Pflanzenschutz aktuell Feldbau 15. Mai

16.05.2019

Das schöne Wetter lässt auf sich warten

In Winterweizen sind vermehrt Kontrollen auf Septoria und Getreidehähnchen durchzuführen. Der Mais leidet wegen den tiefen Temperaturen ein wenig. Sonnenblumen geben mancherorts Rätsel auf.

Winterweizen

Septoria
Die Septoriainfektionsbedingungen waren in den letzten Tagen vielerorts erfüllt. Denn die Blattkrankheit braucht mindestens 10 mm Regen. Behandeln Sie aber erst, nachdem Sie den Bestand sorgfältig überprüft haben. Kontrollieren Sie dazu bei rund 20 Pflanzen das viertunterste Blatt. Finden Sie auf mehr als 20% der Blätter von den gelben Flecken mit braunem Rand, ist eine Behandlung bei nächster Gelegenheit empfehlenswert. Beachten Sie hierbei aber unbedingt den Wetterbericht für Ihre Region. Es ist nach wie vor mit starkem Wind zu rechnen. Eine Behandlung ist in diesem Fall unbedingt zu unterlassen.

Hähnchen
Die Getreidehähnchen waren in den letzten warmen Tagen vor der Regenperiode sehr aktiv. Vermehrt konnte man starke Eiablagen feststellen. Das nass, kalte Wetter der letzten Tage erhöhte die Mortalität bei einem Grossteil der Eier massiv. Hinweis: leuchtend orange Eier sind aktiv, braun verfärbte Eier hingegen sind abgestorben.
Sobald sich das Fahnenblatt voll entfaltet (Ende Woche, Anfangs nächste Woche), sind daher Auszählungen zur Ermittlung der Bekämpfungsschwelle angesagt. Diese lautet im DC 39 (Fahnenblatt entfaltet) 2 Larven im Durchschnitt je Halm, ab DC 51 (Ähre tritt aus der Blattscheide) 2 Larven je Fahnenblatt. Neu werden nur noch die Larven gezählt. Die Eier werden nicht mehr berücksichtigt. Generell verursachen die Getreidehähnchen einen minimen Schaden, das bestätigen Extensoproduzenten.

Mais

Früh gesäter Mais läuft auf. Wegen den kalten Temperaturen sind die Maispflanzen gelb. Der Mais wird sich mit den steigenden Temperaturen langsam erholen. Gestressten Mais nicht mit Herbizid behandeln.

Sonnenblumen

Ausfälle
Vereinzelt finden wir Sonnenblumenfelder, wo alle Keimblätter weg sind, zurück bleiben nur noch die Wurzeln im Boden und die Stiele, die aus der Erde ragen. Irgendetwas hat die Keimblätter eliminiert, denn man findet keine verdörrten Blattresten. Was könnte die Ursache sein?
Zum einen hat es Vogelschäden, verursacht durch Krähen, die Pflanzen abbeissen oder ausreissen und Löcher in der Erde hinterlassen. Zum anderen hat es auch Schäden von Tauben oder anderen Kleinvögeln. Man findet zerpickte Blätter, wie mit einem Seitenschneider abgeklemmt. Es können aber auch durchaus Rehe oder Hasen Sonnenblumen abfressen. Diese würden aber Spuren oder «Losung» hinterlassen. Wurden die Sonnenblumen nach einer Wiese angebaut, können auch Erdschakenlarven Ausfälle verursachen. Dass aber irgendwelche Schädlinge auf einem Feld inkl. Randreihen, sämtliche Pflanzen schädigen das ist sehr speziell. Ein Feld lückenlos schädigen könnte eventuell ein zu spät eingesetztes Herbizid (die Vorauflaufbedingen waren aber gut) oder aber der Morgenfrost, der in der heiklen Phase, beim Durchstossen des Bodens herrschte. Wir können die Ausfälle noch nicht erklären, wir bleiben dran.

Zuckerrüben

Sonderbewilligung gegen den Erfloh
Nochmals zur Erinnerung: Eine Sonderbewilligung ist nur für eine Behandlung gültig. Sollte der Bedarf für eine weitere Behandlung aufkommen, sollten Sie unbedingt Kontakt mit der Fachstelle Pflanzenschutz aufnehmen. So können in Zukunft drohende Resistenzen verhindert werden.

Autoren: Markus Hochstrasser & Fiona Cimei



Downloads