Leben früher und heute in Mariasee

29.09.2017

Wir, die Klasse 2d von der Kantonsschule Zürcher Unterland, reisten mit vollen Koffern und einer riesigen Vorfreude vor drei Wochen nach Weesen, um den obligatorischen Hauswirtschaftskurs zu absolvieren. Wir wurden von unseren Leiterinnen nach der zweistündigen Zugfahrt herzlich im Mariasee begrüsst.
Was wir jedoch nicht erahnen konnten, war die ereignisreiche Historie dieser eindrucksvollen Villa. Das rund 115 Jahre alte Domizil war nicht immer eine Hauswirtschaftsschule.
In seinen Anfängen wurde das Gebäude als Hotel, Café und Wohnhaus eingesetzt. Der Gasthof rentierte prächtig, Mariasee war ein sehr beliebtes Wirtshaus, bis man 1966 das Haus an den Kanton Zürich verkaufte. Von da an unterrichtete man in der Einrichtung Hauswirtschaft an Kantonalen Mittelschulen. Neun Jahre lang lernten nur Mädchen dort, ab 1975 wurden beide Geschlechter gelehrt. Jahrelang lief dieses Konzept wie am Schnürchen, bis plötzlich alle Häuser geschlossen wurden und somit auch der Unterricht ein jähes Ende fand. Grund dafür waren kantonale Sparmassnahmen. Da es glücklicherweise doch noch einige Befürworter der „Rüebli-RS“ gab, wurde durch eine Volksinitiative die Husi wieder eingeführt. Unter anderem auch das Mariasee, welches in den Jahren davor leer stand. Die erste Klasse, welche im neu renovierten Gebäude haushaltete, bezog ihre Zimmer im Dezember 2010.

Unsere Englischlehrerin war ebenfalls vor 34 Jahren in diesem Haus und erzählte uns am selbst gestalteten Gästeabend noch einige Eindrücke dieser Zeit. Einerseits war die Hauswirtschaft nur für 17-jährige Mädchen, andererseits erlernten sie an einem Tag von einer Expertin das Schminken. Während die Schülerinnen strickten, kochten und putzten, genossen die Knaben noch ihre zwei verbleibenden Wochen der Sommerferien. Danach halfen sie nicht im Haushalt wie ihre Kameradinnen, sondern arbeiteten im Gebiet Landwirtschaft.

Wir verbrachten unsere viel zu schnell verflogenen drei Wochen mit Kochen, Putzen, Werken und Handarbeit. Als wir an einem schönen Nachmittag einen Bauernhof am Berghang besuchten, lehrten uns die Besitzer des Guts vieles über BIO und andere Labels. Am Ende eines lehrreichen Postenlaufs grillierten wir unsere Bratwürste und blickten über die riesigen Felder und Weiden, die der Bauer Tag für Tag bewirtschaftet.

In der nächsten Woche absolvierten wir in Dreiergruppen einen spannenden Foto-OL und unternahmen eine eineinhalbstündige Wanderung, um die wunderschöne Aussicht auf den Walensee zu geniessen.

Als Schlusswort würden wir gerne noch einen Dank für diese fabelhaften Wochen an unsere tollen vier Leiterinnen aussprechen.

Verfasst: C. Karlen und F. Wüthrich



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