal 0.4l/ha oder Infinito 1.6l/ha + Cymoxanil WG 250g + Ranman Top 0.5l/ha. In Saatkartoffeln dürfen keine Phenylamide (Epoque, Ridomil Gold oder Fantic M) eingesetzt werden. Diese Gruppe ist auch bei den Speise- und Industriekartoffeln verboten, wenn sichtbarer Befall im Feld festgestellt wird.

Die Kartoffelkäfer verursachen erst ertragsrelevante Schäden, wenn sie mehr als 30% der Blattfläche abgefressen haben. Audienz wirkt gut auf Käfer und Larven, es hat aber eine sehr kurze Wirkungsdauer (2-4 Tage). Es ist daher enorm wichtig, dass erst behandelt wird, wenn alle Eier geschlüpft sind (keine Eierwirkung). 

Getreide

Weizen
Bei Weizenbeständen die erst jetzt blühen, wird das Infektionsrisiko für Fusarien gemäss dem Prognosemodell (www.fusaprog.ch) für die nächsten 3 Tage als gering eingestuft. Regen und Tagesdurchschnittstemperaturen unter 15°C verhindern den Sporenflug. Bei steigenden Temperaturen und Gewittern steigt das Infektionsrisiko dann wieder an.
Getreidehähnchen sind glücklicherweise immer noch auf sehr tiefen Niveau anzutreffen.

Raps

An den meisten Orten ist der Raps verblüht und die Schoten füllen sich. In einigen lückigen Feldern sieht man Senf oder die von der Bevölkerung geschätzten Mohnblumen blühen.
Wenn jetzt Disteln über den Bestand ragen, sollten diese von Hand abgeschnitten werden. Abschneiden ist effizienter als das kräfteraubende Ausreissen.

Erosion

Die letzten 2 Regenphasen verdeutlichten klar, dass auf Maisfeldern mit Mulch- oder Frässaaten die Erosion und somit das Abschwemmen von Erde, Nährstoffen und allenfalls bereits eingesetzten Hilfsstoffen markant reduziert bzw. ganz verhindert werden konnte. Auf Feldern mit Erosion ist im nächsten Jahr ein pflugloses Verfahren klar zu bevorzugen. Der Pflug wird nicht für immer beiseite gestellt, sondern situativ eingesetzt. Nach Mais werden Fusarien und die Maiszünslerlarven untergepflügt und nach Rüben beispielsweise die restlichen Rübenköpfe und vor allem Resten von Blättern mit Cercosporasporen darauf. Das ist dann echte Feldhygiene und die geht nur mit dem Pflug.

Rüben

Verdächtige Blattflecken bestätigen sich NICHT als Cercopilzinfektion. Es sind Bakterien oder andere Pilze. Eine Fungizidbehandlung ist jetzt nicht nötig.

Autoren: Markus Hochstrasser, Fiona Cimei



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