Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera virgifera)

2019

Der Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera virgifera) kann im Mais grosse Schäden verursachen. Obwohl in der Schweiz im ÖLN eine geregelte Fruchtfolge vorgeschrieben ist und diese den Käfer gut an seiner Ausbreitung hindert, hält der Bund den Quarantänestatus dieses Schädlings aufrecht (Pflanzenschutzverordnung). Der Bund schreibt in der Richtlinie Nr.6 vom 16.7.2019 zudem vor, wie bei einem positiven Fallenfund vorgegangen werden muss.  

Auch in diesem Jahr müssen die Kantone Pheromonfallen aufstellen, um ihr Gebiet auf das Vorhandensein von Maiswurzelbohrern zu überwachen. Sobald ein Käfer in einer Falle entdeckt wird, muss rund um den Fallenstandort eine abgegrenzte Zone mit einem Radius von 10 km ausgeschieden werden. In diesem Gebiet gilt, dass auf Parzellen, auf denen im Jahr 2019 Mais stand, im Jahr 2020 kein Mais stehen darf.  

Im Kanton Zürich wurden bisher in den 12 Fallen keine Maiswurzelbohrer festgestellt. Anders sieht dies in den umliegenden Kantonen aus. Sowohl im Kanton Aargau, St. Gallen sowie Schwyz wurden Maiswurzelbohrer entdeckt. Dabei ist der Fallenfang im Kanton Schwyz, in Wangen so nahe an unserer Kantonsgrenze, dass leider auch Zürcher Landwirtschaftsbetriebe von der abgegrenzten Zone (10 km Radius ab Wangen SZ) betroffen sind. Für diese gilt: Befindet sich auf einer Ihrer Parzellen in der abgegrenzten Zone (siehe Karte) Mais, ist es Ihnen nicht gestattet, im Jahr 2020 auf der gleichen Parzelle nochmals Mais anzubauen (kein Mais nach Mais im abgegrenzten Gebiet). Alle betroffenen Landwirte haben per Post ein Schreiben mit der Verfügung erhalten. Das nicht befolgen der Auflagen der Verfügung (kein Mais auf Mais) hat Kürzungen der Direktzahlungen zur Folge. Für Fragen steht ihnen die Fachstelle Pflanzenschutz gerne zur Verfügung: Telefon Zentrale 058 105 98 00. 

Unterlagen:

2015:

Im Jahre 2015 sind nördlich der Alpen keine Fänge gemacht worden. Im Tessin fangen seit mehreren Jahren praktisch alle Fallen.

 

2011:

Aktuelle Situation

Die kantonalen Pflanzenschutzdienste stellen jedes Jahr ab Anfang Juli über 200 Fallen auf, hauptsächlich in den Maisanbaugebieten und an jenen Orten, wo der Käfer bereits im Vorjahr gefangen wurde. Besondere Aufmerksamkeit gilt auch Verkehrsachsen, Alpenpässen und Flughäfen. Die Fallen werden bis zur Maisernte regelmässig kontrolliert, damit eine frühzeitige Detektion von D. virgifera möglich war.

Im Jahre 2011 sind nördlich der Alpen bis Mitte August nur Fänge von drei Orten im Kanton Uri und zwei im Kanton Luzern bekannt. Im Tessin fangen seit mehreren Jahren praktisch alle Fallen.

In der Schweiz sind bis heute noch keine Schäden zu beobachten. Im Tessin verhindert dies die Fruchtfolge und nördlich der Alpen konnte sich noch keine Population etablieren. Die Situation in Europa hat sich in den letzten Jahren graduell verändert. Schon lange befallen sind das Donau-Becken (Ungarn und umliegende Länder) und ein Teil Norditaliens. In diesen Gebieten werden wirtschaftliche Schäden verzeichnet. Nun kommen neue Fänge in in Frankreich (Alsace, Bourgogne, Rhône, Savoy) und in Deutschland (Baden-Würtemberg, Bayern) hinzu.

Situation am 24.8.2011, aus acw.admin.ch

2009

Der westliche Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera virgifera) ist ein gefährlicher Maisschädling, der aus dem nordamerikanischen Kontinent nach Europa eingeschleppt wurde. Den Hauptschaden verursachen die Larven des Käfers, die an den Wurzeln der Maispflanzen fressen. Bei starkem Befall entstehen auch Schäden durch den Frass der Käfer. Diese fressen die Narbenfäden der Maiskolben, das hat eine schlechte Befruchtung zur Folge. Besonderes gravierend ist das Problem in Gebieten mit Mais-Monokulturen. Das in der Schweiz praktizierte Fruchtfolgesystem der integrierten Produktion dürfte diesen Schädling jedoch in Schach halten. Im Jahre 2009 müssen in der Schweiz über 200 Fallen zur Gebietsüberwachung aufgestellt werden. Im Kanton Zürich stehen 18 Fallen in Maisfeldern.

Mitte August haben die Pflanzenschutz-Dienste der Kantone Luzern, Zug und Uri in den Monitoring-Fallen Maiswurzelbohrer nördlich der Alpen festgestellt. 2 Käfer in Erstfeld (UR), 1 Käfer in Risch-Rotkreuz (ZG) und 2 Käfer in Rothenburg (LU). Die Kantone AG, LU SZ, ZG und ZH haben nach Bundesvorgaben das Vorgehen koordiniert und abgesprochen. Der Fallenfang von Risch-Rotkreuz (ZG) hat Auswirkungen auf den Kanton Zürich. Teile der Gemeinde Knonau, Mettmenstetten und Kappel am Albis wurden in die Sicherheitszone (10km Radius) des Fallenfangs von Rothenburg eingeteilt. Betroffenen Gebiete siehe Karte. Betroffene Landwirte werden zusätzlich schriftlich informiert.

Der Maiszwurzelbohrer ist gmäss eidg. Pflanzenschutzverordnung (PSV, SR 916.20) ein Quarantäneschädling, dessen Bekämpfung in der Schweiz obligatorisch ist. Werden Käfer in Fallen gefangen, müssen folgende Massnahmen verfügt werden:

In der Kernzone (5km Radius) gilt:

  • 1. Maistransporte jeglicher Art aus der Kernzone hinaus sind ab sofort bis zum 30. September 2009 grundsätzlich verboten. Erlaubt sind folgende Ausnahmen:
  • a) Mais-Siloballen und Trockenprodukte (Ganzpflanzenwürfel oder CCM-Würfel). Die Trockenprodukte müssen in einer Grastrocknungsanlage innerhalb der Kernzone hergestellt werden.
  • b) Betriebe in der Sicherheitszone, welche eigenes oder gepachtetes Land in der Kernzone bewirtschaften, dürfen exklusiv für den Eigengebrauch Mais aus der Kernzone ausführen. Solche Transporte sind meldepflichtig. Meldung an Fachstelle Pflanzenschutz, Strickhof, 8315 Lindau Tel. 052 354 98 19
  • 2. Der Maisanbau im Jahr 2010 ist auf Parzellen, auf welchen im Jahr 2009 Mais angebaut wurde, verboten (kein Mais nach Mais).

In der Sicherheitszone (10km Radius) gilt:

  • 1. Der Maisanbau im Jahr 2010 ist auf Parzellen, auf welchen im Jahr 2009 Mais angebaut wurde, verboten (kein Mais nach Mais).

Weiter empfehlen wir für die Kernzone folgendes:

Die Bodenbearbeitungsmaschinen sind zu reinigen, bevor sie die Kernzone verlassen, um die Verschleppung von Käfern und Eiern zu verhindern.

Im Kanton Zürich wurden im Jahre 2009 kein Käfer gefangen.

Diese Bekämpfungsstrategie hat zum Ziel, erste Einschleppungen zu erkennen und auszurotten. Befallsherde einzudämmen und einer raschen Ausbreitung des Maiswurzelbohrers entgegen zu wirken.

Zusätzliche Informationen zum Inhalt