Freizeit in der Husi

20.04.2018

Das vielleicht wertvollste Gut im HW-Kurs ist die Freizeit, da jeder davon ein wenig mehr gebrauchen könnte. Schliesslich müssen täglich dutzende Ämtli erledigt werden, von denen der Abwasch und das Reinigen der Sanitäranlagen am gefürchtetsten sind.
Wenn man dann nach all diesen Entbehrungen tun und lassen kann, was einem beliebt, stürzen sich die meisten auf den Billardtisch oder «Töggelikasten», weswegen versucht wurde ein "Töggeli"-Turnier zu organisieren, was aber am bürokratischen Aufwand scheiterte. Jeden Tag scheuchen uns die Leiter für eine halbe Stunde nach draussen. Dann konnte man Fuss- oder Basketball spielen oder sich an der Spielkiste bedienen. Die richtig Fussballverrückten nahmen sogar den 10-minütigen Weg auf sich, um auf einem Rasenplatz mit Toren spielen zu können. Wer motiviert genug war, ging mittags oder abends joggen. Im Bewegungsraum haben einige ihre Freizeit genutzt um Yoga auszuüben oder andere exotische Sportarten auszuprobieren.
Die Gegend rund um Affoltern am Albis eignet sich ausserdem für lange Spaziergänge. Die Lage des Strickhofs ist strategisch gut positioniert, da er ausserhalb der Stadt liegt, aber die Schüler das Stadtzentrum trotzdem schnell erreichen können. Auch vom Coop wurde in der Freizeit oft Gebrauch gemacht.
In der letzten Woche des Kurses fand der selbstorganisierte Empfang der Eltern statt, an dem wir beweisen konnten, was wir wirklich gelernt hatten. Dies kostete alle einen Grossteil ihrer Freizeit, doch das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Auch das Ausfallen der Spülmaschine kostete die Lernenden ein Teil ihrer Freizeit; da aber die Klasse über die Woche gelernt hat, dass sie nur als Team funktionieren kann, wurde auch diese Hürde übersprungen. Viele opferten einen Teil ihrer Freizeit, um in der Küche auszuhelfen. Andere wiederum nutzten die arbeitsfreie Zeit zum Fernsehen. Der Fernsehraum war vor allem abends besetzt, als Jungs Fussball schauen oder Mädchen Models bestaunen wollten. In verschiedenen, individuell ausgewählten Vertiefungsmodulen konnte man sich komplett in einige Themen hineinversetzen und diese den ganzen Tag ausüben. Einige waren in den TEX- oder TECH-Modulen nicht ganz fertig geworden und mussten deshalb nacharbeiten. Vor allem die Necessaires nahmen viele Zeit in Anspruch. Selbst organisiert war ausserdem auch noch das Kochen, das im Vertiefungsmodul Ernährung ausgeübt wurde. Dort wurden von den Schülern wunderbare Menüs gezaubert, die sie selbst geplant hatten und für die sie sich auch im nahegelegenen Hofladen eindecken konnten. Das Abräumen musste ebenso selbst organisiert werden. Das Teamwork in der Küche hat uns zusammen-geschweisst; man verstand sich auch ohne Worte. Vor der ersehnten freien Zeit am Mittag gab es noch eine Hürde zu meistern: das Abspülen des Geschirrs und der Küchen oder das Übernehmen vieler Haushaltsaufgaben. Je nachdem, wie ernst man das Haushaltsmanagement nahm, dauerte es eine Dreiviertelstunde. Es gab unter anderem eine Gruppe, die für den Wäschekreislauf im Kurszentrum verantwortlich war. Die Hauswäsche musste erledigt werden, aber man konnte auch privat waschen, von dem auch einige Gebrauch gemacht haben. Am letzten Freitag des Kurses werden alle Geschütze aufgefahren, alles Gelernte verwendet, um den Strickhof wieder in Originalzustand zurückzuversetzen.

von Max, Levi & Nathalie - Kantonsschule Rychenberg, Winterthur, Klasse 2b



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