Pflanzenschutz aktuell Feldbau 22. Mai

23.05.2019

Pilz- und Schneckenwetter

Der Regen begünstigt Septoriainfektionen im Weizen und Krautfäule in Kartoffeln. Die Unkrautbekämpfung im Mais hat noch Zeit, aber Schnecken sollten kontrolliert werden. Berufkraut jäten ist angesagt.

Kartoffeln

Krautfäule
Bis heute Mittwoch-Mittag wurden 2 Befälle gemeldet. Schlatt TG, Lady Cristel Primärherd stark gestreut. Trüllikon Agata 3 Primärherde im Feld. Im Weinland gilt, sobald möglich ein teilsystemisches oder sofern kein Befall im Feld gefunden wird, in dieser frühen Phase ein systemisches Fungizid einsetzten. Befallsverdacht unbedingt weiterhin uns melden.

Winterweizen

Septoria
Die Septoriainfektionsbedingungen waren in den letzten Tagen überall sehr gut, denn für die Infektion reichen 2 Tage nasse Blätter und darauf folgend 48 Stunden mit hoher Luftfeuchtigkeit. Kontrollieren Sie Ihre Bestände auf Septoriabefall. Wenn 20% der ausgezählten, 4. obersten Blätter Symptome ausweisen ist die Bekämpfungsschwelle (BKS) erreicht. Dies wird bei frühen Saaten im Herbst und bei anfälligen Sorten wahrscheinlich sein. Ist die BKS erreicht, sollte sobald die Felder befahrbar sind, eine Behandlung durchgeführt werden.

Mais

Feldkontrolle
Auflaufender Mais ist nach wie vor im Stress. Letzte Woche wegen den kühlen Temperaturen, nun wegen der Nässe. Es dürfen keine gestressten Maisbestände, wegen schlechter Verträglichkeit der Herbizide, gegen Unkraut behandelt werden. Auch wenn die Böden langsam abtrocknen, dürfen keine vernässten Stellen behandelt werden, weil dort Bodenherbizide in der Bodenlösung bleiben und nicht an Bodenteilchen gebunden werden. Herbizide könnten so verstärkt mit der Bodenlösung über Drainagen in Gewässer gelangen. Viele Maisherbizide können gut bis ins 6-Blattstadium angewendet werden.
Auf der Feldkontrolle ist auf Frass und Schleimspuren an jungen Maispflanzen zu achten. Das nasse Wetter begünstigt Schnecken.

Sonnenblumen

Vereinzelte Neusaaten
In einzelnen Feldern wurde die 2. Saat erneut geschädigt! Herbizide oder Bodenschädlinge können ausgeschlossen werden. Erneut stehen nur noch kurze «Stäbchen» im Feld, ohne Keimblätter. Trotz Vergrämungsmassnahmen wurden direkt neben diesen Massnahmen Tauben oder Krähenarten gesichtet. Bei auflaufenden Sonnenblumen sieht man den gelblichen Stängel (wie ein Ellbogen, den man aus der Erde streckt). Die Vögel sehen das und meinen es sei eine Insektenlarve und picken danach. So können in kurzer Zeit grosse Schäden entstehen.  

Berufkraut

Das Berufkraut ist nun gut sichtbar und kann, dank des feuchten Bodens, relativ gut entfernt werden. Im Moment können Sie das Berufkraut an der hellgrünen Farbe, den langgezogenen, leicht gezackten Blättern und der Behaarung am Stängel erkennen. Da das Berufkraut vor allem lückige Bestände besiedelt, gilt es nun Ihre Brachen und extensiven Wiesen genauer anzuschauen. Auch wenn das Berufkraut in den letzten Jahren kein Problem war, empfiehlt es sich, die Flächen zu kontrollieren und bereits einzelne gesichtete Pflanzen auszureissen. Grundsatz: Wehret den Anfängen!
Die Bekämpfung des Berufkrautes gestaltet sich schwierig und einzig das Jäten ist erfolgsversprechend. Am besten geht dies, wenn die Pflanzen mit einem Schraubenzieher aus dem Boden gehebelt werden. Wenn einzelne Wurzelteile im Boden bleiben, spielt dies keine Rolle, aber das Wachstumszentrum, welches direkt unter der Oberfläche liegt, muss zwingend entfernt werden.
Sollte das Problem so gross sein, dass Sie es nicht selbst bewältigen können, zögern Sie nicht, sich bei uns zu melden (058 105 99 03). Wir erstellen einen gemeinsamen Bekämpfungsplan, um das Problem in den Griff zu kriegen.

Rüben

Auf den Rüben hielten sich schwarze Mücken oder ähnliche mit rotem Fleck auf dem Rücken auf. Dabei handelt es sich um Garten- (roter Fleck) oder Markus-Haarmücken (schwarz). Sie fressen und schaden den Rüben nicht.

Autor: Markus Hochstrasser und Fiona Cimei



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