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Kein Mais auf Mais

Am Profi-Morgen Ackerbau waren die aktuellen Auflagen rund um den Maiswurzelbohrer und die Sonderbewilligung für die Behandlung des Rapserdflohs zwei der zahlreichen Themen.

Mais
Hanspeter Hug vom Fachbereich Ackerbau informierte über den Befall des Maiswurzelbohrers. 80 Prozent des Kantons Zürich sind aktuell betroffen. Da es sich um eine Quarantäne-Schädling handelt, gibt der Bund nun vor, dass in den betroffenen Gebieten im nächsten Jahr kein Mais auf Mais folgen darf. Weiter zeigte Hanspeter Hug Möglichkeiten auf, Drahtwürmer in den Griff zu kriegen. Zur Schadensbegrenzung sei eine gute Jugendentwicklung nötig, so ist die Maispflanze weniger anfällig. Eine gezielte Bodenbearbeitung und Saat bei günstigem Wetter bilde die Grundlage dafür. Weil sich der Drahtwurm in den feuchten Schichten des Bodens aufhält, empfiehlt Hug, bei einer mechanischen Drahtwurmbekämpfung den Boden bei eher feuchten Bedingungen zu bearbeiten, damit sowohl die Eier wie auch die Larven beschädigt werden.
Manuel Peter vom Fachbereich Ackerbau stellte einen Anbauversuch mit Mais vor. Ziel des Versuchs war es, die Bodenbearbeitung Pflug und Schälfräse sowie die Unkrautbekämpfung mit Herbizid und mechanischen Verfahren zu vergleichen.

Raps
Seit Anfang Woche sind die Rapserdflöhe teilweise massiv in die Felder eingeflogen. Die Schabschäden, die sie verursachen, hemmen die Entwicklung der Pflanzen bzw. können zu Ausfällen führen. Deshalb hat die Fachstelle Pflanzenschutz eine generelle Sonderbewilligung für eine Behandlung ausgesprochen. Diese gilt vom 8. bis zum 22. September mit einem bewilligten Pyrethroid. Für Markus Hochstrasser von der Fachstelle Pflanzenschutz ist klar, dass es unbedingt wieder ein Beizmittel am Saatgut braucht. Die Pyrethroide wirken sehr breit und sie sind in Oberflächengewässern problematisch, das könnte zu noch stärkeren Auflagen führen. Ein neues Beizmittel ist in der Anmeldung, wie gross die Chancen sind, dass es bewilligt wird kann Hochstrasser nicht abschätzen. Eine Untersaat im Raps habe eine etwas ablenkende Wirkung auf die Flöhe. Versuche haben gezeigt, dass mit einer Untersaat zwar nicht weniger Erdflöhe, aber dafür weniger Larven in den Rapspflanzen vorkommen, weil sich diese öfters in den Untersaaten aufhielten.
Martin Bertschi vom Fachbereich Ackerbau zeigte die Problematik mit dem immer öfter aufkommenden Wasserrübenvergilbungsvirus auf. Das Virus ist seit dem Wegfall der Saatgutbeizung mit Neonicotinoiden ein Thema und wirkt sich negativ auf den Ertrag und den Ölgehalt aus. Übertragen wird das Virus über Blattläuse. Aktuell ist nur die Sorte Tempo resistent gegen diese Violettverfärbung der Pflanzen.

Zuckerrüben
Luzi Schneider von der Fachstelle für Zuckerrübenbau informierte über den grossen Schädlingsdruck, der den Frühling prägte. Einer der Hauptgründe war der milde Winter und der schöne April. Die Blattläuse überlebten als geflügelte – die Nützlinge mussten sich zuerst aus den Eiern heraus entwickeln, was den enormen Blattlausdruck dieses Jahr erklären lässt. Im Osten findet man vereinzelt gelbe Stellen in den Feldern, dies ist das Werk der grünen Blattlaus, welche den BYV-Virus (Viröse Rübenvergilbung) verbreitet hat.
Georg Feichtinger von der Fachstelle Pflanzenschutz thematisierte die Pflanzenkrankheit Cercospora in den Zuckerrüben. Im Programm PFLOPF und von der Fachstelle Zuckerrüben wird aktuell das Computerprogramm Cercbet der Firma ISIP getestet. Das in Deutschland bereits seit mehreren Jahren erfolgreich angewandte Programm zur Prognostizierung von Cercospora-Befall habe diesen Sommer auf drei Tage genau den Erstbefall in Zuckerrüben angezeigt, wie Georg Feichtinger erläuterte. Pflanzenschutzmittel kann so gezielter ausgebracht werden. Künftig soll das Programm den Landwirten zur Verfügung gestellt werden.

Drohnen- und Satellitendaten
Den Profimorgen eingeleitet hat Marco Landis von der Fachstelle Agrartechnik und Digitalisierung. In seinem Referat zeigte er den Nutzen und das Potenzial von Drohnen- und Satellitendaten auf. Diese Technik kann beispielsweise für eine Bodenerkundung, für eine teilflächenspezifische Düngung, zur Ermittlung des Bestands und des Ertrags eingesetzt werden. Marco Landis bemerkte, dass eine solche Technik zwar kein Fachwissen zu ersetzen vermöge, aber den Landwirten durchaus helfen könne, in der Produktion besser zu werden.
Zurück auf dem Gelände von AgroVet-Strickhof durften die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Wurst und Brot – offerierte vom Strickhof-Verein – den informativen Morgen ausklingen lassen.

Text: Ursina Berger

Hanspeter Hug, Fachbereich Ackerbau

Manuel Peter, Fachbereich Ackerbau.

Luzi Schneider, Fachstelle für Zuckerrübenbau

Markus Hochstrasser, Fachstelle Pflanzenschutz.

Martin Bertschi, Bereichsleiter Pflanzenbau