Gut informiert - "clever einkaufen"

16.10.2018

Der Hauswirtschaftskurs der Klasse 2c vom Gymnasium Hohe Promenade in Uttewil, Bösingen stand unter dem Motto Nachhaltigkeit. Der Besuch der Ausstellung «Clever einkaufen» von Biovision in Bern ermöglichte den Jugendlichen der Klasse 2c einige Zusammenhänge zu erkennen und bot Anlass für Auseinandersetzungen innerhalb des Unterrichts, aber auch in der Freizeit.
Rückmeldungen und Eindrücke zu den Workshops der Ausstellung:
«Wir wussten nicht, dass manche Hühner nur 40 Tage leben und mit übergrossen Brüstchen leben müssen.» M.H. und A.E.
«Es ist schockierend, dass in einigen Ländern bis zu 18'000 Hühner in einer Halle leben» L.D. und D.S.
«Wir finden es gut, dass man darauf aufmerksam machen will, dass es wichtig ist nachhaltig einzukaufen» T.G. und L.V.

Es ist uns ein Anliegen und gehört zu unserem Berufsauftrag, die Produktewahl nach den Kriterien Umwelt, Ressourcen, Biodiversität, Sozialverträglichkeit und Tierwohl mit den Schülerinnen und Schülern im Alltag zu diskutieren. Im Kurszentrum Bösingen wird das Gemüse und die Früchte von einem Detailhändler geliefert. Die geografische Nähe zum Grossen Moos (Gemüsegarten der Schweiz) ermöglicht uns regional und saisonal einzukaufen.
Zu Diskussionen führt oft die Menüwahl im Projekt «Selbstständiges Planen eines Menüs, Einkaufsliste verfassen und praktische Umsetzung in der Küche». Je nach Saison spüren die Jugendlichen bei der Menüzusammenstellung die Grenzen bezüglich Gemüse und Früchtewahl.  Die Lehrerin gibt dem Schwerpunkt saisonal einkaufen (d.h. auch planen) einen sehr grossen Wert. Für das doch so geliebte Erdbeerfrappee muss dann im Januar eine Alternative gesucht werden. Der Tomaten-Mozzarellasalat scheitert im Februar beim Blick in die Saisontabelle. Diese Situationen bieten eine praxisnahe Diskussion über die Vorteile des Saisonalität und die damit verbundenen Einschränkungen in der Menüwahl. Argumente, die für eine saisonale Gemüse- und Früchtewahl sprechen, werden plötzlich zu einer realen Herausforderung und zum Prüfstein für das Konsumverhalten. Genau diese Auseinandersetzung ist eines der Kursziele.
Nutella mit Palmöl? Regenwald wird abgeholzt, Menschen verlieren ihre Lebensgrundlage. Vielleicht ist dies die Antwort auf die Frage des Schülers, weshalb auf dem Frühstücksbuffet kein solcher Brotaufstrich zu finden ist. Gross dann die Freude ausnahmsweise in der Pause das Brot vom Vortag, statt zu entsorgen, mit Nutella bestreichen zu können. Ein Widerspruch? Ich sehe es eher als einen bewussten Umgang in Kenntnis der Problematik – ohne Schwarz-Weissmalerei.

Wir blicken auf drei angeregte und interessante Kurswochen zurück. Das Ziel die Schülerinnen und Schüler zum Nachdenken, kritisch Reflektieren und anschliessend eine eigene Meinung zu bilden, haben wir ansatzweise erreicht.

 



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