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Mit Kalkstickstoff gegen Drahtwürmer

Markus Hochstrasser von der Fachstelle Pflanzenschutz sucht Alternativen bei Drahtwurmschäden im Mais. Eine Maiseinsaat mit Kalkstickstoff mittels Unterfussdüngung könnte eine verträgliche Variante sein.

Vor einigen Jahren wurde beim Mais die Saatgutbeizung mit Neonicotinoiden – die gegen Bodenschädlinge wie Drahtwürmer oder Fritfliegen wirkten – zum Schutz der Bienen verboten. Ab nächstem Jahr ist nun auch das Beizmittel Mesurol als Vogelrepellent und Mittel gegen Fritfliegen verboten. Es gibt im Maisanbau keine Möglichkeit mehr, Drahtwürmer zu bekämpfen. Mais wird oft nach Kunstwiese angebaut und Beiträge für pfluglosen Anbau fördern den bodenschonenden Maisanbau. Dadurch entfällt die intensive Bodenbearbeitung. «Meldungen über Drahtwurmschäden bei Mais nehmen zu», weiss Markus Hochstrasser von der Fachstelle Pflanzenschutz am Strickhof.

Einzige Alternative

Sollte nächsten Frühling eine Zunahme von Drahtwurmschäden auf den Maisfeldern erkennbar sein, denkt Markus Hochstrasser laut darüber nach, bei einer Einsaat gleichzeitig eine Unterfussdüngung mit Kalkstickstoff (Perlka) zu machen. Zersetzt sich der Kalkstickstoff im Boden, wird der auf Drahtwürmer toxisch wirkende Wirkstoff Cyanamid freigesetzt. Die max. 150 kg Perlka/ha sollten 5–8 cm unter und neben dem Mais abgelegt werden, so sollte er dem Mais keinen Schaden zufügen. Wachsen die Wurzeln in die Tiefe, ist die Wirkung verpufft und somit für den Mais nicht mehr schädlich. Aktuell sieht Markus Hochstrasser die Teilwirkung des Kalkstickstoffs als einzige zugelassene Möglichkeit, in Drahtwurm-geschädigten Feldern vorzugehen.

Mit Pilzen gegen Drahtwürmer

Ein natürlicher Gegenspieler des Drahtwurms ist der Metarhizium-Pilz. Aktuell wird an einer Methode gearbeitet, bei der dieser Pilz auf hefehaltige Kügelchen gebracht wird. Auf dem Feld geben diese Kügelchen durch die Aufnahme von Feuchtigkeit CO2 ab. Dadurch werden die Drahtwürmer angelockt und bei Kontakt mit den Kügelchen vom Pilz befallen. Ein Mittel (Attracap) ist aber aktuell nur für Kartoffeln angemeldet. Bewährt sich diese Methode, dürfte es noch ein paar Jahre dauern, bis sie auch für Mais geprüft und zugelassen wird.

Klima mitentscheidend

«Beizmittel auf der Basis von Neonicotinoiden waren bei Zuckerrüben, Raps, Getreide und Mais über 30 Jahre lang ein bewährter Schutz gegen Bodenschädlinge oder Blattläuse», sagt Markus Hochstrasser. «Viele Landwirte müssen nun wieder lernen, auf diese Schädlinge zu achten und sie – leider – mit Flächenspritzungen, mit einem Pyrethroid, bei erreichter Bekämpfungsschwelle bekämpfen». Er beobachtet unter anderem auch bei Drahtwürmern eine Zunahme der Schäden, deshalb sei es wichtig, dass man versuche, diese Schädlinge durch intensive, mechanische Bodenbearbeitung über die ganze Fruchtfolge zu reduzieren. Entscheidend sei letztlich aber auch das Klima, das einen grossen Einfluss auf Nützlinge und Schädlinge hat. «Der diesjährige warme Winter und der aussergewöhnlich warme April haben beispielsweise die Blattlauspopulation explodieren lassen», so Hochstrasser.

Autorin: Ursina Berger