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Landwirte profitieren voneinander

Die digitale Plattform befallsrisiko.ch soll es den Landwirten und Experten möglich machen, den regionalen Befallsdruck durch Schaderreger abschätzen zu können.

Auf der Plattform befallsrisiko.ch können Landwirte Kulturen mit gleichen oder ähnlichen Bedingungen und Anbaufaktoren suchen und anhand der vorhandenen Daten den Befallsdruck durch Schaderreger in ihren Kulturen abschätzen. Wer in seiner Kultur einen Befall von Krankheit oder Schädlingen entdeckt, gibt dies auf der Plattform ein. Diese Informationen können die Landwirte als Entscheidungshilfe einsetzen für oder gegen einen Einsatz von Pflanzenschutzmittel. Findet ein Landwirt bei der Befallserhebung im Weizenfeld beispielsweise Gelbrostnester, dann trägt er den Befall auf befallsrisiko.ch ein. Liegt der Befall über der Bekämpfungsschwelle, wird das Feld auf der Karte rot dargestellt. Ebenfalls gibt er die Sorte an und ob das Feld gut oder schlecht abtrocknet. Landwirte, die ihre Felder noch nicht kontrolliert haben, sehen den Eintrag. Sie können die Einträge nach Anfälligkeit und Abtrocknung filtern. So werden beispielsweise nur Felder mit anfälliger Sorte und schlechter Abtrocknung angezeigt. Damit der Datenaustausch funktioniert, müssen alle teilnehmenden Landwirte alle ihre Felderhebungsdaten eingegeben, wie beispielsweise Kultur, Vorkultur, Standort, Anbauverfahren, usw.

Zugang für alle

Die Plattform befallsrisiko.ch ist Teil des PFLOPF-Programms und aktuell nur für Teilnehmer des PFLOPF-Programms freigegeben. Georg Feichtinger von der Fachstelle Pflanzenschutz am Strickhof und Initiator der Plattform möchte befallsrisiko.ch zu einem späteren Zeitpunkt für alle interessierten Landwirten zugänglich machen. Die Landwirte können zusätzlich von verlässlichen Daten profitieren, wenn die offiziellen Berater ihre Felderhebungen auch auf der Plattform eintragen. Auch soll die Plattform so weiterentwickelt werden, dass die Landwirte damit alle nötigen Aufzeichnungspflichten der Direktzahlungsverordnung erfüllen können.

Christa Zürcher, Absolventin der Höheren Fachschule für Agro-Technik am Strickhof, hat in ihrem Praktikum den Prototyp der Plattform anwenderfreundlich weiterentwickelt, die Anwender bei ihren ersten Eingabeversuchen unterstützt und darüber ihre Diplomarbeit verfasst.

Voneinander profitieren

Durch die Einträge von Berufskollegen und Beratern können Feldkontrollen gezielter durchgeführt werden, was Zeit für Feldkontrollen erspart. Mit Kontrollfenstern wird im Projekt die Verlässlichkeit von Bekämpfungsschwellen durch Krankheitsbonituren im Feld überprüft. «Je mehr Daten vorhanden sind, desto verlässlicher sind sie, was wiederum zu mehr Vertrauen in die Plattform führt», sagt Christa Zürcher. Georg Feichtinger ist gespannt, ob der Nutzen der Plattform befallsrisiko.ch im Austausch zwischen Landwirten liegt oder mehr im Sichtbarmachen von Befallserhebungen durch Berater für die Landwirte. «Es entsteht in jedem Fall eine Zusammenarbeit, von der schliesslich alle profitieren.»

PFLOPF-Projekt

Im Jahr 2017 hat das Bundesamt für Landwirtschaft den Aktionsplan Pflanzenschutz lanciert. Dieser Plan zeigt Möglichkeiten auf, wie der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln optimiert und reduziert werden kann, und er fördert Projekte, die der Landwirtschaft das Erreichen dieser Ziele möglich machen. Darauf haben die Kantone Zürich, Aargau und Thurgau im Jahr 2019 das Projekt «Optimierung und Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes mit Precision-Framing-Technologien», kurz PFLOPF, ins Leben gerufen. Ziel dieses Projektes ist, mit Hilfe von technologisierten Massnahmen Pflanzenschutzmitteleinsparungen von mindestens 25% zu erreichen. Rund 60 Betriebe nehmen am PFLOPF-Projekt teil. Ihnen steht eine Auswahl von sieben Massnahmen zur Verfügung, welche sie auf ihren Betrieben umsetzen können. Ein Teil dieser Massnahmen ist die neue Austauschplattform befallsrisiko.ch.

Ursina Berger, Strickhof