Pflanzenschutz aktuell Feldbau 5. Juni

06.06.2019

Blattläuse nehmen zu

Im Getreide nehmen Septoria und Mehltau zu. Das Fusarienrisiko ist tief. Hähnchenbefall ist gesamt gesehen auch auf tiefem Niveau. In Sonnenblumen nehmen die Blattläuse zu und erste Alternariasymptome in gestressten Kartoffeln sind ersichtlich.

Getreide

Weizen
Septoria breitet sich in Weizen weiter aus. Auch der echte Mehltau hält sich härtnäckig aber nur an Stängeln und unteren Blättern. Wir gehen davon aus, dass Ähren und Fahnenblätter nicht stark von Mehltau befallen werden. Erste Weizenbestände blühen. Das Infektionsrisiko für Fusarien ist gemäss dem Prognosemodell (www.fusaprog.ch) für die nächsten 3 Tage gering.

Getreidehähnchen
Die neue Bekämpfungsschwelle von 2 Larven je Fahnenblatt im Stadium Beginn Ährenschieben bis Beginn Blüte ist in vielen Feldern nicht erreicht. Am Feldrand beobachten wir einen höheren Befall als im Feldinnern. Nach neuesten Versuchen verursachen Getreidehähnchen viel geringere Schäden als bislang angenommen. Das lässt sich vor allem damit erklären, dass ein Blattflächenverlust durch Frass (mechanisch) von den Pflanzen (Stängel, Ähren) bis zu einem gewissen Grad problemlos kompensiert werden kann und nicht vergleichbar ist mit einem Befall durch Krankheiten. Die Pilze, die ein Fahnenblatt befallen, bilden ihr Mycel meist im Blattinnern, sie lösen Abwehrreaktionen aus und schränken die Pflanze bei der Stärkeproduktion ein. Uns wurde gelernt, dass das Fahnenblatt einen bedeutenden Teil des Ertrages generiert. Das stimmt noch immer, aber nur wenn das Fahnenblatt von Pilzkrankheiten bedroht wird.
Ist die Bekämpfungsschwelle überschritten, kann ohne Sonderbewilligung Audienz 0.1 l/ha + Heliosol 0.8l/ha (Netzmittel) eingesetzt werden. Dies muss so auch im Feldkalender protokolliert werden. Audienz hat keine Wirkung auf Eier. Der Wirkstoff ist innert 2-3 Tagen abgebaut. Das heisst, er soll auf junge Larven eingesetzt werden (wenn die meisten Eier geschlüpft sind). In den nächsten Tagen herrscht für die Larven gutes und gefrässiges Wetter, das steigert den Wirkungsgrad von Audienz. 

Sonnenblumen

Blattläuse
Man findet dieses Jahr vermehrt Blattläuse und gegenwärtig viele geflügelte Läuse in den Kulturen. Geflügelte Läuse werden in einer Population vor allem dann gebildet, wenn eine Überpopulation droht, denn mit den Geflügelten können sich die Läuse enorm rasch auf neue Pflanzen ausbreiten.
In den Sonnenblumen gilt eine Bekämpfungsschwelle von 50% der älteren Blätter gekräuselt im 10-14 Blattstadium. Ertragsrelevante Schäden entstehen erst, wenn je Pflanze 150 Blattläuse gezählt werden. Wir beobachten momentan sehr viele Marienkäfer in den Feldern. In Sonnenblumen ist einzig das Mittel Pirimicarb 50 WG von Sintagro zugelassen. Ein Ausstieg aus dem Extensoprogramm empfehlen wir nicht.

Kartoffeln

Die letzten, heissen Tage haben die Infektionsgefahr reduziert. Es gilt aber nach wie vor den weiteren Befall durch Krautfäule zu verhindern und den Fungizidschutz aufrecht zu halten. Wir beobachten in gestressten Beständen (Verkrustete Dämme, Staunässen, verschlämmte Stellen) erste Symptome von Alternaria. Es ist daher ratsam bei der nächsten Behandlung, bei anfälligen Sorten und oben erwähnte Stressbedingungen, Mittel mit Alternaria Wirkung einzusetzen. Unterstützend wirkt in diesen Fällen auch die gute Versorgung der Pflanze mit Spurenelementen wie Magnesium und Mangan. Der Wirkstoff Mancozeb, enthält bereits eine gewisse Menge Mangan.

Autoren: Markus Hochstrasser, Georg Feichtinger



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