Rebjahr & Weinlese 2019 im Kanton Zürich

24.03.2020
Der warme und feuchte Sommer führte zu einem rasanten Wachstum (Foto: Marianne Baracchi-Meier)

Der warme und feuchte Sommer führte zu einem rasanten Wachstum (Foto: Marianne Baracchi-Meier)

Überblick über das Rebjahr 2019
Mit der Traubenlese ging ein abwechslungsreiches, spannendes und arbeitsreiches Rebjahr zu Ende. Es war nicht immer einfach für die Winzer, doch schlussendlich reift nun ein neuer Jahrgang in den Kellern heran der sehr vielversprechend ist.

Ein normaler Winter
Der Winter verlief recht unspektakulär. So zeigten die Wetterdaten eine leichte Kälteperiode um Mitte Dezember und eine weitere dann während der zweiten Januarhälfte. Zwischendurch folgten aber immer wieder relative milde Phasen, teilweise mit Tagesdurchschnittswerten deutlich über der Nullgradgrenze. Dank der oft günstigen Witterung kamen die Winzer mit dem Rebschnitt gut voran.

Kühles Frühjahr führt zu verzögerter Entwicklung
Die Entwicklung der Reben begann zwar etwas früher als im letzten Jahr, verlief in der Folge aber wesentlich langsamer. Nachdem der März mild und trocken war, präsentierten sich der April und Mai eher feucht und kühl. Das wirkte sich verzögernd auf die Entwicklung der Reben aus. Vor allem vom Austrieb bis kurz vor Blühbeginn lagen die Reben gegenüber dem Vorjahr und auch dem 10 Jahres Mittel deutlich zurück. Sehr vereinzelt kam es zusätzlich Ende April noch zu Frost an den Reben. So kam es, dass in diesem Jahr wieder vermehrt Schäden von Kräusel- und Pockenmilben und Thripsen zu sehen waren. Erst im Juni, mit den wärmeren Temperaturen, konnten die Reben den Rückstand aufholen.

Die Blüte
Ab Blühbeginn, bzw. kurz davor, explodierte dann das Wachstum regelrecht. Alle 2 – 3 Tage wuchs ein neues Blatt. Die Rebleute hatten alle Hände voll zu tun, um mit der Vegetationsentwicklung Schritt halten zu können. Einschlaufen, Auslauben, Gipfeln, alle Laubarbeiten mussten fast gleichzeitig erledigt werden. Diese extreme Entwicklung hielt an bis die jungen Beeren etwa Erbsengrösse hatten. Dementsprechend schwierig war auch der Pflanzenschutz in dieser sehr heiklen Phase, und die immer noch regelmässigen Niederschläge verschärften die Situation zusätzlich. So kam es, dass man dieses Jahr wieder vermehrt Falschen und Echten Mehltau in den Parzellen zu sehen bekam. Die Blüte selbst verlief ebenfalls schnell. Sie begann um den 15. Juni, und in rund 10 Tagen war sie auch schon wieder vorbei. Befruchtung und die folgende Beerenentwicklung war, trotz raschem Blühverlauf, gut bis sehr gut, nur selten sah man verrieselte Trauben.

Der Sommer
Der warme und feuchte Sommer, Juni und Juli waren im Mittel annähernd gleich warm wie 2018, allerdings deutlich niederschlagsreicher, führte weiterhin zu einem rasanten Wachstum. Nach einer etwas kühleren Phase Mitte Juli stiegen Ende Juli, zwischen 24. und 26., die Höchsttemperaturen dann auf über 35 Grad Celsius an, und es kam, wohl auch wegen der starken Sonneneinstrahlung, in vielen Lagen zum Auftreten von Sonnenbrand. Und kaum war diese Gefahr vorüber, gab es in der Nacht vom 18. auf den 19. August regional stärkere Hagelschläge. Einige Rebparzellen wurden empfindlich geschädigt. Ansonsten verlief der Sommer im üblichen Rahmen, wenn man von dem grossen Fest, der Fête de Vignerons, mal absieht.

Eine schwierige aber zufriedenstellende Ernte
Die Lese begann dieses Jahr in den letzten Augusttagen, deutlich später als 2018, lag aber im Mittel der letzten 10 Jahre. Die Haupternte folgte dann ab Mitte September bis Mitte Oktober. Im Kanton Schaffhausen wurden rund 4 Millionen Kilogramm Trauben geerntet. Vor allem bei der Sorte Blauburgunder zeigen die Weinlesedaten der Fachstelle Rebbau SH-TG-ZH mit 668 g/m2 und 91°Oe erfreulich gute Werte für Landwein und AOC, sowohl was die Mengen als auch die Zuckerwerte anbelangt. Gerade für später reifende Sorten war es in diesem Herbst nicht immer einfach. Der Herbst verlief leider nicht so sommerlich und trocken wie im letzten Jahr. Stattdessen führten regelmässige Niederschläge und kühle Phasen zu einer etwas verzögerten Reife und bei den spät reifenden Sorten sogar zu klammen Fingern beim Lesepersonal. Diese Witterung behagte leider der Kirschessigfliege, die da und dort wieder stärker auftrat. Und auch Fäulnis war, je nach Region, ein Problem und führte zu höherem Leseaufwand. Trotz aufwendiger Lese, oder gerade deshalb, die Qualität der geernteten Trauben war mehrheitlich gut und auch die Mengen entsprechen dem langjährigen Durchschnitt oder liegen sogar darüber. Die Lese der frühen Sorten waren diesbezüglich einfacher zu planen. Zusätzlich bewirkten einige trockene und sonnige Tage ab Mitte September einen richtigen Reifeschub, was gerade bei den weissen Sorten wie Müller-Thurgau (RS), Chardonnay oder Pinot Gris zu teilweise hervorragenden Zuckerwerten führte.

Den ganzen Bericht inkl. Rebflächen, Sortenübersicht und Resultate der Weinlesekontrolle finden Sie im Dokument unter "Downloads".



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