Pflanzenschutz aktuell Feldbau 28. Mai

29.05.2019

Mit der Wärme kommt der Rost

In Rüben nehmen Läuse und Nützlinge zu. In Weizen ist Septoria das Hauptthema, gefolgt von Gelbrost. In Extenso-Gerste findet man Mehltau und Zwergrost. Bei den Getreidehähnchen gilt eine neue Bekämpfungsschwelle (BKS), die Eimortalität war bisher hoch. Das schöne Wetter könnte Eiablagen begünstigen.

Zuckerrüben

Läuse und Nützlinge
Je nach Lage des Feldes und Farbe des Rübenblattes findet man unterschiedlich grosse Kolonien von schwarzen Blattläusen. Heller grüne Rüben weisen tendenziell etwas mehr Läuse auf.  Glücklicherweise sieht man in diesem Jahr bei genauer Betrachtung auch sehr viele Nützlinge wie z.B. die Marienkäfer, die sich vor allem von Blattläusen ernähren. BKS: mindestens 80% der Pflanzen mit Blattlauskolonien. Bei überschrittener BKS, kann Pirimicarb ohne Sonderbewilligung eingesetzt werden. Eine reduzierte Aufwandmenge von 50-100 (250) g reicht bei schönem Wetter aus. Bei einer allfälligen Behandlung sollte beispielsweise der Sektor hinter dem Traktor dauernd geschlossen bleiben. Sie produzieren damit ein lang anhaltendes «Nützlingsfenster».

Getreide

Septoria
Es ist nach wie vor Septoriawetter. Bei anfälligen Sorten wie Claro, Combin, Chaumont, Forel, Lorenzo, Siala usw. ist die Schadschwelle an den meisten Orten erreicht. Eine Behandlung (20% der viertobersten Blätter mit Befall) muss in diesem Fall so bald wie möglich erfolgen

Gelbrost
Gelbrost könnte sich auf anfälligen Sorten wie Papageno in den nächsten Tagen stark ausbreiten. Achten sie auf die streifenartig gebildeten Aufhellungen mit gelben Rostpusteln auf den Blättern. Von weitem erkennt man Gelbrostbefall an den aufgehellten Nestern (1-2m Durchmesser). Wenn Gelbrost die Fahnenblätter und die Spelzen befällt, verursacht er spürbare Ertragsausfälle. Die BKS ist sehr tief, 3-5% der Blätter mit Befall oder ein erster Befallsherd (Nest) im Feld. Die Feuchtigkeit in den Beständen und die immer noch kühlen Nachtemperaturen (unter 15°C) begünstigen Infektionen.

Zwergrost / Braunrost der Gerste
Bei Kontrollen in Extensogerste (Demofeld) am Strickhof, sind uns Braunrostsporen auf der mittleren Blattetage aufgefallen. Die rot-braunen Sporen, umgeben von einem gelben Hof, sind viel kleiner als bei Weizenbraunrost. Auf Gerste wird der Braunrost deshalb auch Zwergrost genannt.

Getreidehähnchen
Der Druck ist zur Zeit tief. Die vor 14 Tagen abgelegten Eier konnten sich wegen des Regens nicht entwickeln und sind grösstenteils abgestorben. Blattfressende, schmutzige Larven hat es erst ganz vereinzelt. Das schöne Wetter übers Wochenende wird dazu führen, dass vermehrt Eier abgelegt werden. Achtung! Es gilt die neue Schadschwelle zu beachten: Eier werden nicht mehr gezählt. Ist der Weizen im Stadium DC 39 – 50 (Fahnenblatt voll entfaltet – Beginn Ährenschieben) müssen für eine Behandlung im Durchschnitt 2 Larven pro Halm vorhanden sein. Ist das Getreide bereits im Stadium DC 51 – 60 (Beginn Ährenschieben – Beginn Blüte) müssen 2 Larven pro Fahnenblatt vorhanden sein. Ohne Sonderbewilligung kann Audienz angewendet werden. Zur Verbesserung des Wirkungsgrades muss Audienz mit dem speziellen Netzmittel Heliosol (0.8l/ha) ausgebracht werden. In Mischung mit einem EC (Formulierung) - Fungizid reichen 0.4 l/ha Heliosol aus. Anders als Gelbrost verursachen Getreidehähnchen vor allem «optische» Schäden. Der Verlust von Blattfläche durch Frass ist viel weniger von Bedeutung, als der Verlust durch Pilze, wie Gelbrost, der in der Pflanze wächst und eine Abwehr bewirkt.



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